Bollywood-Magazin-Vergleich
12. September 2006
Eigentlich wollte ich diesen Beitrag etwas größer machen, aber nachdem eh schon überall so viel über die drei Magazine diskutiert wird (und ich auch schon ein wenig müde davon bin), ist das wohl nicht wirklich nötig – eigentlich hab ich da wenig Neues zu sagen. Hier jetzt also nur ein kleiner Überblick in Stichpunkten, der alles andere als vollständig ist und nur die mir wichtigsten Punkte kurz umreißt.
Wichtig ist auch, dass ich bei diesem Vergleich etwas parteiisch bin, weil ich ab der nächsten Ausgabe für das Ishq-Magazin schreiben werde. Trotzdem versuche ich, hier so sachlich und objektiv wie möglich zu sein.
Achja, und noch was: ich hab das Ganze in Pro und Contra gegliedert, macht jetzt aber bitte nicht den Fehler zu glauben, dass ich bspw ein Magazin schlecht finde, wenn bei Contra mehr steht als bei Pro – die Punkte sind natürlich immer unterschiedlich zu gewichten. Wie diese Gewichtung ausfällt ist dann aber wohl bei jedem Leser verschieden…
BOLLYWOOD – Rapid Eye Magazin
Preis: 4,90 €
Umfang: 24x34cm, 52 Seiten (mit Cover)
Pro:
- Schöne, große Bilder, zum Teil bekannte Promo-Bilder, aber auch viel Neues und Exklusives
- Edles Design: stilsicher, was füs Auge, nicht zu überladen
- Sehr gut geschriebene Texte, praktisch keine inhaltlichen oder orthographischen Fehler
- Schönes Interview mit Rakesh Omprakash Mehra
Contra:
- Das ganze Magazin ist eine einzige Werbung für REM. Es ist dazu da, ihre DVDs anzupreisen und deswegen gibt es auch nur Artikel zu REM-relevanten Themen. Und die sind selbstverständlich auch nicht wirklich kritisch. Zwar bekommen wir auch keine direkten Lobhudeleien, aber halt doch nur positiv gestimmte Texte
- Die Texte geben wenige Informationen her, zumindest nicht für Leser, die sich auch sonst etwas mit Bollywood beschäftigen.
- Das Format macht sich zwar ganz gut wegen den großen Bildern, es ist aber ziemlich unhandlich
- Kein Glanzpapier für die Seiten. Mich stört das zwar nicht, aber falls da jemand drauf wert legt sei´s erwähnt.
Indien Magazin
Preis: 3,80 €
Umfang: 21x28cm, 40 Seiten (mit Cover)
Pro:
- das Layout ist zwar einfach, aber recht übersichtlich
- die geführten Interviews sind recht interessant
- die TV-Seite und die DVD-Seiten bieten einen schönen Überblick
Contra:
- Das Magazin bietet zumindest für mich wenig Interessantes und Neues. Die Indien-Artikel betreffen für mich uninteressante Themen, die Filmartikel betreffen nun mal Filme, über die ich eh alles weiß was es zu wissen gibt.
- Bei den DVD-Bewertungen wird nicht so ganz klar, warum so und so bewertet wurde, dazu ist der eine Satz den´s dort zu lesen gibt einfach zu wenig.
- Der Schreibstil bleibt meistens recht einfach und reißt wenig mit. Ich weiß, meine geliebten Bandwurmsätze sind auch nicht das Wahre, aber Hauptsatz and Hauptsatz reihen liest sich auch nicht schön.
ISHQ – Bollywood & Lifestyle
Preis: 4,50 €
Umfang: 16,5×22,5cm, 156 Seiten (mit Cover)
Pro:
- Das bisher umfangreichste Themenangebot: von Filmreviews und Filmfeatureberichten über Fashioninfos und Styleguides zu Artikeln über Indien, Hindi oder Mehndi.
