Filmkritik: KHAMOSHI – The Musical (9/10)
2. June 2007
9 Punkte – wenig überraschend, wenn man auf den Regisseur schaut. Sanjay Leela Bhansali hat bei mir noch mit jedem seiner Filme 9 Punkte bekommen, und das soll sich mit seinem Debüt auch nicht ändern. Das macht Bhansali wohl zum bestbewertetsten Regisseur hier – ich sollte vielleicht seinem nächsten Film Saawariya etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.
Das schönste dabei: Khamoshi gibt´s bei jaman zum kostenlosen downloaden. Jetzt aber sofort los und den anschaun!
Regisseur: Sanjay Leela Bhansali
Musik: Jatin-Lalit
Darsteller: Manisha Koirala, Nana Patekar, Salman Khan, Seema Biswas, Helen
Crew: Anil Mehta (cinematography), Nitin Desai (art direction)
Erscheinungsjahr: 1996
STORY
Das taubstumme Ehepaar Joseph (Nana Patekar) und Flavy (Seema Biswas) bekommt eine Tochter, Annie. Von ihrer Großmutter Maria (Helen) lernt Annie die Magie und Kraft von Musik – doch als Maria und kurz darauf Annies kleiner Bruder Sam sterben, wird es im Haus still. Jahre später ist Annie (Manisha Koirala) eine aufopferungsvolle Frau geworden, die sich ihr ganzes Leben um ihre Eltern kümmert und ihre Stimme ist. Bis sie eines Tages den Komponisten Raj (Salman Khan) kennen lernt und mit der Liebe zu ihm auch die Liebe zur Musik zurückkehrt. Aber kann Annie Raj mit der Welt ihrer Eltern vereinen?
REVIEW
Nachdem Sanjay Leela Bhansali als Songregisseur bei den gefeierten Vidhu-Vinod-Chopra-Filmen Parinda und 1942: A Love Story Erfahrungen gesammelt hat, machte er sich 1996 an seinen Debütfilm. Über ein Thema, das ihn auch später wieder in Black beschäftigen wird: das Leben von taubstummen Menschen. So wie Black von Miracle Worker inspiriert wurde, zeigt Khamoshi Parallelen zu Jenseits der Stille – wobei man hier
ganz sicher nicht von einem Remake sprechen darf, schließlich kam Jenseits der Stille erst 6 Monate nach Khamoshi in die Kinos. Woher auch immer Bhansali seine Inspiration her hat, er verwandelt seine Geschichte in einen umwerfenden und vor allem sehr rührenden Film.
Schon bei seinem ersten Film ist eigentlich alles da, was seine späteren Filme ebenfalls so faszinierend macht. Die Kameraarbeit von Anil Mehta fasziniert mit schön gewählten Einstellungen und präsentiert den Schauplatz Goa wunderschön, aber gleichzeitig realistisch und in warme Sepiatöne getränkt. Die Ausstattung ist natürlich nicht annähernd so wuchtig wie in Hum Dil De Chuke Sanam oder Devdas, darf sie bei so einem Film natürlich nicht sein, aber sie lässt diese Welt greifbar werden. Leider hatte Bhansali damals Ismail Darbar noch nicht im Boot, die Musik hat also noch nicht die späteren Höhen erreicht. Aber das wichtigste ist vorhanden: sein Gespür für bewegende Szenen.
Sanjay Leela Bhansali schafft es wie kaum ein anderer mich während eines Films konstant zum heulen zu bringen. Ob bei traurigen Szenen, bei fröhlichen Szenen, bei Songs – bei mir fließen die Tränen in Strömen und alle halbe Stunde muss ich Taschentuchnachschub holen. Bei Bhansali sind es immer weniger die großen Tragödien die bewegen, sondern
kleine Momente, Gesten, Blicke, die wirklich zu Herzen gehen.
Damit solche bewegenden kleinen Momente funktionieren, braucht man auch gute Schauspieler, die große Emotionen mit kleinen Gesten rüber bringen können und die dabei auch Taubstummheit realistisch und unkitschig darstellen können. Mit Nana Patekar, Seema Biswas und Manisha Koirala hat Bhansali da aber auch eine hervorragende Cast, gerade Patekar und Biswas spielen großartig. Manisha kann äußerst gut ihre Schönheit mit unverkrampfter Natürlichkeit kombinieren und ist sowohl niedlich als auch sehr kraftvoll und überzeugend in den Szenen, in denen sie auch mal schreien darf – die Momente, in denen ihre ganze Frustration aus ihr herausbricht schlagen wirklich ein. Helen ergänzt die Familie mit einer strahlenden Performance, ihre Maria ist eine starke Frau, die trotz Schicksalsschlägen ihre Lebensfreude bewahrt hat – und diese auch auf den Zuschauer überträgt.
