Filmkritik: AAP KI KASAM (6/10)

4. January 2008

aapkikasam-cover.jpgDVDdhamaka hat sich nach knapp 3 Monaten doch dazu herabgelassen meine bestellten DVDs zu schicken – allerdings weiß ich nach so einer langen Wartezeit gar nicht mehr so recht, warum ich Aap Ki Kasam überhaupt gekauft hab. Wird wohl wegen der Kombination Rajesh Khanna, Mumtaz und Sanjeev Kumar gewesen sein.
Die Shemaroo-DVD hat typische Shemaroo-Qualität mit ganz ordentlichen Farben, aber ein paar Bildstörungen.

Regisseur: J. Om Prakash
Musik: R.D. Burman
Darsteller: Rajesh Khanna, Mumtaz, Sanjeev Kumar, Rehman
Crew: Sudhendu Roy (art direction)
Erscheinungsjahr
: 1974

STORY
Kamal (Rajesh Khanna) und Sunita (Mumtaz) treffen sich im College, verlieben sich und heiraten mit Segen ihrer Eltern. Kamal bekommt einen Job in der Firma seines Freundes Mohan (Sanjeev Kumar) und zieht in das Haus neben ihm ein. Alles könnte so perfekt sein – doch Kamal fehlt das Vertrauen in seine Frau. Als Sunita und Mohan sich anfreunden, beginnt Kamal an eine Affäre der beiden zu glauben…

REVIEW
J. Om Prakash dürfte sich mit seinem Schwiegersohn ziemlich gut verstehen, die beiden sind eindeutig auf einer Wellenlänge: während Prakash fast nur Filme dreht deren Titel mit “A” beginnen, hat sein Schwiegersohn eine fast noch stärkere Fixierung auf “K” – Rakesh Roshan. Was naaapkikasam-streit.jpgtürlich verhindert, dass die beiden je zusammen arbeiten können, aber vielleicht ist das auch besser so.

Der Auftakt des Films während dem sich Kamal und Sunita verlieben ist niedlich und charmant, aber ein wenig belanglos. Mit dem Auftreten Sanjeev Kumars kommt langsam das Drama in den Film – doch da holpert es ein wenig. Die Motivationen der Figuren sind manchmal ein wenig vage, die Gründe und Auslöser einiger Probleme zu schwach: Sunita und Mohan singen ein Lied zusammen und deswegen platzt Kamal fast vor Eifersucht? Nicht unbedingt nachvollziehbar, vor allem weil es davor keine Hinweise gegeben hätte, dass Kamal übermäßig eifersüchtig veranlagt wäre. Und ab da baut sich dann die ganze Tragödie auf, mit jeder Menge dummer, unglücklicher Zufälle und Situationen, die man leicht hätte lösen können wenn die Figuren nur miteinander reden würden. Das kennen wir ja aus Bollywood-Dramen.
Aber ich muss zugeben, dass mich der Handlungsverlauf mit seiner Konsequenz durchaus überrascht hat. So einige Male hab ich da bei Szenen erst gedacht, dass das jetzt gar nicht stimmt, sondern irgendwer dahinphantasiert – nur um schließlich festzustellen, dass das doch alles hundertprozentig real ist. Das hätte ich dem Film nicaapkikasam-auto.jpght zugetraut. Bevor hier jemand Hoffnungen bekommt: nein, skandalös ist hier natürlich nichts, aber eben tragischer als ich erwartet habe.
Komplett positiv ist diese Konsequenz allerdings nicht, denn das Aufeinandertürmen von Dramen und das Einhämmern von Moral geht natürlich etwas auf Kosten der Unterhaltung

Die drei Hauptdarsteller machen ihre Sache ganz gut. Rajesh Khanna steht den ganzen Film über im Mittelpunkt und neigt desöftern zum Overacting, macht das aber mit Charme wett. Allerdings sieht man ihm schon an, dass er über seinen Zenit hinweg ist – er hat ein bisschen Gewicht zugelegt und führt einen potthässlichen Mopp auf dem Kopf als Frisur spazieren, bei der man sich sicher ist, dass es keine grässlichere Haarkonstellation auf Rajeshs Kopf geben könnte – nur um dann später mit einer erschreckend schlechten Perücke getoppt zu werden. Der Verlust der Star-Spitzenposition ist keine Entschuldigung für solche Grausamkeiten, Rajesh.
Mumtaz und Sanjeev Kumar spielten Beide eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung für diesen Film, deshalb find ich es besonders schade, dass Beide ein wenig zu kurz kommen – Sanjeev generell und Mumtaz vor allem in der zweiten Hälfte. Aber solang sie etwas zu tun haben sind sie herrlich: Mumtaz ist niedlich und schön wie immer und meistert auch die emotionaaapkiksasam-sanjeev.jpglen Szenen ganz gut, und Sanjeev spielt den nichtsahnenden Freund gewohnt klasse.