- Nachdem so viele Bereiche abgedeckt werden, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass man hier auch einiges neues erfahren kann. Zumindest ging es mir so. Zudem finden sich Artikel, die zwar wenig Informationen bieten, aber nett zum lesen sind (bspw der “Ich und mein SRK”-Artikel)
Contra:
- Der Stil kippt desöfteren zu stark ins Umgangssprachliche, manche flapsige Ausdrücke müssen in einem Magazin eigentlich nicht sein (gegen die ich-Schreibweise hab ich nichts, falls sich jemand an so was stört wollte ich es aber mal erwähnen)
- Das Layout ist noch zu uneinheitlich. Ich mag es, dass es bunt und laut ist, aber etwas mehr Struktur in den einzelnen Bereichen wäre angebracht. Außerdem ist die Schrift noch zu groß, die Editorial-Schriftgröße reicht vollkommen
- Es finden sich noch einige Rechtschreib-, Grammatik- und Trennfehler, aber da Ishq jetzt ja ein Lektorat hat, sollte das besser werden (ich vermute, die Trennfehler kommen vom Layout-Programm, oder? Wir hatten da bei der Abizeitung ziemlich viel Stress mit unserm Programm, das ständig völlig unmöglich getrennt hat…)
Und noch ein kleiner, nicht ganz ernst gemeinter Kommentar:
Tarnungs-Vergleich: Ein durchaus wichtiger Punkt, wenn man sich in seriöser Umgebung aufhält und nicht unbedingt gleich herausschreien will, dass man diese kitschigen Schmachtfetzen aus Indien guckt. Also: welches Magazin ist unauffällig?
Das REM-Magazin sollte man tunlichst nicht mit dem Cover nach oben herumliegen lassen, ein großes BOLLYWOOD und Shahrukh verraten jeden sofort. Die Rückseite geht zur Not, vorausgesetzt, Rani und Preity, die hier riesig drauf sind, sind unbekannt.
Das Indien Magazin hat ein etwas harmloseres Cover, “Indien” ist ja bei weitem nicht so tragisch wie “Bollywood”. Aber verdächtig. Dafür wirkt Shahrukh im Don-Look recht un-kitschig, das ist vorteilhaft. Voll verlieren tut das IM dann aber auf der Rückseite: pink und rießig “Bollywood” drauf. Seeehr verräterisch.
Ishq hat ein ebenfalls recht harmloses Cover, Shahrukh erneut im unauffälligen Don-Stil, Ishaa zur Ablenkung (die kennt hier auch keiner) und der Titel harmlos (vorausgesetzt natürlich, dass die Leute kein Hindi können – was wahrscheinlich ist). Sieht eigentlich aus wie ein normales Lifestyle-Magazin – blöd halt, wenn man eventuell auch vertuschen will, dass man Lifestyle-Magazine liest *g* Die Rückseite ist jetzt dann die unauffälligste Rückseite der drei Magazine, nichts davon lässt an Bollywood denken. Diya Mirza erkennt ihr nämlich kein Mensch.
FAZIT: Welches von den drei Magazinen nun am besten ist, hängt natürlich viel davon ab, was man erwartet und lesen möchte. Um das wirklich zu entscheiden ist es sicher am sinnvollsten, selbst alle drei Magazine mal zu testen. Für mich gewinnt Ishq, einfach weil es den meisten für mich interessanten Inhalt bietet. Die nächste Zeit werd ich aber sicher weiter alle drei Magazine lesen, schon allein um zu sehen, was dort geändert wird und was nicht (wobei, das REM-Magazin wird sich wohl nicht so sehr ändern…)
Achja, und noch eine Bitte von mir: im molodezhnaja-Forum nahm die Diskussion um die Magazine teilweise ziemlich unschöne Formen an, ich hoffe doch sehr, dass sich das hier vermeiden lässt. Ist ja kein Kindergarten hier. Kritik, ja gern, bitte, dafür ist dieser Eintrag ja da, aber nur in einem sachlichen Ton, ok?


12. September 2006 um 14:40
Danke für die Kritik! Die Kritikpunkte lassen sich ja alle recht leicht in der nächsten Ausgabe umsetzen. Ja, die Trennungsfehler kamen dadurch zustande, dass wir mit dem Layoutprogramm noch nicht so vertraut waren. Das trennt Wörter automatisch, als wir dann später den Text durchgesehen haben, war uns nicht klar, dass sich der bereits korrigierte Text nochmal verschiebt, wird also so nicht mehr vorkommen.
).
Auch sind beim Druck irgendwo Trennungsstriche ganz verschwunden, da müssen wir uns noch schlau machen, woran das liegt.
Die ich-Schreibweise wird allerdings bleiben. Wir mögen es, wenn Autoren nicht hinter ihrem Text verschwinden. So wird ja auch klar, dass es sich immer um Meinungen handelt und man da auch gerne von abweichen kann (nur so nebenbei hat das nichts mit Teenie-Magazinstil zu tun, die wissenschaftliche Literatur, die ich lese verfährt da gar nicht anders
12. September 2006 um 16:40
gut, dann sag ich halt nix, weil das sonst ja unschön sein könnte.
na ja, eins vielleicht: oberflächlich, für dein niveau. du sprichst an, ohne zu nennen.
