Filmkritik: DIL SE (9.5/10)
8. December 2005
SPOILER-TEIL
Im Laufe des Films wird das tragische Ende immer unausweichlicher und auch wenn man es eigentlich wirklich erwarten sollte (und wohl auch tut), ist man am Schluss doch recht schockiert. Und das auch immer wieder, egal wie oft ich den Film sehe.
Perfekt vorbereitet wird diese Szene von einer anderen,
der vorangegangenen Konfrontation von Amar und Meghna. Die Bilder von Meghnas Rückblicken bleiben einem lange im Gedächtnis – genauso wie die darauffolgende Szene, in der Sivans Kamera eindringlich die Beiden umkreist, und man selbst nicht so recht weiß, auf wessen Seite man nun steht – verstehen kann man ja beide. Spätestens hier wird einem klar, dass es keine einfache Lösung geben kann.
MUSIK
A.R. Rahmans “Dil Se” – Soundtrack – selbst Leute, die den Film nicht mögen, geben meistens zu, dass dieses Stück Musik einfach genial ist. Sicherlich einer von Rahmans besten Soundtracks, zwar nur 5 Songs kurz, wovon einer im Film keine besondere Inszenierung bekommen hat, doch von vorne bis hinten sind die Lieder einfach perfekt.
Dabei hab ich wohl noch nie einen Film gesehen, wo die Lieder so sehr außerhalb der eigentlichen Handlung standen, meistens wird ja noch irgendwie versucht, das ganze in die Story einzubinden – hier nicht. Der realistischte Song spielt auf dem Dach eines Zuges und ist ein Item-Song – das sagt schon einiges…
Chal Chaiyya Chaiyya – darüber hab ich ja eh schonmal einen eigenen Eintrag verfasst. Kurz gesagt, einer der genialsten Songs in Bollywood überhaupt mit einer legendären Umsetzung. Etwas tragisch, wenn man sich nun ansieht, was Farah Khan mit Shahrukh und Malaika Arora 7 Jahre später gemacht hat…aber man kann sich ja dann
ja immer noch diese Szene anschaun
Dil Se Re – Amar und Meghna vor einer Menge Explosionen, fast schon absurde Bilder mit grandiosen Aufnahmen von Santosh Sivan, dazu ein traumhafter, eingängiger Song, den ich schon beim ersten Hören geliebt hab. Und wenn der Meister selbst singt, dann bin ich sowieso vollends begeistert
Satrangi Re – beim ersten Sehen wusste ich noch nicht so recht, was ich mit diesem Song anfangen sollte, da war er zu anders als das, was ich bis dahin gesehen hatte – inzwischen liebe ich ihn. Wunderbar poetisch und sehr tiefgründig umgesetzt. Rahmans Komposition ist extrem vielschichtig und man entdeckt immer wieder neues – oh, und brauch ich die unglaubliche Kamera eigentlich überhaupt erwähnen?
E Ajnabee – läuft ja nur im Radio und das noch nichtmal komplett – ist aber ein wirklich schöner, trauriger Song. Und zeigt wunderbar, wie sich Amar und Meghna fühlen…
Jiya Jaley – schön sinnliches Lied, ebenso auch umgesetzt. Preity tanzt etws seltsam und Lata Mangeshkar war noch nie mein Favorit – aber trotzdem ein großartiger Abschluss für den Soundtrack…nicht *nur* wegen einem umwerfenden SRK…*g*
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Tags: A.R. Rahman, Mani Ratnam, Manisha Koirala, Preity Zinta, Shahrukh Khan, Terrorismus

08. December 2005 um 20:51
ich weiss gar nicht, was du immer hast mit zerfahren und so. gerade das schätze ich an deinen reviews, da ist ausreichend herz dahinter, das muss so sein. wenn ich nur kompetenz lesen will – gehe ich zu marco. du schaffst ja in deinem zusammenhang beides, auge und herz einfliessen zu lassen. und dieses unzusammenhängende, nennen wirs brainstorming oder sowas inner art, ist doch eine stärke dieser rezensionen: ich kann als leser mit auf die reise gehen.
08. December 2005 um 21:03
Freut mich, dass du mit meinem Geschreibsel glücklich bist… aber wenn du da als Leser bei meinen Gedankengängen mitreisen willst, dann muss du die Review irgendwie kreuz und quer durchlesen, ich hüpf da ständig von einem Absatz in andere und schreib wieder was um…eine Katastrophe. Am Schluss bin ich dann meistens frustiert, weil irgendwie nichts zusammenpasst.
Aber solang man ungefähr nachvollziehen kann, was ich eigentlich sagen wollte, reichts ja.
