Mahabharata-Zwischenbericht, Nummer 4

11. November 2006

Der letzte Zwischenbericht ist zwar noch nicht lang her, aber an dieser Stelle sollte ich doch mal kurz anhalten: Es ist Halbzeit, ich bin jetzt nach 509 Seiten mit dem ersten der beiden “Bücher” meiner Ausgabe fertig, “The Die Is Cast”. Nun folgt “Deliverance“.
Ich hab also noch ca. 420 Seiten vor mir und ich versuch, diese in den nächsten zwei Wochen durchzubringen.
Jetzt noch eine eher kurze Zusammenfassung, was auf den letzten 130 Seiten noch alles passiert ist:

 

Wir erinnern uns: Die Pandavas sind immer noch im Exil und verbringen nun ihr 14. Jahr unerkannt in einer Stadt. Da kommt es dann durch diverse Umstände dazu, dass die Kauravas eben diese Stadt angreifen und Arjuna alleine die ganze Armee der Kauravas in die Flucht schlägt. Ich frag mich, wie die Kurus nach dieser Schlacht ernsthaft darüber nachdenken können, gegen die Pandavas in den Krieg zu ziehen, wenn doch schon allein Arjuna sie alle platt machen kann? Naja.

 

Dann sind die Pandavas eben wieder frei und auf den nächsten 100 Seiten werden wir Zeugen von viiieeelen Verhandlungen, Beratungen und Erläuterungen, ob die Kauravas den Pandavas ihr Königreich zurückgeben, ob man einen Krieg verhinder kann und ob es gerechtfertigt ist, dass die Pandavas ihre Verwandtschaft angreifen. Puuh. Das ist wirklich seeehr langatmig.

 

Ich mein, ich finds ja sehr vorbildlich, dass sich alle so um eine friedliche Lösung bemühen, aber einerseits ist allen irgendwie klar, dass es einen Krieg geben muss, andererseits wirkt das im Vergleich zu den vielen Malen, in denen irgendwelche Helden irgendwelche Völker niedergemetzelt haben ohne groß zu fragen, ein bisschen seltsam. Und es ist halt wirklich ständig dasselbe, die Einstellungen und Meinungen der Beteiligten verändern sich überhaupt nicht, da wird rein gar nichts erreicht. Wussten wir ja eh…also los, Leute, kommts, fangts halt endlich zum kämpfen an!

 

Bewegende Dramatik kommt dann gegen Ende ins Spiel, wenn Kunti endlich ihrem Sohn Karna gesteht, dass dieser ihr Sohn ist und damit eigentlich der älteste der Pandavas und rechtmäßiger Herrscher der Welt. Karna sieht sich aber außerstande seine Position neben Duryodhana zu verlassen und seine Freunde im Stich zu lassen, er wird also gegen seine Brüder ins Feld ziehen. Er verspricht Kunti zwar, keinen der Pandavas zu töten, macht da für Arjuna aber eine Außnahme – entweder Arjuna oder Karna, einer muss sterben. *seufz*
Diese Episode hat Karna bei mir schlagartig jede Menge Pluspunkte eingebracht – vorher hat er mit seinem arroganten Verhalten genervt, jetzt ist er plötzlich eine zutiefst tragische Figur geworden. Armer Karna.
(Krishna weiß das natürlich auch, sagt es aber den anderen Pandavas nicht – weil er weiß, dass sie nicht in den Krieg ziehen würden, wenn sie es wüssten. Eigentlich ganz schön gemein, oder? Und davor behauptet er noch ständig, dass man mit allen Mitteln einen Frieden veranlassen sollte…aber hey, er ist Krishna, die Welt läuft nach seinem Willen, er hat sicher Recht mit dem was er tut)

 

Sonst passiert eigentlich nichts allzu wichtiges, nach langem Hin- und Her sind wir jedenfalls endlich so weit, dass beide Armeen nach Kurukshetra marschieren. Auf der einen Seite die Kurus mit Verbündeten, auf der anderen Seite die Pandavas mit Verbündeten (hervorzuheben hier natürlich Krishna). Rein zahlentechnisch sind die Kurus mit 11 Divisionen den 7 Divisionen starken Pandavas überlegen, aber trotzdem ist eigentlich jedem (außer Duryodhana halt) bewusst, dass die Pandavas deutlich stärker sind, weil sie einfach die fitteren Helden sind (oh, und natürlich the Supreme Person auf ihrer Seite haben).

 

Nun, so lasst den Krieg beginnen.

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