In diese Welt bricht Salman Khan tatsächlich ein wenig wie ein Fremdkörper hinein, wie es ja auch sein Charakter in Annies Leben tut. Ich hätt wohl einen anderen Schauspieler gecastet, Salman irritiert mich immer irgendwie, und er spielt hier den selben schelmischen Typen wie immer, was nicht so ganz zum Stil des Films passen mag. Doch Bhansali gelingt es trotzdem leicht, ihn gut in den Film zu integrieren, er soll ja eben auch einen Kontrast zu Annies Eltern bieten.
Die Rückblendenstruktur ist nicht wirklich von Vorteil, zwar ermöglicht dies, dass Annie die Geschichte als Erzähler begleiten kann, allerdings verrät die Rahmenhandlung aber auch irgendwie mit den ersten Szenen das Ende des Films und wie sich alles entwickeln wird. Letztlich hat das zwar wenig
Einfluss, da die dramatischen Szenen auch so einschlagen, doch geschadet hätte es ja auch nicht, wenn man sich beim Verlauf der Dinge nicht soo sicher sein hätte können.
Bhansali macht hier ein schweres Thema mit Songs, rührenden Szenen und einer süßen Romanze Bollywoodtauglich – und obwohl so was gut schief gehen könnte, wird daraus unter Bhansalis Hand ein bezaubernder Film. Wer Black mochte, wird auch Khamoshi lieben (und diverse Parallelen der Filme, wie bspw die große Rede, die in beiden Filmen am Schluss in einer Kirche gehalten wird, stören auch wirklich nicht).
MUSIK
Für einen Film, der “Musical” im Titel trägt und von der Magie der Musik handelt, ist der Soundtrack eigentlich fast eine Enttäuschung. Zwar ist sicher keines der Lieder von Jatin-Lalit schlecht, und sie fügen sich auch alle ganz gut in den Film ein und gefallen dort, aber keine der Melodien bleibt wirklich hängen und nach dem Film kann man keinen der Songs nachsummen…
Huiyo Ho – der Film steigt gleich ein mit einem Song, kein wirklich begeisterndes Stück dessen Melodie man sich merken würde, aber wie Annies Eltern dazu tanzen und die Lebensfreude die sie versprühen bezaubert
Mausam Ki Sargam Ko – hübsches, melodiöses Lied, das Maria mit Annie singt. Helen ist herrlich und die glücklichen Bilder der Familie bringen einen zum Läch
eln
Gahte The Pehle Akele – schmissiger, groß choreographierter Song darüber, wie das verkaufte Piano jetzt die ganze Welt zum singen bringt. Irgendwie magisch und definitiv Spaß-machend, außerdem ist Helen erneut klasse und darf jetzt auch tanzen!
Aankhon Mein Kya – etwas überflüssiger Quasi-Einführungssong für Salman, in dem er das erste Mal Annie sieht. Nicht soo der Hit, aber die Goa-Karneval-Szenerie gefällt natürlich schon
Jana Suno Hum Tum Pe Marte Hai – sympathisches, fröhliches Liebeslied mit hübscher Melodie und zwei niedlichen Stars
Yeh Dil Sun Raha Hai – aufwändiges Studio-Lied, das vor allem auch wegen den Reaktionen von Annies Eltern zu Herzen geht. Und Kavita Krishnamurthy lässt keinen Zweifel daran, dass diese Stimme fasziniert
Aaj Main Upar – herzallerliebstes Stück, das Annie daheim im Nachthemd singt und sich einfach freut. Der Song verbreitet automatisch gute Lauen, Manisha ist herrlich niedlich – sicher eins der Highlights des Soundtracks
Bahon Ke Darmiyan – langsames Liebeslied, musikalisch etwas unspektakulär, aber dafür mit schönen Bildern
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Tags: Jatin-Lalit, Manisha Koirala, Nana Patekar, Salman Khan, Sanjay Leela Bhansali


02. June 2007 um 18:03
Argh… bei Jaman kostet der aber immer noch regulär 5 $, da steht nichts von kostenlos downloaden. Hats du noch den Link dahin?
02. June 2007 um 18:08
Du kannst ihn leihen, das ist kostenlos – damit kannst du ihn dir 7 Tage ansehen, so oft du willst. Und nach Ablauf der Frist kannst du problemlos nochmals ausleihen. Man hat den Film damit zwar nie wirklich fest, und du kannst ihn auch nicht auf DVD brennen und auf dem TV ansehen, sondern nur in dem Jaman-Player – aber zum ansehen reicht das.
02. June 2007 um 18:14
Danke erstmal dafür, aber ich glaube ich bin zu blöd dafür: Da steht doch RENT für 1,99 $ und Buy für 4,99 $. Oder muss ich mich erst registrieren lassen?