Achja, und wenn jemand eine wirklich vernünftige, analytische Review zu Dil Se lesen will, Ekkehard Knörer von Jump Cut hat eine nette geschrieben.
http://www.jump-cut.de/filmkritik-dilse.html
Sowas werd ich wohl meinen Lebtag nicht lernen zu schreiben…*g*
18. April 2006 um 10:56
Dil Se ist nicht was für Kinder finde ich
aber ich liebe den Film
21. April 2006 um 23:58
Ich teile deine Bewertung nicht. Du hast aber in deinem Review auch schon angesprochen, woran es liegt. Ich kaufe Amar die Liebe einfach nicht ab – weder ist sie durch die Umstände nachvollziehbar noch wird sie durch sonst irgendetwas im Film nachvollziehbar. Dazu kommt, dass Meghna in ihrer Persönlichkeit, wie sie sie die erste Zeit zeigt, absolut gar nichts anziehendes aufweist.
Ist aber trotzdem durch einige gute Song-and-dance Nummern und die außergewöhnlcihe Terroristengeschichte sowie das Ende ein sehenswerter Film – auch wenn SRK in dem Film wie ein “liebestoller Spinner” wirkt…
28. May 2006 um 21:14
ich finde der film dil se ist unglaublich . ich finde auch das kinder ihn sehen dürfen , also ist der Film 4 kids geiegnet.
07. August 2007 um 18:13
[...] Mariakaefer (9,5/10) – zur Review [...]
05. January 2008 um 22:04
ich finde sie einfach cool
28. January 2008 um 19:34
Gehört nicht zu meinen Lieblingsfilmen, aber dafür die Musik ist der reinste Wahnsinn pur……
Ich kann gar nicht sagen wie oft ich die CD schon gespielt habe….
Echt der Hammer , und dannach kommt gleich OSO.
24. July 2009 um 09:28
“Dil Se” gibst Du einen halben Punkt mehr als “Om Shanti Om”. Würde das mit mehr Abstand weiterhin gelten?
Also mir gefällt Deine Besprechung gut, vor und nach Ansehen von “Dil Se”. Sie mäandert ein bisschen, aber das passt gut zu dem Film und hat viel Atmosphäre. Du nennst oben im Kommentar eine andere Besprechung und meinst, “so werd ich wohl meinen Lebtag nicht lernen zu schreiben”.
Hier ein Zitat aus der Besprechung:
—
“Damit wird der an nicht ineinander aufgehenden Oppositionen reiche Film um eine weitere ergänzt. Offensichtlich ist die zwischen der Stadt (und ihren modernen Sitten in der, siehe Monsoon Wedding, typischen Ausprägung des bewussten Rückgriffs auf alte Heiratstraditionen) und dem Land – Amar bewegt sich vom vertrauten Bereich in den fremden, Meghanas Bewegung ist die umgekehrte.”
—
Also, hmm
Vielleicht sollte man _so_ auch nicht schreiben?
Der Film ist definitiv nichts für Kinder. Im Grunde nicht mal für erwachsene Sensibelchen wie mich. Auch wenn in manchen asiatischen Ländern Gewaltfilme im Bus gezeigt werden, mit prächtiger Soundanlage.
24. July 2009 um 12:51
Puh, du fragst Sachen
Ich hab Dil Se schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen – und ich würde wahrscheinlich heute eine ganze Menge meiner vor ein paar Jahren besprochenen Filme anders bewerten. Aber ja, ich glaube, ich würde Dil Se immer noch den Vorzug über OSO geben. Wenn ein Film bei mir auf über 9 Punkte kommt, liegt dass dann vor allem an Bauchgefühl, und ich glaube, das zieht Dil Se schon noch vor. OSO ist ein fantastischer Unterhaltungsfilm, aber Dil Se ist mein Herz mehr dabei, der Film reiht eine mitreißende Szene an die andere, und ich sitz mit einem ständigen “Hach”-Gefühl davor. Zumindest hab ich das so in Erinnerung *g*
Bei dem von dir zitierten Satz aus der Kritik von Knörer musste ich jetzt grinsen – nein, so schreib ich in meinem Blog immer noch nicht, und so möchte ich auch meine Filmbesprechungen nicht schreiben.
Allerdings ist das, was Knörer da über Oppositionen, Räume und Grenzüberschreitungen schreibt, genau das, was ich in meinen Hausarbeiten für die Uni in Germanistik schreib. In weniger verschwurbelten Satzbau, aber von der Idee her das gleiche. Das hätt ich 2005 auch noch nicht vermutet *g*
Aber wie gesagt – für mich gehört sowas in wissenschaftliche Hausarbeiten, nicht unbedingt in einen Filmblog. Denn damit Filmbesprechungen auch als Empfehlungen fungieren können, müssen sie auch persönlich sein. Knörers Kritiken sind aufschlussreiche Filmanalysen, verraten aber irgendwie nie, ob der Mann die Filme jetzt mochte oder nicht. Und während das in einer wissenschaftlichen Arbeit genau so sein sollte, find ich das für einen Blog nicht angebracht.
24. July 2009 um 15:22