Normalerweise ist das Setdesign in 70er-Filmen ja immer ein Grund zur Freude, in Aap Ki Kasam fand ich es allerdings teilweise etwas irritierend. Nicht, weil der Style nicht schick wäre, sondern weil es irgendwie wirkt, als ob da einiges wiederverwertet wurde. Man hat das Gefühl, dass alle Innenaufnahmen von Häusern im selben Set gedreht wurden, nur mit etwas anderen Möbeln und aus anderen Perspektiven, und so manche Dekogegenstände finden sich in mehreren verschiedenen Plätzen… Normalerweise schenk ich solchen Dingen keine große Aufmerksamkeit, aber hier springt das den Zuschauer fast an.

Das ganze klingt jetzt alles eher negativ, Aap Ki Kasam ist aber trotzdem ein ganz lohnender Film. Es macht einfach Spaß diesen drei Stars zuzusehen, die Story funktioniert trotz allem ganz gut und die Songs sind hübsch. Mit etwas gutem Willen reicht das noch für 6 Puntke.

MUSIK
Auf R.D. Burman ist halt doch immer Verlass: der Soundtrack für Aap Ki Kasam ist zwar nichts besonders und ganz sicher keine von Burmans besten Arbeiten, aber trotzdem weiß jeder Song hier zu gefallen.

Suno Kaho – sehr schönes, beschwingtes Flirtliedchen in den Bergen mit niedlicher Rajesh-Mumtaz-Chemie und einigen sehraapkikasam-sonne.jpg hübschen Aufnahmen

Kavalte Badalte Rahe – eigentlich das Titellied des Films, auch sehr schön melodiös, aber nicht mehr so fröhlich wie das erste Lied und weniger aufbauend-bunt, da im Schnee gefilmt

Paas Nahin Aana – niedliches Liedchen darüber, dass laut dem Doktor am Sonntag kein Sex erlaubt ist. Fragt nicht.

Jai Jai Shiv Shankar – ein waschechter Drogensong! Yay! Sowas hab ich wirklich vermisst. Bhang, völlig dichte Backgroundtänzer in pinken Hemden, knallgrüne Bergwiesen, Ohrwurm-Melodie und eine extrem niedliche Mumtaz. Da stört es kaum, dass Rajesh hier mit einem hellblauen Schlafanzug herumläuft

Chori Chori Chupke – schönes Mumtaz-Sanjeev-Lied mit klasse Gesang von Lata Mangeshkar und vor allem echt genialen Sitar-Einsätzen. Ich versteh ja wirklich nichts von Sitarmusik, aber bei diesem Lied muss man einfach begeistert staunen…

Zindagi Ke Safar Mein – für ein Klagelied eigentlich recht beschwingtes Stück, das allein nicht so viel hermacht, aber im Film durchaus gut passt

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2 Antworten zu “Filmkritik: AAP KI KASAM (6/10)”

  1. mike sagt:

    Tehe, das denke ich mir auch immer. *Wieso hast du den Film noch mal bestellt?* *War das eigentlich notwendig?* *Gibt es da nicht viel bessere Werke?* *Warum hast du dein Geld schon wieder zum Fenster raus geworfen?*… :-D

    So gehts glaube jedem, der nicht aus Gewohnheit jeden Film schaut. Sprich: Marco hat die Sorgen bestimmt nicht, da er eh alle guckt, aber wir, die nicht alle gucken, ärgern uns. ;)

  2. Maria sagt:

    Bei mir hält sich die Liste der DVDs, bei denen ich danach an meinen Auswahlkriterien zweifle, zum Glück in Grenzen – liegt vielleicht auch daran, dass ich auch kleine Sachen als lohnend empfinde. Aap Ki Kasam war sicherlich kein Fehlkauf, auch wenn das Versprechen eines versifften, rauchenden Rajesh Khannas auf dem Cover nicht so ganz gehalten wird…

    Wirklich über einen Kauf ärgern musste ich mich eigentlich noch nie. Wenn, dann nur, weil die DVD direkt nachdem ich sie bestellt hab, halb so billig geworden ist *g*

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