Edit: Okay, ich habs gecheckt, ich muss den Player downloaden
02. June 2007 um 18:16
Geht das eigentlich mit allen so?
02. June 2007 um 18:20
Hm, normalerweise müsste da aber auch ohne Player Free Rental dort stehen…
Ich hab grad nochmal nachgeschaut: sie haben anscheinend Khamoshi nicht mehr kostenlos, seltsam, am Mittwoch gings noch.
Ist aber halb so tragisch, man bekommt nämlich beim registrieren 3 Leih-Tickets mit denen man eben drei Filme frei leihen kann, man kann Khamoshi also doch noch kostenlos anschaun – aber eben leider bloß dreimal…
02. June 2007 um 18:21
okay, danke. So lange dass da beim registrieren kostenlos ist
02. June 2007 um 18:50
[...] Male reviewen, konnte mich allerdings nie dazu aufraffen. Jetzt muss ich das auch nicht mehr. Maria hat es inzwischen getan. [...]
02. June 2007 um 20:58
Oh Mann, es ist offensichtlich tatsächlich ewig her, dass ich Khamoshi zuletzt gesehen habe. Jedenfalls vor meiner ersten Helen-Nummer. Jetzt musste ich da doch glatt noch mal reingucken, nur um mich zu überzeugen, dass die Großmutter wirklich Helen sein kann. Und sie kann! Wow, so cool. Der Tanz zu dem Piano-Song macht drei, vier, fünfmal soviel Spaß, wenn man dabei die alte Helen vor Augen hat und sich vorstellt, wie viel Spaß sie dran gehabt haben muss, sich noch mal so richtig auszutoben.
02. June 2007 um 21:03
Ich will den Film auch sehen. Mein DSL ist so lahm…
02. June 2007 um 21:58
@eva-e: Ja, Helen ist schon wirklich sehr bezaubernd – sicher eine der sympathischsten Filmgroßmütter die ich kenn. So voller Schwung! Das haben wir übrigens Salman zu verdanken, der seine Stiefmutter da zu diesem Auftritt überredet hat – schade, das Helen heute eher selten auf der Leinwand zu sehen ist…
@mike: Das liegt weniger an deinem DSL als an den Serverkapazitäten von Jaman. Bei mir läd er recht konstant mit 67 KB/sec runter, mein DSL könnte aber deutlich mehr schaffen. Tat es früher auch, da konnte man noch mit 200 KB/sec runterladen, aber anscheinend haben sie inzwischen deutlich mehr Nutzer, da dauert es nun länger… Da muss man eben früh planen, wann man welche Filme sehen will *g*
02. June 2007 um 22:10
Er lädt seit Stunden
*Einschlaf* Dann kann ich ja morgen früh anfangen zu gucken.
02. June 2007 um 22:14
Wenn du erst abends zum downloaden angefangen hast, kannst du den Film heute wirklich vergessen *g* Bei einem langen Bollywoodfilm kann das bis zu 10 Stunden dauern!
Aber für so einen schicken Service wie Jaman nehm ich solche Probleme gern in Kauf..
03. June 2007 um 08:43
Danke für die Zeitangabe
Na ja, dann muss er ja bald fertig sein…
03. June 2007 um 10:20
Du hast doch sowieso im Library-Bereich des Players eine Zeitangabe, wie lang der Download noch dauert – da weißt du es dann genau wann du endlich zu deinem Film kommst
03. June 2007 um 21:52
Hallo
Ich habe gerade gelesen das man den Film gucken kann. aber wo bekomme ich den Player und wie geht es, da ich schon über 90 Bollywood filme gesehn habe ,muss ich den einfach sehn.
Danke im vorraus
Gaby
03. June 2007 um 21:57
Das geht bei jaman: http://jaman.com/
Da musst du dich anmelden und den Jaman Player herunterladen, und da solltest du dann eh zurecht finden. Wenn du dazu noch fragen hast, kannst du dich gern wieder melden
04. June 2007 um 20:29
HERLLO
08. June 2007 um 15:16
spielt der film in assam?
10. June 2007 um 16:34
Nein, der Film spielt in Goa.
11. June 2007 um 01:13
Goa? Is dann die Musik dem Ortsnamen entsprechend? o_0
11. June 2007 um 16:57
Nein, Georg, und es kommen auch keine bekifften Hippies vor. Goa kann auch ganz harmlos sein
05. September 2007 um 22:36
[...] Mariakaefer (9/10) – zur Review [...]
17. September 2007 um 15:57
ist der film auf deuetsch oder englisch?
17. September 2007 um 17:37
Weder noch, Khamoshi gibts bisher nur auf Hindi und mit englischen Untertiteln. Ein deutscher Release ist meines Wissens nach nicht geplant.