Das MAHABHARATA – Abschlussbericht
23. November 2006
Es hat sicher jeder Leser meines Blogs inzwischen mitbekommen, dass ich den großen indischen Epos “Mahabharata” in Angriff genommen hab und inzwischen dieses 1,4 Kilo schwere (und stark gekürzte) Buch fertig gelesen habe. Weil es zu diesem Werk viel zu sagen gibt und ich mich neben dem eigentlichen Epos noch mit ein paar Nebenprodukten (spricht vor allem Filme und noch ein Buch) befasst hab, gibts die nächste Zeit ein paar Artikel rund um das Mahabharata. Den Anfang macht dieser generelle Abschlussbericht, in dem ich versucht hab, die mir wichtigsten Aspekte kurz und gegliedert zu präsentieren (was nur halbwegs gelungen ist). Vorsicht: Der Artikel ist leider ziemlich laaang. Ich hab wirklich versucht mich auf das Wesentliche zu beschränken, aber so ein rieeeesiges Werk bietet natürlich jede Menge Diskussionstoff und Sachen, die ich loswerden will, und ich hab hier in diesem Artikel eh nur einen Bruchteil davon angeschnitten… für genauere Infos würd ich auf meine Zwischenberichte verweisen, wem die zu verwirrend sind, der kann gern nachfragen.
Überhaupt: Wenn jemand Fragen hat, nur her damit! Ich vermute mal, dass man vielleicht ein paar Sachen des folgenden Textes (und der folgenden Artikel) ohne Mahabharata-Wissen nicht so ganz versteht, falls das der Fall ist, bitte einfach kurz nachhaken. Jetzt aber los:
Das Mahabharata generell
Die Originalfassung des Mahabharata ist mit ihren 74000 Versen eines der längsten epischen Werke der Welt, entstanden zum Teil im 6. Jhdt vor Christus, vollendet im ersten Jahrhundert. Spielen tut das Ganze im 12. Jahrhundert v. Chr. Grob gesagt handelt es vom Leben von fünf Brüdern, den Pandavas, besondere Wichtigkeit erlangt das Werk aber durch seine spirituellen Ansätze und Leitfäden, insbesondere im Bezug auf Krishna/Vishnu. Um das Ganze mit etwas Bekanntem zu vergleichen: das Mahabharata könnte man als eine Mischung aus der Bibel, der Ilias und dem Lord of the Rings sehen.
Meine Mahabharata-Fassung
Ich hab die Nacherzählung von Krishna Dharma (der eigentlich Kenneth Anderson heißt) gelesen, die 941 Seiten fasst und neben ein paar (zum Teil farbigen) Illustrationen auch einen Anhang mit ausgelassenen Geschichten, Stammbaum, Personenregister und Glossar bietet. Mangels Vergleichmöglichkeiten kann ich natürlich nicht sagen, ob diese Fassung den Stoff angemessen aufbereitet und ob alles Wichtige drin ist, aber sonst würd ich diese Ausgabe schon weiterempfehlen. Das Englisch ist recht einfach zu verstehen, abgesehen von einigen vorkommenden altertümlichen Begriffen vielleicht. Manche Floskeln wiederholen sich immer wieder (was wohl auch am zum Teil repetetiven Stoff liegt), was ein bisschen ermüdet, und der Erzählstil ist recht trocken – sprachliche Meisterleistungen darf man hier wirklich nicht erwarten, aber zumindest liest es sich recht flüssig.
