Mal ein Hinweis für alle, die bisher glaubten, Bollywood ist nichts mehr als kitschiges Trash-Kino. Artikel zu Bollywood sind in Deutschland meistens recht amateurhaft, von gelangweilten Filmjournalisten geschrieben, die sich gezwungenermaßen irgendwie mit diesem neuen Trend auseinandersetzen mussten, aber dabei immer ihre elitäre Haltung und Abscheu gegenüber jeglichen Filmen, die nicht ihrem Kunstkino entsprechen, durchscheinen lassen. Oder auf der anderen Seite von schlecht informierten Schreiberlingen, die gerade mal die RTL-II-Ausstrahlungen zur Hälfte gesehen haben.
Dazwischen gibt es recht wenig – aber gestern bin ich auf einen Artikel gestoßen, der sowohl interessant und mit einigem Hintergrundwissen geschrieben ist, dabei aber große Achtung vor dem indischen Kino verrät. Und der Autor schafft es sogar, gekonnt das Wort “Kitsch” zu vermeiden – immer ein rotes Tuch für Bollywoodfans, weil es einfach zu sehr mit negativen Aspekten verknüpft ist.
Ein rundum lesenwerter Artikel jedenfalls, der die Geschichte, die à„sthetik und einige wichtige Filme Bollywoods beleuchtet, dabei ist vor allem der Teil über die à„sthetik sehr interessant zu lesen. Der Autor ist Ekkehard Knörer, erschienen ist der Text in der Splatting Image Nr. 62 von Juni 2005. Lesen kann man ihn entweder hier im Internet: Eine Einführung in Geschichte und à„sthetik des Bollywoodfilms – oder als pdf-Datei.