Filmkritik: DO AUR DO PAANCH (7/10)
10. July 2006
Weiter mit einem Jahrzehnt, das bei mir auch nur als weißer Fleck auf der Bollywoodkarte existiert, den 80ern. Gut, dieser Film ist mit Releasedatum Februar 1980 zwar noch mehr 70er als 80er – aber trotzdem, das zählt schon noch…
Außerdem kann man nie genügend Amitabh-Shashi-Filme haben, die beiden bleiben einfach mein liebstes Leinwandpärchen überhaupt. Und mein letzter Film mit ihnen ist doch schon 1 ½ Monate her…
Regisseur: Rakesh Kumar
Musik: Rajesh Roshan
Darsteller: Amitabh Bachchan, Shashi Kapoor, Hema Malini, Parveen Babi, Kader Khan
Crew: M.G. Balu Rao (editing), Jai Singh (action coordinator)
Erscheinungsjahr: 1980
STORY
Vijay (Amitabh Bachchan) und Sunil (Shashi Kapoor) sind zwei Ganoven, die sich bei ihren kriminellen Unternehmen ständig in die Quere kommen und sich damit ständig ins Gefängnis bringen. Kein Wunder also, dass sich beide nicht besonders gern haben. Jetzt haben sie es schon wieder aufs gleiche Ziel abgesehen: den kleinen Sohn eines Industriellen, den sie kidnappen wollen. Papa erwartet das aber und lässt seinen Sohn deshalb auf einem Internat sehr gut bewachen. Vijay und Sunil schleichen sind als Lehrer ein und schmeicheln sich bei dem kleinen Bittu, der Direktorentochter Anju (Parveen Babi) und der Lehrerin Shalu (Hema Malini) ein. Und dann ist da noch Sunils Auftraggeber, Uncle Jagdish (Kader Khan), der keine Skrupel kennt…
REVIEW
Wehe, wenn ich M.G. Balu Rao in die Finger bekomm! Der Mensch hat nämlich das editing von Do Aur Do Paanch verbrochen, und das ist wirklich zum Haareraufen. Es ist zwar nicht wirklich schlecht, aber da sieht man trotzdem ständig sooo viel Potential verloren gehen. Wie oft bekommen wir denn sonst schicke Prügeleien zwischen Amitabh und Shashi? Aber so wie das hier geschnitten wurde wirkt es einfach nur wirr und seltsam. Das gilt für so einige Actionszenen. Wobei ihm der Kameramann mit teilweise sehr
miesen Einstellungen nicht immer entgegengekommen ist… Sooo Schade!
Abgesehen davon find ich die Actionszenen nämlich allesamt ziemlich gelungen. Die in einer kleinen Zerstörungsorgie endende Entführungsaktion am Anfang (die übrigens von Hema praktisch im Alleingang vereitelt wird) bietet ein paar nette Explosionen (wobei ich nicht so ganz mitbekommen hab, warum das eine Auto plötzlich nicht mehr in Stadt war sondern irgendwo im Wald in einen See gefahren ist…), die schon angesprochenen Amitabh-Shashi-Prügeleien sind lustig (interessanterweise wundert man sich da gar nicht mehr, wenn beide plötzlich eine Wand hochlaufen) und der Endkampf ist besonders schick. Auch wenn die glühende-Kohlen-Grube von unserm Fiesling nicht ganz so schick ist wie das Riesenkrokodil aus Shaan.
Do Aur Do Paanch hat viele gute und wirklich witzige Szenen, zwischen denen sich aber leider so einige langatmige Durststrecken befinden. Vor allem
die erste Hälfte kommt nie so richtig in Schwung und dass wir eine Stunde auf den ersten Song warten müssen ist auch nicht gerade sehr hilfreich. Das nervt, weil man selbst als laienhafter Zuschauer sieht, welche Szenen man ohne Probleme kürzen oder ganz rausnehmen könnte ohne dem Film zu schaden. Dann hätte man mehr Zeit für die herrlichen Amitabh-Shashi-Szenen gehabt. Weil ja wie gesagt wirklich einige tolle Ideen in Do Aur Do Paanch stecken, die aber halt doch nicht ganz die lahmeren Teile überbrücken können.
Die Schauspieler sind dafür wie erwartet wunderbar, Amitabh und Shashi sind eh schon ein eingespieltes Team, die passen einfach zusammen. Beide haben zwar schon mal besser gespielt, aber man sieht ihnen doch immer gern zu. Ihnen zur Seite Parveen Babi und Hema Malini, Parveen ist naiv-niedlich und Hema darf in einer etwas größeren Rolle mehr Frauenpower zeigen.
Der kleine Junge ist mit seinen Heulattacken meistens recht nervig, ich weiß auch wirklich nicht, was er hat – ich hätt nichts dagegen, wenn sich Amitabh und Shashi um mich streiten. Kader Khan spielt nicht übel, sein Charakter ist aber ein wenig zu blass für einen richtig guten Bösewicht. Und die Perücke ist
auch mies (ist aber nicht die einzige in Do Aur Do Paanch). Die restlichen Darsteller bleiben eigentlich nicht im Gedächtnis.
Erwähnen sollte man noch die Hintergrundmusik, die zwar wenig spektakulär ist, mit ein paar Momenten aber doch sehr erfreut. Dahinter steckt Rajesh Roshan und – wir ahnen es schon – natürlich ist die Musik auch ziemlich “inspiriert”. Egal, denn wir bekommen damit ein paar schicke Italo-Western-inspirierte Musikuntermalungen und pünktlich zur Intermission das gepiffene Thema von “The Good, the Bad and the Ugly”. Nett.
Amitabh-Shashi-Fans wird Do Aur Do Paanch sicher gefallen können: er hat gute Chemie zwischen unseren Helden, enorm viel Witz und Humor und einige gute Actionszenen. Die Story geht auch in Ordnung, auf die schaun wir bei Masalafilmen ja eh nicht. Wer aber einen Einstieg in Amitabh-Shashi-Masala-Filme sucht, den schubs ich da lieber mal Richtung Shaan, der ist da besser geeignet.
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24. December 2007 um 22:35
[...] Mariakaefer (7/10) – zur Review [...]
09. February 2010 um 00:48
stimme Deiner Besprechung in etwa zu: DADP ist insgesamt unterhaltsam, hebt aber nie so richtig ab. Hat Längen. Bei mir schwankte die Bildqualität dramatisch, oder sollte man sagen, sie ging mit jedem Sprung weiter in den Keller?