Bezüglich Spoiler
Ich hab mich dazu entschlossen, im folgenden Text keine große Rücksicht auf Spoiler zu nehmen, aus prinzipiell zwei Gründen: 1) Das Mahabharata selbst ist ja nun kein Werk, das man liest weil es so wahnsinnig spannend ist und weil es darin unerwartete Überraschungen gibt, deswegen denk ich nicht, da es für Leute, die das Epos noch lesen wollen, tragisch ist, den Schluss zu wissen. 2) Verfilmungen und andere Umsetzungen des Stoffes gehen recht wahrscheinlich davon aus, dass die Geschichte beim Publikum bekannt ist, deshalb ist es auch hier kaum ein Nachteil, die Handlung schon zu kennen. Vergleicht das ganze vielleicht mit der Bibel, da kann man es auch kaum als Spoiler zählen wenn ich verrate, dass Jesus stirbt und wieder aufersteht – das ist Allgemeinwissen. (Wobei, man kann sich da nie so ganz sicher sein… ich hab ja auch schon von Leute gehört, die sich aufgeregt haben, als irgendwer “gespoilert” hat, dass in der Fernsehserie “Rome” Julius Cäsar von Brutus ermordet wird…*hust*)
Wichtige Personen
Ich denke, eine kleine Einführung in die wichtigsten Personen des Epos kann nicht schaden, die trifft man vielleicht öfters mal in diversen Texten – und ihr wollt ja auch mein folgenden Geschreibsel nachvollziehen können, oder? Noch kurz zu den Namen: die werden meines Wissens nach ohne dieses “a” am Schluss ausgesprochen, allerdings find ich, dass die Namen ohne das a manchmal blöd klingen (“Yudhisthir-”), also sprech ich das eiskalt mit.
Die “à„lteren”:
Bhishma - sozusagen das Oberhaupt der Kurus (von den Kauravas und Pandavas immer als “Großvater” tituliert), aber wegen eines Zölibatgelübdes ohne direkte Nachkommen. Sohn der Göttin Ganga. Ein durchwegs sympathischer Charakter, immer weise und mit dem richtigen Ratschlag zur Stelle – die bloß viel zu selten befolgt werden.
Dhritarastra - erster Sohn von Bhishmas Bruder, blind. Wird nach Pandus Tod zum König der Kurus, bevorzugt allerdings immer seine eigenen 100 Söhne und bringt dadurch den Untergang für seine eigene Familie. Hat eine besondere Vorliebe dafür, immer alles auf den Einfluss der “all-powerful destiny” zu schieben, wenn er was verbockt hat. Nervt mich ziemlich mit seiner Engstirnigkeit und seiner Schwäche, sich gegen seinen Sohn zu stellen. Depp. Wehleidig, aber unfähig das richtige zu tun…
Pandu - zweiter Sohn von Bhishmas Bruder, wegen der Blindheit seines älteren Bruders wird erstmal er König, muss wegen eines dummen Fehlers dann aber ins Exil und stirbt dort dann auch recht bald. Vater der Pandavas, wenn auch nicht ihr biologischer.
Vidura - dritter Sohn, wird nie König, ist dafür aber der weiseste der drei und immer als vernünftige Stimme im Königsshaus zu hören – auf die auch nie gehört wird. Hmpf.
Kunti – Frau von Pandu und Mutter der Pandavas und Karna. Die typische, tolle Mutterfigur, treue Anhängerin von Krishna.
Drona und Kripa – zwei Kampflehrmeister der Pandavas und Kauravas, Kripa ist für normale Waffen zuständig, Drona für göttliche Waffen. Beides meistens recht vernünftige Figuren, kämpfen im Krieg auf Seiten der Kauravas, sind da aber nicht allzu glücklich darüber.
Die Pandavas
Yudhisthira - Sohn von Dharma, wär eigentlich lieber Asket als Krieger, ist aber ein gütiger, weiser König. Wenn er denn mal König sein darf. Ein sehr vernünftiger Charakter, der selten was falsch macht und wenn doch, bereut er es immer zutiefst.
Bhima - Sohn von Vayu (und damit Hanumans Bruder), ist übermenschlich stark, isst für fünf und denkt lieber erst nach, nachdem er zugeschlagen hat. Nervt ein bisserl mit seiner Proleten-Einstellung, kann aber auch ganz toll sein.