12. September 2006 um 16:45
Hm. So ne wissenschaftliche Literatur hätte ich auch gerne. Und vielleicht wurde das was missverstanden. Es geht mir (nachdem ich am meisten darüber gemeckert habe
) nicht um die Tatsache, dass etwas im Ich-Stil ist, sondern darum, dass bei euch alles in diesem Stil geschrieben ist und noch dazu das Niveau häufig wahnsinnig abflacht. Der Artikel über Shakespeare und Bollywood wäre ein gutes Beispiel für einen Text, der durch einen nüchterneren, sachlicheren Stil wahnsinnig verbessert werden könnte. Ich sag nix gegen einen flapsigeren Stil – am richtigen Ort. Aber wenn ihr das ständig und ohne Unterschied macht, wirds erstens auf Dauer lästig und anstrengend zu lesen und zweitens nehmt ihr vielen Aussagen, die an sich wirklich interessant und lesenswert sind, die Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit, die sie eigentlich verdienen. Ein Text, den ich stilistisch wirklich gut fand, war Miries Lakshya-Review, die sehr persönlich ist, hinter der die Autorin auf keinen Fall verschwindet, die aber auf einem wirklich hohen Niveau geschrieben ist. Auch der Chameli-Text schafft genau das – er ist persönlich und man kann ihn ernst nehmen. Und es macht mehr Spaß so etwas zu lesen, als das flapsige Geschreibsel in einer großen Anzahl von Texten, (gegen das ich ja nun wirklich grundsätzlich nix habe, ich schreib ja oft selber so), das aber eben nicht zur Intention des Texts passen will.
Ich hoffe mal, jetzt ist ein bisschen klarer, was ich gegen das viele “ich” bei euch habe
12. September 2006 um 16:57
Danke für die Ausführungen und ich verstehe jetzt schon eher, was du meinst. Natürlich werden wir in Zukunft Umfragen durchführen und werden uns am Anfang im Stil noch etwas ausprobieren. Wenn das gewünscht wäre, könnten wir durchaus auch wissenschaftliche Analysen zu den Themen liefern, nur dass wir das halt öde fänden. Darauf kann sich dann ja vielleicht das Indien-Magazin spezialisieren.
Schön zu sehen, dass man auch mit unterschiedlichen Meinungen noch vernünftig diskutieren kann.
12. September 2006 um 17:18
Wenn ich das richtig verstanden hab, meinte Kaddele keine wissenschaftlichen Analysen (da geb ich Julia recht, die wären doof), sondern einfach einen sachlicheren Stil. Ich kann zwar noch nicht mitdiskutieren, weil ich das Heft noch nicht habe, aber ich sags mal nur, damit nicht wieder Missverständnisse auftreten.
12. September 2006 um 17:30
Oookay. Wo hab ich gechrieben, ich hätte gern wissenschaftliche Analysen?
Es geht nicht darum, dass ihr jetzt hochwissenschaftlichen Jargon schreiben sollt – Gott bewahre! Das wäre ja auch dem Format überhaupt nicht angemessen. Es geht darum, dass es zwischen wissenschaftlichem Stil und flapsigem Gelaber auch noch Abstufungen gibt, die du aber im Moment irgendwie ignorierst. Schau dir doch mal die beiden Texte, die ich als Beispiel genannt habe, an. Ich finde die alles andere als öde, sondern interessant und lesenswert. Und ich kann die Texte als Meinungen sehr viel ernster nehmen als andere Kritiken im Heft – was wiederum dazu führt, dass ich mich als Leser viel intensiver damit beschäftige, sie vielleicht ein zweites Mal lese und Lust auf mehr bekomme. Und das wollt ihr doch bestimmt? Oder reichts euch, wenn man das Heft einmal überfliegt und es dann in der Ecke landet?
Die Mischung machts einfach aus – ihr habt 150 Seiten, auf denen eine ganze Menge verschiedener Texte Platz finden. Da muss ja nicht alles zum Schenkelklopfen sein.
12. September 2006 um 17:34
“wissenschaftliche Analysen” war auch von mir überzogen gemeint und nicht so bierernst.
12. September 2006 um 18:01
Gut geschrieben, Maria. Ich wusste doch, dass du das noch am besten von uns kannst.
12. September 2006 um 18:02
Nur kurz ne frage:
Gibts die 3 Zeitschriften im Kiosk oder muss man die sich bestellen?
12. September 2006 um 19:25
[...] bei Mariakäfer [...]
