DOCTOR WHO, Series 1
1. April 2008

Als ich das erste Mal hier im Blog einen längeren Doctor-Who-Beitrag verfasst hab, war das ein allgemeiner Artikel über die ganzen ersten drei Staffeln der Neuauflage der Serie. Damals hab ich auch versprochen, später noch näher auf die einzelnen Episoden einzugehen – und jetzt wirds auch höchste Zeit dafür. Ich halte mich dabei aber ganz kurz, es gäbe zwar zu jeder Folge sehr viel zu schreiben, aber fürs erste soll mal ein kleiner Eindruck als Überblick reichen.
Kurz noch die Fakten: Die erste Staffel lief 2005, hatte Christopher Eccleston als neunten Doctor und Billie Piper als Companion Rose, und als Chefautor Russel T. Davies.
Ich hab die Episoden in drei (eigentlich vier) Kategorien eingeteilt, innerhalb der Kategorien wird dann nur noch in chronologischer Reihenfolge gelistet:
1. OMGwiegenial!!! – Die Episoden, die ich abgöttisch liebe und bei jedem anschauen erneut darüber erstaunt bin, wie perfekt die geworden sind
2. Sehr, sehr klasse! – Episoden, die fast in die erste Kategorie gerutscht wären, aber doch ein paar Schwächen haben
3. Schicke Unterhaltung – Episoden, die ich auch immer wieder gerne sehe, die aber auch Probleme haben, die mich hin und wieder aufregen.
4. Meh, nicht mein Ding – eine hypothetische Kategorie für Episoden, die ich nicht wirklich mag – so was existiert bisher aber eh nicht. Nur, damit ihr wisst, dass Kategorie 3 nicht der Bodensatz ist.
Die erste Staffel hat recht wenig in den oberen Kategorien – ich möchte aber ausdrücklich betonen, dass das nicht an Ecclestons Doctor liegt. Der neunte Doctor ist immer genial und toll. Aber die generelle Qualität der Storys und der Look sind halt noch nicht ganz so auf der Höhe wie in späteren Staffeln… Genug der Vorrede, jetzt aber los:
OMGwiegenial!!!
The Empty Child / The Doctor Dances
(ca 1941, London)
Der erste Beitrag von Steven Moffat zur Serie und auch gleich genial. Tolle authentische 40er-Kriegsatmosphäre mit schönen, real wirkenden Sets, glaubhaften Charakteren und schönen Effekten, die nicht als solche zu erkennen sind. Dazu das großartige Script mit jeder Menge göttlich gewitzten Dialogen, und einer höchst spannenden, emotionalen und durchdachten Story. Außerdem hat diese Doppelfolge den wahrscheinlich höchsten Gruselfaktor der ersten Staffel, und das, ohne das viel Schlimmes passieren muss. Plus dem ersten Auftritt von Captain Jack Harkness. Kombiniert ist das wirklich absolut perfekt, hier stimmt wirklich alles zusammen.
Sehr, sehr klasse!
Dalek
(2012, Utah)
Dalek hat zwar einiges, was nicht unbedingt zu überzeugen vermag, bspw die Charaktere Adam und Henry van Statten, die eher auf die Nerven gehen, doch das fällt Angesichts dem Rest dieser Folge kaum ins Gewicht: Das erste Auftreten eines Daleks in der Neuauflage der Serie ist nämlich richtig spannend, nachdenklich, bewegend und bietet vor allem eine klasse Plattform für Christopher Eccleston, der hier zeigen kann was in ihm steckt.
Und: Unser gefühlsloser, alles-hassender Blech-Salzstreuer merkt nach ein paar Minuten, dass der Doctor Rose liebt, während dieser das nie über die Lippen bringen wird…
Father´s Day
(1987, London)
Die Story mag zwar nicht so wirklich viel Sinn ergeben (irgendwie weiß keiner so genau, was die Reaper eigentlich machen), aber das tut kaum was zur Sache – die Vater-Tochter-Geschichte ist wunderschön und rührend geschrieben und spannend ist das auch ziemlich. Schließlich ist man erstmal schon richtig entsetzt, wenn die Tardis nur noch eine Polizeibox ist, oder der Doctor verschwindet.