Arjuna - Sohn von Indra, Wiedergeburt des göttlichen Rishis Nara, meistens neben Krishna vorzufinden. Sinnvolle Mischung aus seinen älteren Brüdern, weil sowohl weise als auch im Kampf praktisch unbesiegbar, insbesondere mit Pfeil und Bogen. à„ußerst faszinierender Charakter.
Nakula und Sahadeva – Zwillinge. Fragt mich nicht, was die Beiden eigentlich hier machen, ich kann mich nicht erinnern, dass einer von ihnen mal was besonderes getan hätte…
Draupadi - Wunderschöne Panchala-Prinzessin, die von Arjuna als Braut gewonnen wird und wegen eines kleines Missverständnisses alle fünf Pandavas heiratet. Hat selten was zu sagen, wenn sie es aber tut wünscht man sich fast, sie würd wieder die Klappe halten – die Gute hat einiges an Blutvergießen zu verantworten.
Die Kauravas
Duryodhana - erster Sohn Dhritarastras, bei seiner Geburt haben schon böse Omen angekündigt, dass er den Untergang der Kurus bringen wird, und so kommts dann auch. Der Fiesling schlechthin, macht nur ganz selten was richtig – wobei man dann doch manchmal mit seinem Stumpfsinn Mitleid hat und seine Durchsetzungskraft bewundern muss (entgegen ALLEN anderen Meinungen einen Krieg anzapfen, den man nur verlieren kann, hat irgendwie was).
Dushashana - zweiter Sohn, versucht Draupadi auszuziehen und muss dafür bitter bezahlen.
98 andere Söhne – sterben systematisch im Krieg durch Bhimas Hand.
Karna - kein Sohn Dhritarastras sondern ein Sprössling von Kunti und Sonnengott Surya. Dummerweise weiß Karna das nicht, landet durch tragisches Schicksal auf der Seite der Bösen und muss schließlich gegen seine eigenen jüngeren Brüder kämpfen obwohl er der rechtmäßige Herrscher der Welt wäre. Armer Karna.
Gott
Krishna - Cousin der Pandavas und Kauravas, mit 16000 Frauen verheiratet, bester Freund von Arjuna und so ganz nebenbei das höchste Wesen, Gott, Schöpfer der Welt ect. Vishnu, falls euch das mehr sagt. Hat einen Plan, den ich leider nicht immer verstehe. Leuchtet blau. (ich frag mich grad, wie diejenigen Leute der Mahabharata, die nicht an Krishna als Gott glauben, dieses unnatürliche Blau erklären?)
Haupthandlung (stark gekürzt)
Die Nachkommen des Königshauses Hastinapura spalten sich in zwei Lager: die Söhne des ersten, verstorbenen Königs, die Pandavas, und die Söhne des zweiten Königs, die Kauravas. Der älsteste der Kauravas, Duryodhana, intrigiert gegen die Pandavas, so dass diese ins Exil flüchten. Als sie wiederkehren wird vorläufig das Königreich geteilt um einen Krieg zu vermeiden und die Kauravas und Pandavas leben kurze Zeit friedlich nebeneinander. Duryodhana ist das jedoch nicht genug und er fordert die Pandavas zum Würfelspiel heraus, in dem Yudhisthira sein Königreich, seine Brüder und seine Frau, Draupadi, verspielt. Nachdem die unschuldige Draupadi vor dem versammelten Königshaus gedemütigt wurde und die à„lteren den Pandavas ihr Besitztum zurückgeben, gibt es ein zweites Spiel, in dem Yudhisthira erneut verliert und die Pandavas deswegen für 13 Jahre ins Exil gehen müssen. Nach dieser Zeitspanne ist dann aber Rache angesagt – um ihr Königreich zurückzuerobern und die Beleidigungen der Kauravas zu rächen ziehen die Pandavas (plus Verbündete) gegen die Kauravas (plus Verbündete) in den Krieg. Dabei sterben fast alle der Soldaten und Helden, aber die Pandavas gehen zuletzt siegreich hervor und regieren die Welt noch ein paar Jahre bis sie schließlich die Erde verlassen und in den Himmel ziehen.