12. September 2006 um 19:46
*seufz* Schreibt doch nicht so viel wenn ich nicht da bin
@Michael: Wie ich anfangs bereits erwähnt habe, kann ich den überall geführten Diskussionen wenig Neues hinzufügen, und bin zudem schon etwas müde vom ewigen Hin- und Her.
Außerdem wird so eine Analyse natürlich immer persönlicher je tiefer ich da gehen will – und ich wollte ja so sachlich wie möglich bleiben.
@Stilfrage: Hier kann ich unterschreiben, was Kaddele zu sagen hat: Dort, wos passt, kann man ja umgangssprachlich schreiben, aber ein gewisser Anteil sollte auch in etwas sachlicherer Sprache daherkommen. Natürlich nicht so abgehoben, dass es die jugendlichen Leser nicht mehr lesen wollen, aber halt etwas neutraler.
@Maini: Danke *g*
@Bollywoodfan: Das REM-Magazin gibts theoretisch am Kiosk, aber nur an bestimmten und inzwischen dürfte es wohl nur noch schwer zu haben sein. Über die REM-Homepage (rapideyemovies.de) kann man das aber bestellen
Das Indien-Magazin gibt es NUR über die Homepage von ihnen (indien-magazin.com), die erste Ausgabe von ISHQ kann man auch nur übers Internet beziehen (ishq.de), alle weiteren Ausgaben werden dann aber am Kiosk erhältlich sein.
12. September 2006 um 20:30
Sehr schöne Sache, Maria. Die Diskussionen woanders (u.a. bei Marco Riesen-Threads) waren mir schon viel zu lang, ich wollte einfach mal kurz und knapp wissen, was einen da erwartet. So konnte ich Deinen Artikel mit viel Gewinn lesen, der Vergleich ist genau, was ich gesucht hatte.
Danke!
12. September 2006 um 20:35
Gern geschehen! Falls du zu irgendeinem der Magazine noch genauere Infos haben möchtest, frag ruhig, die Infos oben sind ja auf das für mich wichtigste beschränkt…
BNA hat übrigens auch einen Vergleich der drei Magazin, weiß nicht, ob du da schon drauf gestoßen bist:
http://www.bna-germany.com/news.html?&tx_ttnewstt_news=53&tx_ttnewsbackPid=16&cHash=8cc89c1d68
12. September 2006 um 20:57
danke für den vergleich
mich würde ein solcher noch einmal in zwei monaten interessieren, wenn die magazine die chance hatten, die teilweise durchaus berechtigten kritiken umzusetzen
12. September 2006 um 21:05
Ich hab fest vor, das dann nochmal zu machen, ja. Wobei natürlich das REM-Magazin das, was am meisten stört, sicherlich nicht umsetzen wird – aber ich denke schon, dass das IM und Ishq auf das gekommene Feedback reagieren.
27. September 2006 um 20:39
hallo alle zusammen
Bin noch nie dagewesen, seit 1 jahr bollywoodfan, besitze aber nur 25 Filme, es
wollt ich nun noch in den besitz des bollywood Magazins kommen!
nun meine Frage dazu? ich habe eins, das kostet 9.95 Euro und ist diese oder letzte Woche rausgekommen. Es ist von Hell oder (christian Lukas). Ist das eine Folgeausgabe von einem der 3 hier besprochenen Magazinen?
Und wo bekomme ich das Blaue Magazin mit shah Rukh Kahn darauf, und ist das dann die Ausgabe Nr.1 ich blicks nämlich nicht mehr?
Und hoffe Bei euch hier die Antwort auf alle meine fragen zu bekommen!
freitagfrau
27. September 2006 um 20:45
Sorry, das “es” nach dem komma sollte nix bedeuten, hab mich nicht ganz klar ausgedrückt!
Freitagfrau
29. September 2006 um 15:11
Hallo Freitagfrau,
das Magazin, dass du dir da gekauft hast, ist eigentlich kein richtiges Magazin, sondern schon eher ein Buch, und zwar das Space-View-Bollywoodspecial. Das kommt also nicht regelmäßig, sondern ist nur diese eine Ausgabe.
Das blaue Magazin dürfte das von REM sein, oder? (Shahrukh ist überall drauf…) Das kannst du auf der REM-Homepage bestellen:
http://rapideyemovies.de/menu.php
Oder du findest es in irgendeinem größeren Zeitschriftenhandel, die können das normalerweise auch bestellen wenn man danach fragt.
30. September 2006 um 12:58
Hallo Maria
Vielen Dank für deine Info! Nun bin schlauer.
Vielen Dank
Freitagfrau