Filmkritik: BOBBY (8/10)

2. August 2006

bobby-cover.jpgDie 70er bieten so viel herrliche Filme, wie soll ich das eigentlich jemals nachholen?
Hier jedenfalls mal wieder Raj Kapoor hinter der Kamera, diesmal mit Sohnemann und (wie gehabt) leichtbekleideten Mädchen vor der Kamera unterwegs.
Die DVD von Shemaroo ist ganz gut gelungen, wenn natürlich auch mit 70er-typischen Bildqualität – aber vor allem riecht sie nach Bollywood-Corner. Und das ist toll *g*

Regisseur: Raj Kapoor
Musik: Laxmikant-Pyarelal
Darsteller: Rishi Kapoor, Dimple Kapadia, Pran, Premnath, Durga Kohte, Aruna Irani, Farida Jalal, Prem Chopra
Crew: Raj Kapoor (editing, producer), A. Rangaraj (art direction), Rishi Kapoor (eigene Kostüme)
Erscheinungsjahr: 1973

STORY
Der kleine Raja wird von seinen reichen Eltern (Pran, Sonia Sahni) in ein Internat gesteckt, weil sie zwischen Gelmachen und Kontakte pflegen keine Zeit für ihr Kind finden. Als der 18-jähre Raja (Rishi Kapoor) nach Hause zurückkehrt, hat sich daran nicht viel geändert. Macht nichts, Raja findet nämlich genug Beschäftigung, als er sich in die junge Bobby (Dimple Kapadia) verliebt, die Enkelin seiner ehemaligen Amme (Durga Kohte). Nach ein paar kleineren Missverständnissen wäre das junge Glück eigentlich perfekt – wenn sich nicht Rajas Eltern gegen so eine Verbindung stellen würden und Bobbys Vater Jack (Premnath) arg beleidigen würden…

REVIEW
Bobby ist vor allem eins: todschick. Diese Mode, diese Designs, diese Songs, diese Schauspieler. In praktisch jeder Szene taucht irgendwas auf, wegen dem ich verzückt quietschen könnte. Karierte Schlaghosen, gemalte Palmen als Sethintergrund, Riesenbrillen, glitzernde Traumweltenbäume, schwarz-pink gestreifte Schals (an Rishi wohlgemerkt), überhaupt extrem viel pink, Smiley-Aufnäher hinten auf der Hose, rote Bikinis, Motorradlederoutifts, bobby-bikini.jpgBerghütten in Kashmir. Die Liste ist beliebig fortsetzbar. Und mittendrin ein blutjunger Rishi und eine noch viel jüngere Dimple. Hach.

Die Story bietet natürlich wenig Neues. Reicher Junge verliebt sich in armes Mädchen und beide müssen gegen den Widerstand der Eltern kämpfen. Dazwischen so Standartsituationen wie eine Kashmirreise oder eine arrangierte Hochzeit gegen den Willen des Sohnes. Aber es ist halt die Art, wie das Ganze umgesetzt wird, die den Reiz ausmacht. Und die ist eben sehr charmant, sehr jugendlich und unbeschwert und für das Entstehungsjahr auch bahnbrechend und prägend für Film- und Realwelt.

Viel des Charmes liegt natürlich an den Hauptdarstellern, die sind beide nämlich einfach wunderbar. Zur Abwechslung haben wir eben nämlich mal nicht Mittdreißiger, die so tun als ob sie Teenager wären, sondern eben wirkliche Teenager. Rishi und Dimple sehen herrlich unverbraucht aus, spielen sehr natürlich und charmant und haben eine tolle Chemie miteinander. Es ist wirklich eine Freude, den Beiden zuzusehen – und da wir den ganzen Film über nichts anderes tun, macht der Film eben auch jede Menge Spaß. Ein wenig Trivia am Rande: Die Szene, in der Raja zum ersten Mal vor Bobbys Tür steht und sie sich ohne es zu merken Mehl und Butter in die Haare schmiert, hat Raj Kapoor mal so mit Nargis erlebt. Niedlich. (Und bin ich die einzige, die findet, dass Dimple in manchen Szenen total wie Nargis aussieht?)