Nebenhandlungen und spirituelle Anweisungen
Wer sich jetzt wundert, wie man bei der Handlung 941 Seiten voll bekommt, der muss bedenken, dass neben dieser Haupthandlung noch jede Menge kleiner Einzelgeschichten ihren Platz finden, die mehr oder weniger mit der wirklichen Handlung zu tun haben (die völlig losgelösten Geschichten sind in meiner Fassung gleich gestrichen). Neben diesen vielen Geschichten gibt es auch noch jede Menge spiritueller Erläuterungen, die einem erklären, wie man tugendhaft lebt um schließlich in den Himmel zu kommen. Die sind vor allem dann recht sinnvoll, wenn man der Kaste der kshatriyas angehört, die Krieger und Herrscher – nachdem ich das aber nicht tue, setz ich die hier gelieferten Richtlinien mal lieber nicht um (bspw sollte man unbedingt im Kampf sterben, sollte das nicht möglich sein, geht notfalls auch ein Tod als Asket im Wald. Nein danke). Hervorzuheben ist da die Bhagavad-Gita, in der Krishna Arjuna kurz vor der großen Schlacht ganz systematisch erklärt, was richtig und was falsch ist und auf welchen Wegen man Erfüllung und Erleuchtung erlangen kann. Diese ganzen spirituellen Ausführungen sind zum Teil sehr interessant, zum Teil finden sich hier auch Ideen die es ähnlich im Christentum gibt, zum Teil muss ich aber doch nur verständnislos meinen Kopf schütteln und zum Teil hab ich auch das Gefühl, dass sich das ganze selbst widerspricht. Um das Ganze wirklich richtig verstehen zu können, fehlen mir da sicher auch grundlegende Kenntnisse des Hinduismus (ich muss jetzt wirklich mal nachschaun, wann man da widergeboren wird und wann man in den Himmel bzw die Hölle kommt…). Diese Leitfäden sind für den Leser aber insofern sehr wichtig, weil die Charaktere praktisch immer danach handeln, was sie als tugendhaft erachten (zumindest die Guten). Das schneidet sich oft mit dem, was man als verantwortungsethischer Leser in bestimmten Situationen tun würde, und verwirrt und frustriert damit desöfteren…
Krishna
Das Mahabharata ist ein Vaishnava-Text, erklärt uns das Nachwort, das bedeutet, dass der Text vor allem dazu da ist, das Verständis von und den Glauben an Krishna/Vishnu zu fördern und zu stärken. Und das merkt man auch deutlich, denn wenn immer es nur möglich ist und auch dann, wenns eigentlich nicht passt, werden Lobgesänge auf Krishna abgelassen und seiner allumfassende Macht gehuldigt. Das nervt manchmal ziemlich, weil man an manchen Stellen lieber weiter in der Handlung möchte als zum hundertsten Mal zu lesen, wie unglaublich toll doch Krishna ist, aber man kann nicht abstreiten, dass diese Figur einen faszinierenden Eindruck hinterlässt. Vieles seines großen Plans konnte ich nicht nachvollziehen und musste teilweise schon ziemlich kämpfen um seine Wege mit meinem Verstand und meinem Bild eines vernünftigen Gottes vereinbaren zu können – aber wer bin ich schon, dass ich göttliche Pläne verstehen könnte.
Mit dem Radha-Flöten-Flußufer-Krishna, den ich bisher als Krishna gekannt hab und der uns meistens in Filmen begegnet, hat dieser Mahabharata-Krishna aber eher wenig zu tun (abgesehen davon natürlich, dass es diesselbe Person ist).