Bad Wolf / Parting of the Ways
(200 100, Nahe der Erde)
Die ganze Gameshow-Sache in Bad Wolf tut manchmal cleverer als sie eigentlich ist, auf Dauer geht das ein bisschen auf die Nerven, und es ist etwas schade, dass die Chance den Doctor an sich selbst zweifeln zu lassen (schließlich ist er an allem hier Schuld) nicht genutzt wird – aber ansonsten ist das Staffelfinale extrem toll. Ecclestons Doctor ist immer besonders großartig wenn er gegenüber Daleks spielt, Rose und Captain Jack sind auch wunderbar, die Dalek-Bedrohung ist beklemmend und vor allem das Finale der Episode und der Abschied des neunten Doctors sind sehr genial und emotional.
Schicke Unterhaltung
Rose
(2005, London)
Ein schöner Einstieg in die Serie, der sowohl schicke altbekannte Elemente für die alten Fans bietet (Autons), als auch Neueinsteiger schön an die Figuren ranführt und diese Welt erklärt. Allerdings bedeutet das, dass man vor lauter Einführungen nicht allzu viel machen kann und die Story so nicht allzu spannend ist – und die Effekte lassen auch etwas zu wünschen übrig. Und das mit der Mülltonne vergessen wir lieber ganz schnell wieder. Trotzdem bleibt die erste Szene von Nine unvergesslich: “Run!”
End of the World
(5 000 000 000, Nahe der Erde)
Als ich die Folge das erste Mal angesehen hab, war ich wenig überzeugt davon – zu viele Plastikkostüm-Aliens, zu unechte Sets. Sobald man sich aber an diesen Stil gewöhnt hat, kann man sich besser mit dieser Episode anfreunden. Die Story schwächelt ein bisschen, und Cassandra nervt irgendwie, aber es gibt einige sehr schicke Szenen.
The Unquiet Dead
(1869, Cardiff)
Die erste Folge in der Vergangenheit, und die erste Cardiff-Folge. Die Episode hat durchaus ihre Längen, und die Zombies sind nicht so richtig gruselig, aber die 19. Jahrhundert-Atmosphäre ist nett, Charles Dickens macht Spaß und der Charakter Gwyneth wächst einem auch schnell ans Herz.
Aliens in London / World War Three
(2006, London)
In Doctor Who geschieht es schnell, dass eigentlich brauchbare Folgen albern werden, weil die Monster nicht funktionieren. Diese Doppelfolge gehört da sicher dazu – eigentlich ist die Story ganz nett, als Schmankerl für die alten Fans taucht UNIT auf und die Anspielungen auf den Irak-Krieg sind auch schick. Aber die Slitheen sind einfach keine guten Monster. In Menschenform sind die Furzwitze peinlich, in Monsterform sehen sie etwas gar künstlich aus.
The Long Game
(200 000, Nahe der Erde)
Hier läuft einiges schief – nicht besonders hübsche Sets, nervige Charaktere wie Cathica und Suki und vor allem ein ganz schrecklich lanweiliger Nebenhandlungsstrang um den sowieso lästigen Adam. Gerettet wird die Episode vor allem durch den Gastauftritt von Simon Pegg, der hier wirklich eine herrliche Darbietung gibt. Und als Beweis dafür, dass die Folge doch irgendwas taugen muss, sei bloß noch angefügt, dass dies meine erste Doctor-Who-Folge war, und mich gleich trotz ihrer Schwächen für die Serie begeistert hat.
Boom Town
(2006, Cardiff)
Diese Episode hätte es fast in eine Kategorie weiter geschafft – ich liebe ihren eher ruhigen Ton, die schön ernste Verhandlung der Todesstrafen-Problematik und die Gewissensbisse des Doctors. Aber der Slitheen-Faktor irritiert halt mal wieder, die Mickey-Nebenhandlung lenkt etwas vom Geschehen ab und letztlich ist das ganze doch ein klein bisschen zu langsam.
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Tags: Billie Piper, British TV, Christopher Eccleston, Doctor Who, Russell T Davies


01. April 2008 um 13:40
der beste aprilscherzbeitrag seit langem.