Aber auch der Rest der Cast überzeugt. Pran ist wunderbar böse und schmierig und fies, bobby-flucht.jpgPremnath ist dagegen total liebenswert und knuffig – wenn auch ein bisserl übertrieben. Aber das stört uns ja nicht, oder?
Aruna Irani ist vor allem zum tanzen im Film, spielt aber auch sonst ganz nett, Farida Jalal, die man heute gut aus Mutter- und Tanten-Rollen kennt, hat einen herrlichen Auftritt als geistig etwas zurückgebliebenes Mädchen, das Raja heiraten soll.

Raj Kapoor versteht es mal wieder bestens, die weiblichen Reize seiner Heldinnen ins beste Licht zu rücken. Noch nicht so gewagt wie ein paar Jahre später in Satyam Shivam Sundaram, aber doch schon mit dem “so wenig wie möglich”-Prinzip für Dimples Klamotten. Aber eben niemals billig, wie es bei anderen wahrscheinlich wirken würde. Und darüber freuen sich nicht nur Männer, das wissen auch Frauen zu schätzen.

Einiges an Spannung und Dramatik ging für mich wohl verloren, weil ich nie so ganz nachvollziehen konnte, warum wer wen jetzt einsperren lassen kann. So ungefähr nach 2/3 des Films geht´s ja ständig hin und her: “Wenn das und das geschieht, lass ich Sie einsperren”, “Ich kann das nicht tun, sonst werden der und der eingesperrt” ect…Uff. Lasst doch die Polizei aus dem Spiel (auf die kann man sich eh nicht verlassen, das hab ich letztens in Apaharan gelernt) und konzentriert euch auf den bobby-erstestreffen.jpgeigentlichen Konflikt.

Und gegen Ende gibt´s auch einen waschechten WTF-Moment: Prem Chopra sitzt an einem Tisch, hält Dimples Hand fest als sie weggehen möchte und meint bierenst: “Prem naam hai mera. Prem Chopra.” (“Mein Name ist Prem. Prem Chopra”) Bö? Das dachte sich wohl auch Rishi, der lacht dann nämlich irritiert und mein, dass es schön wär, ihn kennen zu lernen und haut dann hab. Was zum Teufel soll das denn?

Wer die Bollywood-70er mag, der wird Bobby lieben. Zumindest, wer sich wie ich schon von der Ausstattung eines Films begeistern lassen kann. Und dann halt noch die wunderbaren Schauspieler. Und die genialen Songs. Und die simple Geschichte. Und der 21-jähriger-Rishi-Bonus (alternativ auch der 16-jährige-Dimple-Bonus). Sollte man sich wirklich mal anschaun.

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3 Antworten zu “Filmkritik: BOBBY (8/10)”

  1. Sina sagt:

    Hallo liebe Bollywood-Fans!
    Ich finde auch das “Bobby” ein richtig toller Film ist. Ich kenne ihn leider nur russisch synchronisiert. Weiß jemand wo man Film und passende Musik kaufen kann? Gibt es den Film überhaupt auf deutsch bzw. mit deutschem Untertitel? Suche wie verrückt im Internet nach dem Film und der passenden Musik.
    Meine Mutter hat den Film nur in schlechter Qualität. Ich möchte ihr gern eine Freude machen und diesen Film mit Musik zum Geburtstag schenken. Das ist aber schon in 2 1/2 Wochen.
    Bitte helft mir!
    Liebe Grüße
    Sina

  2. Maria sagt:

    Hallo Sina,
    Bobby gibt es bisher noch nicht auf deutsch oder mit deutschen Untertiteln, und wurde auch noch nicht angekündigt. Wenn auch englische Untertitel in Frage kommen, kannst du die DVD bei nehaflix.com oder indiaweekly.com aus den USA bestellen, da brauchst du aber eine Kreditkarte. Ohne Kreditkarte geht es auch über Bollydvd.net.
    http://www.bollydvd.net/newprdtls.asp?prid=433&langid=0

  3. beriwane sagt:

    sharukhkhan ist die beste er ist gut sexi schon toll cool wir lieben ihn.

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