Der Krieg
Der Krieg, bzw die eine große lange Schlacht, nimmt einen recht großen Teil des Buches ein, groß genug um ihm einen eignen Abschnitt zu widmen. Wer kämpft alles? Auf Seiten der Kurus haben wir 11 Akshauhinis (Armeeeinheiten bestehend aus Elfanten, Streitwagen, Reitern und Infanterie), die Pandavas führen 7 Akshauhinis ins Feld. Ich hab mal zusammengerechnet wie viele Soldaten damit kämpfen, das wären fast 4 Millionen. Als Vergleich mal eine Schlacht bei der ich denke, dass die meisten hier die filmische Umsetzung kennen: die große Schlacht auf dem Pelennor vor Minas Tirith aus Lord of the Rings. Mal angenommen, Peter Jackson hat sich im Film halbwegs an die Buchvorlagen gehalten, dann sehen wir dort 11 250 Mann auf Seiten von Gondor gegen 45 000 Orks auf Seiten von Mordor. Epische Verhältnisse im Herrn der Ringe, in der Mahabharata-Welt ist das ein Klacks, die paar Gondorianer macht Bhima in ein paar Stunden platt.
Und platt gemacht werden sie auch alle, es ist schon beeindruckend, wie konsequent hier alle Kämpfer getötet werden und am Schluss von den 4 Millionen nur noch 8 (in Worten: acht) leben (und einige geflohen sind). Heftig.
Beherrscht wird das ganze von der Tatsache, dass sich hier eine Familie bekriegt, hier müssen Neffen, Cousins, Großväter, Urenkel und schließlich auch ein Bruder ermordet werden. Das ist generell schon sehr tragisch, wenn man bedenkt, dass die Familie und Verwandschaft in Indien noch einen höheren Stellenwert hat als bei uns, ist das noch viel schwerwiegender. Aus dieser ganzen Tragik hätte man vermutlich noch viel mehr machen können als hier gemacht wurde, in den Händen eines guten Bollywoodregisseurs wär das ein Stoff für 3 Stunden Dauerheulen.
Interessant auch, wie gekämpft wird. Ich bin aus den meisten anderen Filmen und Büchern in denen Schlachten dargestellt werden, Waffen wie Schwerter und evenutell Speere als Zweikampfwaffen gewöhnt. Schwerter findet man im Mahabharata praktisch keine (ein paar werden mal als Wurfgeschosse zweckentfremdet), Speere werden auch nur selten eingesetzt – Hauptkampfwaffe (auch im Zweifkampf) sind Pfeil und Bogen und Streitkolben. Zweikampf Streitkolben ist ja kein Problem, Zweikampf Pfeil und Bogen ist aber doch recht interessant. Und weil die so oft eingesetzt werden, lernt man auch ganz neue Sachen kennen, die man damit machen kann. Beispielsweise andere Waffen zertrümmern (sogar, wenn “andere Waffen” von Göttern geschmissene Berge sind), Regen durch ein Pfeilhageldach abschirmen, und natürlich Köpfe oder Arme abtrennen.
