Filmkritik: YAADON KI BAARAAT (7/10)
12. May 2007
Von diesem Film kennt wohl jeder Leser hier mindestens zwei Ausschnitte (vom Titelsong und Chura Liya Hai), das ist der hübsche Film, der bei Swades während der Filmvorführung im Dorf gezeigt wird, und der von vielen Bollywoodfans des modernen Kinos nur auf “der Film mit dem kleinen Aamir Khan” reduziert wird. Wobei man schon sagen muss, dass Aamirs erster Leinwandauftritt dank offenem Hosenlatz nicht wirklich rühmlich ist – aber süß isser ja schon.
Regisseur: Nasir Hussain
Musik: R.D. Burman
Darsteller: Dharmendra, Zeenat Aman, Vijay Arora, Tariq, Ajit, Shetty, Neetu Singh, Aamir Khan
Crew: Salim-Javed (screenplay), Shanti Das (art direction), Shetty (fight composer)
Erscheinungsjahr: 1973
STORY
Die drei Brüder Shankar, Vijay und Ratan leben glücklich mit ihren Eltern – bis ihr Vater einen Mörder, Shakaal, auf der Flucht sieht und Shakaal deswegen ihn und seine Frau umbringen, damit er nicht identifiziert werden kann. Die drei Kinder könne fliehen, werden dabei jedoch getrennt. Aus Shankar (Dharmendra) wird ein depressiver Gauner, der nur Rache an den Mördern seiner Eltern im Sinn hat, Vijay (Vijay Arora) wird von einem Hausverwalter aufgezogen und verliebt sich in die reiche Sunita (Zeenat Aman) und Ratan (Tariq) wird zum erfolgreichen Musiker, der regelmäßig bei seinen Auftritten ein Lied singt, mit dem er seine Brüder zu finden hofft…
REVIEW
Wenn sich Nasir Hussain, der Regisseur, der 1957 Shammis Starimage entworfen hat und Autor von Teesri Manzil war, und die Drehbuchgenies Salim-Javed für ein episches Lost-and-Found-Drama zusammentun,
erwartet man eigentlich einen wirklich großen Film. Yaadon Ki Baaraat kann diese Erwartungen allerdings nicht komplett erfüllen. Wegen einigen Längen, unglücklichem Aufbau und einem etwas zu chaotischen Finale schafft der Film es nur knapp auf 7 Punkte – hauptsächlich wegen den genialen Songs von R.D. Burman.
Nasir Hussain schafft es nicht, die Handlungsstränge um die drei Brüder ausgeglichen in seinem Film unterzubringen, wodurch starke Ungleichgewichte entstehen. Nachdem kurz etabliert wird, wo sich die drei Brüder heute befinden, verweilt Hussain eine dreiviertelstunde bei Vijay und verliert die beiden anderen Brüder völlig aus dem Blick – um dann die zweite Filmhälfte hauptsächlich Shankar und der Rachestory zu widmen, obwohl wir eigentlich auch gern wissen würden, was aus Vijay und Sunita geworden ist. Natürlich, es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Film die erste Hälfte über eine Liebesgeschichte behandelt um dann nach der Intermission ernster zu werden, aber wenn man die Geschichte von drei Brüdern erzählt, sollte man das doch eher parallel machen.
Wer jetzt mitgedacht hat, dem sollte was aufgefallen sein: wenn die zweite Hälfte dem ältesten Bruder gehört, und die erste Hälfte dem mittleren – wo
bleibt denn dann der jüngste der drei? Tja, der wird tatsächlich ziemlich vergessen.
Es ist eine Schande, dass Ratan praktisch überhaupt keine Story bekommt sondern nur zu Liedeinsätzen im Film auftauchen darf. Ein gescheiter Lost-and-Found-Film sollte schon wirklich alle zerstreuten Kindern in etwa gleichwertig aufbauen und ihnen ausreichend Screentime liefern, damit man auch alle Familienmitglieder gern hat und sich freut, wenn sie wieder zusammenfinden. Noch dazu ist Ratan eine äußerst schicke Figur – in dessen herrliche Aufgedrehtheit verliebt man sich schon bei seinem ersten Auftreten auf der Bühne, es wäre wirklich interessant zu wissen wie und warum er Musikstar geworden ist und er ist der Einzige, der aktiv nach seinen Brüdern sucht. Ich war wirklich sehr enttäuscht, dass er kaum Szenen abseits der Songbühne bekommt… Naja, man kann sich ja eine dramatische Liebesgeschichte mit Neetu Singh hinzudenken, die einen Itemsong absolviert und die man in einer kurzen Szene mit Ratan Händchenhalten sieht *g*
Die Schauspieler sind ordentlich, wenn auch nicht mit überragenden Leistungen. Dharmendra ist mit seiner ständigen miesepetrigen Miene auf Dauer etwas nervig, dafür ist es dann umso schöner wenn er doch mal befreit lächeln darf, das verleiht den betreffenden Szenen gleich deutlich mehr Kraft. Zeenat Aman wird kaum gefordert, ist aber trotzdem wie immer bezaubernd und sexy und wertet den Film im Alleingang gehörig auf. Vijay Arora, der ansch
einend nie zum großen Star wurde, spielt zwar nicht unbedingt großartig, ist aber prinzipiell ganz schnuffig und durchaus in der Lage unsere Sympathien zu mobilisieren. Tariq ist sowieso mein persönlicher Held. Und Ajit gibt auch einen soliden Bösewicht ab.