*gg
oh. keiner lacht mit.
scheibe – ernst gemeint?
01. April 2008 um 13:44
Ich weiß schon, warum ich die letzten Jahre am ersten April keine Beiträge online gestellt hab
Ich bin doch viel zu faul, um mir Aprilscherze auszudenken…
01. April 2008 um 14:16
ich überleg ja noch ob ich die “indisches tv kauft kampfstern galaktika und stargate-serienrechte für remakes” nachricht bringen soll
01. April 2008 um 14:20
OMG – die Vorstellung von diesen Filmen ist zum schreien!
Ja, doch, schreib das. Aber du musst halt damit rechnen, dass du in den nächsten zwei Jahren da jeden Tag einen neuen Kommentar bekommst, von jemandem der das ernst genommen hat
Für Doctor Who muss man für ein Bollywood-Crossover nicht mal selbst Photoshop anwerfen um passende Bilder zu erstellen – die haben schon freiwillig indische Rahmen um die Promobilder gebastelt:
http://bp1.blogger.com/_KTJWhtuRLac/R-tug7v9OeI/AAAAAAAABnA/dLqDE8pNiic/s1600-h/doctor_donna_book1.jpg
01. April 2008 um 17:15
ne, als bekennender ich hasse diesen tag mensch beteilige ich mich da nicht. ich mein, hey, mein blog ist ein seriöses wir-tratschen-jeden-unwahren-scheiss blog. da mach ich bei lächerlichkeiten nicht mit.
01. April 2008 um 20:10
Ich will sofort einen Bollywood-Galactica-Film! (Und jetzt werd ich bestimmt geprügelt, von den ernsthaften Sci-Fi-Fans – aber ich hab in der Mitte der zweiten Staffel aufgehört zu schauen …)
Ich hab übrigens grad auf der BBC-Who-Seite gelesen, dass die die Seite relaunchen – wetten, dass wir armen Schweine dann auch nicht mehr drauf können? Grrrr.
Schicke Einteilung – mir würde spontan auch nix für Kategorie 4 einfallen. Ich muss mir noch überlegen, was ich dann mit den neuen Staffeln anstelle. Aber ich werd die wohl auch am Stück besprechen, sonst wirds exzessiv.
01. April 2008 um 20:30
Ich kenn Battlestar Galactica überhaupt nicht, und Stargate nur am Rande – ich brauch mir also keine Sorgen wegen echten Sci-Fi-Fans machen, die nehmen mich sowieso nicht ernst *g*
Aber Sci-Fi-technisch gibts in Bollywood tatsächlich eine große klaffende Lücke – mir fällt da jetzt wirklich rein gar nichts ein. Fantasy haben sie ja ein bisschen, mit Superhelden momentan recht gut vertreten, aber Sci-Fi? Robot dürfte in das Genre fallen, oder? Bin ja mal gespannt…
Das mit dem Relaunch der Seite hab ich auch gelesen, soll ja die nächsten Tage kommen – dass wir dann ausgeschlossen werden könnten hab ich gar nicht bedacht. Na hoffentlich nicht…
Ich hab tatsächlich keine Who-Folgen, die mir überhaupt nicht gefallen – nach dem ersten Gucken fand ich Love & Monsters sehr schwach, aber inzwischen hab ich mich auch mit der Folge angefreundet.
Aber exzessives Doctor-Who-Geblogge ist ja nichts schlimmes *g* Zumindest die vierte Staffel kannst du ja problemlos Folge für Folge besprechen, das zieht sich ja eine ganze Weile hin.
01. April 2008 um 21:43
Koi Mil Gaya? Sonst fällt mir aber spontan wirklich nichts mehr ein. Da muss unbedingt Abhilfe geschaffen werden! Bollywood goes Galactica! (Mir kommen grad gaaaanz schlimme Ideen …)
Battlestar Galactica ist übrigens wirklich richtig gut – die erste Staffel hatte mich ziemlich gepackt und ich schätze, dass ich aufgehört habe, lag an nur an der Übersättigung. Irgendwann schau ich bestimmt mal weiter. BSG ist aber irgendwie schon so das Anti-Who.