Wichtige Geschichten des Mahabharata
Im BollyWhat?-Forum wurde anlässlich der Verfilmungsgerüchte darüber diskutiert, welche Geschichten des Mahabharata im indischen Gedankengut fest verwurzelt sind und welche Einzelgeschichten normalerweise die meisten Inder kennen (auch ohne das Teil mal gelesen zu haben). Wer sich diese Listen mal ansehen möchte, bitte hier entlang. Wenn euch da die ein oder andere Begebenheit interessiert und ihr da mehr drüber wissen wollt, kann ich das gern für euch kurz nacherzählen und Fragen beantworten (soweit ich darüber Bescheid weiß versteht sich, ich bin ja alles andere als ein Mahabharata-Experte *g*)
Zwischenberichte zum Nachlesen
Für meine einzelnen Leseabschnitte hab ich ja Zwischenberichte verfasst, die allerdings ein bisserl…konfus sind. Allerdings bin ich da natürlich auf die Geschichten und auftauchenden Ideen näher eingegangen als hier, wer also nachlesen will, bitte (in Klammer dahinter immer die behandelten Seitenzahlen und bis zu welchem Ereignis es ungefähr geht):
Nummer 1 (19-100, Jugendjahre der Pandavas, bis kurz vor der Hochzeit mit Draupadi)
Nummer 2 (101-211, geteiltes Königreich bis zum Würfelspiel)
Nummer 3 (212-376, die 13 Exiljahre)
Nummer 4 (377-509, Diplomatieversuche und Vorbereitung zur Schlacht)
Nummer 5 (513-784, Krieg bis zu Karnas Tod)
Nummer 6 (785-923, Ende des Kriegs bis zum Tod Krishnas und der Pandavas)
Wörter, die ich die nächsten Wochen nicht mehr lesen will:
Manche Wörter kommen einfach deutlich zu oft vor, so dass man bloß noch auffstöhnt wenn es einem schon wieder entgegenhoppst. Spitzenreiter:
arrow - die gesamten Waldbestände der Erde würden nicht für die ganzen Pfeile ausreichen, die hier verschossen werden…arrow begegenet einem sogar an den unerwartetsten Orten, Beispiel “arrow-shaped ears”
bow - erklärt sich von selbst.
razor-headed shafts - jeder dritte der oben genannten Pfeile ist rasiermesserscharf…
celestial - alles ist irgendwie göttlich…
virtue/virtuous – der Erzähler wird wirklich nie müde die Tugendhaftigkeit der Helden zu erwähnen.
prowess - siehe oben. Mei, sind unsere Helden alle toll!
destiny – besonders “all-powerfull destiny”. Ich kann nicht mehr…
thousand – normale Zähleinheit des Mahabharata, alles passiert immer in Tausendermengen. Wenns mehr sind, sinds halt “tens of thousands”
sehr häufig gelesen, aber immer wieder gern gesehen: “Fie on [duty of kshatriyas, diverse Personen, ect...]” Das klingt einfach schön *g*
Tränen
Falls sich noch einmal jemand über heulende Männer in Bollywoodfilmen beschweren sollte, bitte bedenken: das haben schon die Mahabharata-Helden so gemacht, die weinen im Durchschnitt mehr als Rani in KANK. Ok, gut, die haben auch allen Grund zu weinen, bei dem Tempo bei dem ihre Verwandtschaft sich in der zweiten Hälfte verringert und wegen so Lappalien wie unerfüllter Liebe würden die wohl kaum in Tränen ausbrechen – aber trotzdem. Besonders nett diese Formulierung, als die übriggebliebenen Helden der Kauravas den sterbenden Duryodhana im Wald finden: “All three men cried and rolled on the ground”. Hmja. Seid also lieber alle froh, dass unsere Filmhelden sich nicht auch noch am Boden wälzen…
(wer unter diesem Unterpunkt Auskunft darüber erwartet hat, ob ICH Tränen vergossen hab, bitte sehr: vielleicht ein oder zwei bei Abhimanyus Tod, plus ein Kloß im Hald bei Karnas Ende)
Ausblick
An weiteren Artikeln/Reviews zum Thema Mahabharata folgen die nächste Zeit:
- ein paar allgemeine Gedanken zum Thema Mahabharata-Verfilmungen
- eine Kalyug-Review
- eine Review der Mahabharata-Verfilmung von Peter Brook (kommt vorraussichtlich nächstes Wochenende, falls die DVD endlich mal kommen würde)
- eine Besprechung von Shashi Tharoors “The Great Indian Novel”, eine Mahabharata-”Nacherzählung” besetzt mit den historischen Figuren des indischen Freiheitskampfes (bisher richtig toll!) (kommt frühestens übernächstes WE oder noch später)
- eine Review der Mahabharata-Verfilmung von 1965 (kann noch eine Weile dauern, kommt auf meine Bestellplanung an)
Andere Artikel zum Thema:
Tags: Mahabharata

23. November 2006 um 17:59
hab mir erlaubt im bollywiki auf diesen artikel zu verlinken
23. November 2006 um 18:16
Es sei dir genehmigt
Ich bin übrigens schon wieder über einen neuen Mahabharata-Film gestolpert, Hum Paanch, 1980. Philip hat auch dazu eine Review:
http://www.uiowa.edu/~incinema/humpanch.html
Da ist die Cast nicht ganz so schick wie in Kalyug, aber vielleicht leg schreib ich den auch mal provisorisch auf die Einkaufsliste.