Das klingt jetzt alles ein bisschen negativ, aber keine Sorge, der Film schafft es schon ganz gut zu unterhalten. YKB bietet viele, viele liebenswerte Details: psychedelische Klamotten hoch drei, die witzigen Exekutionsmethoden der Bösewichter, noch mehr geile Klamotten, Lieblingshandlanger Shetty, Riesenbrillen, die sogar diejenigen von Bobby toppen, Hemd-Krawatten-Kombis, die Don neidisch machen würden, klassische Gitarrenkoffer-Maschinengewehr-Aktionen, ein weißer VW-Bus als Einsatzfahrzeug der Bösewichte (jetzt ehrlich, wie soll ich sie damit eigentlich ernst nehmen?) und jede Menge mehr Kleinigkeiten, über die man sich freuen kann.
Und der Familiensong, der die Brüder verbindet, ist eine wirklich tolle Idee, die für eine herzzerreißende Zusammenführungsszene sorgt.
Yaadon Ki Baaraat ist ein unterhaltsamer Spaß für zwischendurch mit nettem 70er-Feeling und großartiger Musik. Wer Lost-and-Found-Filme mag, wird auch bei diesem Film hier sicherlich auf seine Kosten kommen – wobei die Verantwortlichen es eigentlich noch besser können.
MUSIK
Ich habs jetzt schon mehrfach erwähnt: R.D. Burman hat für Yaadon Ki Baaraat einen wirklich einmaligen Soundtrack geschrieben, mit unsterblichen Songklassikern, die man noch tagelang nach dem Film vor sich hersummt.
Yaadon Ki Baaraat 1 – gleich nach dem Vorspann wird der Familiensong eingeführt, gesungen von der liebenden Mama und den drei Kindern – der jüngste davon unser lieber Aamir Khan. Im Laufe des Films bekommt dieser Song immer mehr emotionalen Symbolcharakter, aber auch für sich genommen ist es ein sehr schön
es, melodiöses Stück
Aap Ke Kamre – Whee! Auftritt Tariq mit seiner klasse Band und mit Unterstützung von Vijay und Zeenat. Hübscher, unterhaltsamer Song und spätestens wenn Zeenat uns “Dum Maro Dum” vorsingt, ist man eh nur noch am grinsen *g*
Chura Liya Hai – Hach. Vielleicht einer der schönsten Burman-Songs überhaupt. Asha Bhosle singt umwerfend, Zeenat sieht mal wieder göttlich aus und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich irgendwer der Magie dieses Songs entziehen kann…
Oh meri Soni – und noch ein Liebeslied für Vijay und Zeenat, hübsch und unterhaltsam. Der Song schafft es sogar, den “I looove you”-Refrain nicht lächerlich klingen zu lassen. Schicker Song…
Lekar Hum Deewana Dil – Tariq geht völlig ab, Neetu Singh tanzt sich die Seele aus dem Leib und schüttelt ihre Haare wild über die Bühne und der Song geht schnell ins Ohr. Schöner Spaßsong um den Dharmendra-Teil des Plots etwas aufzulockern
Yaadon Ki Baaraat 2 – Hach. Schnüff. Dramatik pur. Und sooo schön. Schicker kann man Brüder nicht zusammenführen, oder?
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Tags: Aamir Khan, Dharmendra, Lost and Found, Nasir Husain, R.D. Burman, Zeenat Aman

13. May 2007 um 18:52
aamir kam ja sooooowas von unerwahrtet in swades
15. November 2007 um 19:25
Wo kann ich diesen Film in deutscher Sprache günstig kaufen?
17. March 2008 um 20:34
Hallo Leute,
ich suche diesen Film seit über 20 Jahren. Kann ich den irgendwo
kaufen?
17. March 2008 um 21:08
Ja, den kann man kaufen, natürlich nur in Hindi mit englischen Untertiteln. Mit Kreditkarte zum Beispiel hier:
http://store.nehaflix.com/yaadkibardvd.html
http://66.223.111.68/datacart/products/template_dvd.asp?ProductType=dvd&Rental=Sale&Detail=Detail&ProductId=3500
Ohne Kreditkarte auch hier:
http://bollydvd.net/newprdtls.asp?prid=1433&langid=0
16. April 2008 um 14:44
Den Film kann auch auf der deutschen bzw. englischen Seite von “Amazon” kaufen!
01. June 2008 um 10:02
ich habe das film .miki suchst in http://www.mininova.ro ta kanst heruntaladen