Ich hab die Bedenken zwecks Relaunch v.a. weil das bei Torchwood ja auch Hand in Hand ging. Relaunch und schwupps, war die Seite nicht mehr erreichbar. Grrr. Wenn ich kein so ein Technikversager wäre, gäbs bestimmt ne Möglichkeit das System auszutricksen. Fiesos.
Ich gehör glaube ich zu den wenigen die Love & Monsters richtig mögen – bis auf den Absorbadingsbums. Der ist doof. Aber der Rest der Folge gefällt mir total gut. Nur der ELO-Ohrwurm, der mich wochenlang verfolgt hat, hätte nicht sein müssen. Ich hör den Song eh schon oft genug …
Die vierte Staffel wird eh direkt besprochen – falls ich nicht wieder nach zwei oder drei Folgen den Anschluss verliere wie bei Torchwood. ARGH! Ich wollte ja vor Freitag noch Torchwood bloggen!!!! EEEK!!
02. April 2008 um 00:01
Stimmt, Koi Mil Gaya darf man da zählen. Seltsam eigentlich, dass da nichts nachgekommen ist, der war ja schließlich sehr erfolgreich. Indien wartet sicher nur so auf eine Sci-Fi-Welle aus Bollywood *g*
Über BSG hab ich ja auch eigentlich nur Gutes gehört, aber momentan reizt es mich wirklich nicht, da mal reinzuschauen. Ich bin ja eigentlich kein großer Sci-Fi-Fan, ich mach da nur immer wieder Ausnahmen für Sachen wie Star Wars und Doctor Who…
Inzwischen mag ich Love & Monsters auch sehr gerne, schon allein wegen Marc Warren, aber das Abzorbaloff-Dingens, bzw schon auch der Charakter von Peter Kay, machen sehr viel kaputt, die gehen furchtbar auf die Nerven…
Joah, drei Doctoren abarbeiten UND Torchwood bloggen wird dann vielleicht doch etwas stressig. Aber du schaffst das schon noch *g* Und ich behaupte einfach mal, dass die vierte Staffel eh so Squee-würdig wird, dass du ums regelmäßige bloggen eh nicht herum kommst.
02. April 2008 um 14:58
Vielleicht ist das ja der nächste große Trend – an den Effekten wird ja momentan ziemlich gebastelt, vieleicht tut sich ja dann irgendwann wirklich mal was. Und auf Robots bin ich schon recht gespannt.
Die neue ist wirklich ganz ganz anders – im Prinzip sind fast nur die Grundsituation und die Namen der Figuren gleich geblieben. Und die Vipers. Vipers sind seeeeeehr wichtig.
Ich hab als Kind die alte Serie totaaaaal geliebt – wir haben im Garten ziemlich oft Galactica oder Tardis gespielt
Wenn die Peter Kay einfach weggelassen hätten, wäre L&M bestimmt eine meiner Lieblingsfolgen – Marc Warren, Shirley Henderson (ich mag die Frau ganz irrational gerne) … und der Grundgedanke, dass man zeigt, was aus den Leuten wird, die zurückgelassen werden und dass der Doctor und Rose auch ein bisschen hinterfragt werden. Der zieht sich ja durch ein einige Folgen in der Staffel und hier fast am besten dargestellt. Und natürlich die kleinen Seitenhiebe auf die Fans …
Mit Doctor 6 bin ich mittlerweile schon fast durch
Jetzt muss ich mich nur zu Revelation of the Daleks motivieren – ich hab keine Ahnung, was ich dazu schreiben könnte. Außer, dass ich wissen will, woher der Autor seine Drogen hatte …
Ich hab momentan eher die Befürchtung, dass vor lauter Squee und Hibbel mein Hirn endgültig abschaltet … Und wenn mir Beth dann auch noch so üble Links schickt wie heute, dann erklärt es mir vermutlich den Krieg …
05. April 2008 um 00:30
[...] bevor wir jetzt endlich zu den neuen Folgen kommen (über die Maria ja hier schon fleißig bloggt, und hier auch), gibts noch einen Ausflug nach San Francisco. Und ein paar WTF-Momente. Und ein [...]