(dieses Mahabharata-Projekt wird immer teurer…)
19. December 2006 um 17:54
Na ja, viel hast du vom Mahabharata nicht verstanden
19. December 2006 um 18:54
Nun, vom spirituellen und religiösen hab ich sicher nur wenig verstanden, ja, da fehlt mir das nötige Hintergrundwissen. Aber ich hab das Mahabharata nicht gelesen um mich da erleuchten zu lassen oder um mehr über Hinduismus zu erfahren, sondern wegen der Geschichte – und da würd ich behaupten, hab ich schon das meiste verstanden.
18. January 2007 um 16:30
Sag mal, hab ich mir das eingebildet oder hattest du nicht irgendwo mal einen schönen Mahabharata-Stammbaum gepostet? Den fänd ich jetzt ganz praktisch, ich habe nämlich jetzt angefangen die Mahabharata-Version, die Bastet gelesen hat, zu lesen (hab ca. 1/3 hinter mir, bin also beim Brandanschlag). Also sollte ich mir diesen mysteriösen Stammbaum nicht ausgedacht haben, wäre ich für den Link sehr dankbar *gg*
18. January 2007 um 17:24
Ich hab keinen Stammbaum gepostet gehabt, aber Marco hat das hier in den Kommentaren mal getan:
http://www.geocities.com/harindranath_a/maha/puru_vamsha.JPG
Allerdings ist dieser Stammbaum..ähh…leicht verwirrend und kompliziert. Wird dir wohl eher keine Hilfe sein fürchte ich…
Aber schön zu lesen, dass du dich jetzt auch ans Mahabharata wagst! Bin schon gespannt, was du so davon hältst..
18. January 2007 um 20:49
Hm, der ist wirklich nicht sehr hilfreich. Also hab ich mir das echt ausgedacht – naja was solls *g*
Die Version von Otto Abt ist zwar so kinderleicht geschrieben, dass einen die Namen gar nicht verwirren, aber so eine Übersicht wär natürlich trotzdem praktisch gewesen. Ich mag das Buch übrigens bis jetzt ziemlich, was
vor allem am bereits erwähnten Schreibstil liegen dürfte. Es geht so wahrscheinlich auch sehr viel an Handlung verloren – aber damit kann ich leben, durch den dicken Brocken, den du gelesen hast, hätte ich mich sicher nicht durchgekämpft…
18. January 2007 um 21:07
Ich hab dir übrigens vorhin zu dem Thema noch eine mail geschrieben
Das, was bei deiner Fassung an Handlung verlorengeht ist wahrscheinlich zu großen Teilen auch nicht allzu wichtig. Ich denke, der Haupthandlungsstrang wird da ausreichend wiedergegeben und die vielen Nebenhandlungen und spirituellen Exkurse muss man ja nicht unbedingt lesen wenn man sich nicht so sehr mit dem Stoff auseinandersetzen will…
16. December 2007 um 13:24
ich hab dir übrugens vorhin zu dem thema noch eine e- mail geschrieben
. das,was bei einer deiner fassung an handlung verlorengeht ist wahrscheinlich zu großen teilen auch nicht allzu wichtig. ich denke,der hauthandlungsstrang wir da,……