DOCTOR WHO, Series 2
2. April 2008
Weiter gehts mit der Kurzbesprechung der einzelnen Episoden der Neuauflage von Doctor Who – heute gibt´s die zweite Staffel. Die lief 2006, David Tennant übernimmt die Hauptrolle als zehnter Doctor und als Companion haben wir immer noch Billie Piper als Rose. Das Christmas Special von 2005 hab ich auch hier dazugepackt, weil das thematisch ja doch mehr zur Tennant-à„ra gehört. Eingeteilt wurden die Episoden genau wie bei der Besprechung der ersten Staffel in drei Kategorien, innerhalb der Kategorien wurde chronologisch geordnet.
OMGwiegenial!!!
The Girl in the Fireplace
(51. Jh., Weltall / 18 Jh., Paris)
Der Steven-Moffat-Beitrag zur zweiten Staffel steht seinen ersten Episoden in nichts nach: bezaubernd romantisch, bewegend, melancholisch, dabei aber auch stellenweise sehr gruselig und herrlich witzig. Die Story ist innovativ und spannend, und das Design sowohl von dem 18.-Jahrhundert-Frankreich als auch von dem Raumschiff und den Clockwork Robotern ist wunderschön und detailverliebt. Und wie üblich bei Steven Moffat sind die Dialoge mal wieder besonders genial. Moffat bringt so viel in dieser Episode unter, ohne dass die Handlung zu irgendeinem Zeitpunkt überhastet wirken würde. Eine äußerst raffinierte, emotionale und wunderschöne Episode – sicherlich auch gut dazu geeignet, Serienneulinge zu ködern.
The Impossible Planet / The Satan Pit
(?, Weltall)
Doctor Who trifft auf das klassische Klaustrophobisches- Raumschiff-Genre mit einer kleinen Prise Lovecraft – eine Mischung, die wohl sehr schnell schief gehen könnte, aber mich ungemein fasziniert hat. Die Dynamik der Rau
mschiff-Crew, die Chemie zwischen dem Doctor und Rose, das ständige Spiel mit Glauben, die bedrückende, aussichtslose Stimmung, die atmosphärische Musik, das großartige Design der Raumstation und der Höhle – alles hier hat eine unglaubliche Sogwirkung. Die Mitglieder der Crew werden einem sehr schnell sympathisch, so dass man gern mit ihnen mitfiebert, und das Design des Monsters sollte eigentlich furchtbar albern wirken, funktioniert aber sehr großartig.
Sehr, sehr klasse!
The Christmas Invasion
(2006, London)
Das Weihnachts-Special wäre fast eine Kategorie weiter runter gerutscht, weil es sich doch ein wenig zieht, und die Monster wenig überzeugend sind . Aber eigentlich ist David Tennants erste Episode sonst schon sehr klasse – die Spannung wird geschickt aufgebaut, einerseits durch die Passivität des kranken Doctors, man wartet da sehr hibbelig darauf, dass er endlich was tut, und andererseits durch die doch sehr gruselige Bedrohung – ein Drittel der Weltbevölkerung auf den Dächern, bereit zum springen. Und dann die genialen Szenen, wenn endlich der Doctor die Sache in die Hand nimmt – herrlich.
School Reunion
(2007, London)
Wie so einige Episoden leidet auch diese hier etwas unter ihren Monstern – die sind etwas unglaubwürdig, ebenso wie ihr großer Masterplan, den man schon mit etwas Stirnrunzeln hinnehmen muss. Egal, im Vordergrund steht hier ja doch die Wiedervereinigung des Doctor mit alten Companions: Sarah Jane und K9. Und das macht sehr viel Spaß, selbst wenn man noch überhaupt keine älteren Folgen gesehen hat – mit Hintergrundwissen ist es aber natürlich noch toller.
The Army of Ghosts / Doomsday
(2007, London)
Wäre fast in die erste Kategorie gerutscht, wenn dieses Staffelfinale nicht stellenweise etwas arg over-the-top wäre und zum Teil auch ein paar Längen aufweisen würde. Aber das stört nicht allzu sehr, schließlich macht das Aufeinandertreffen von Cybermen und Daleks ziemlich Spaß und sorgt für einige nette Action und einigen schicken Humor. Daneben gibt es aber auch einige sehr beklemmende Szenen, einige emotionale Momente und nicht zuletzt den unendlich traurigen Abschied von Rose.
Schicke Unterhaltung
New Earth
(5 000 000 023, New Earth)
Der Auftakt der Staffel hat einige schicke Momente und einiges, worüber man sich freuen kann – und Katzen sind sowieso immer eine gute Idee. Allerdings ist die Story ganz furchtbar unlogisch, selbst für Doctor-Who-Verhältnisse, und Cassandra war ja eigentlich schon in der ersten Staffel viel zu nervig. Da hilft es auch nicht wirklich viel, dass die Körpertausch-Szenen wirklich recht witzig sind, und man sich über das Face of Boe natürlich immer freut.
Tooth and Claw
(1879, Schottland)
Verfehlt knapp eine höhere Wertung – ich find das Schottland-Setting klasse und Queen Victoria macht Spaß. Auch der Werwolf funktioniert ziemlich gut und sieht auch wirklich schick aus und die Verfolgungsjagden halten das Tempo und die Spannung konstant hoch. Allerdings sind der Doctor und Rose in dieser Episode schon ein bisschen arg selbstgefällig (wofür sie von der Queen schon auch getadelt werden), und die Kung-Fu-Mönche waren ja wohl wirklich keine gute Idee…
Rise of the Cybermen / Age of Steel
(2007, London)
Der erste Auftritt der Cybermen in der New Series – trotz einigen beklemmenden Szenen ist das irgendwie nicht so düster und bedrohlich wie es sein könnte, dazu wirkt diese Welt und die Cybermen im speziellen etwas zu gelackt. Auch die Szenen, in denen Rose und Mickey auf ihre Parallel-Familien stoßen, schwanken – einige dieser Momente sind toll, andere eher lästig. Bonuspunkte gibt´s für die geniale Szene mit “The Lion Sleeps Tonight”.
The Idiot´s Lantern
(1953, London)
Diese Episode überzeugt mit ziemlich schickem Design und Kostümen (Doctor in Pornobrille, was will ich mehr) und einem netten Mysteryfeeling. Generell macht die Episode eigentlich nichts richtig falsch – aber so richtig mag der Funke nicht überspringen, und das Finale auf dem Sendemast ist auch ziemlich fragwürdg.
Love & Monsters
(2007, London)
Die Doctor-light Episode, aus der Sicht eines “Doctor-Fans” erzählt. Das erste Mal, als ich diese Folge gesehen hab, konnte ich ziemlich wenig damit anfangen – nicht, weil mich die Abwesenheit des Doctors so gestört hätte, sondern weil mich die ganze Erzählform nicht ansprach. Inzwischen bin ich ziemlich begeistert von Marc Warren, der hier die Hauptfigur ist, und deshalb gefällt mir die Episode auch viel besser. Eins meiner Hauptprobleme aber bleibt: die Figur von Peter Kay und das Abzorbaloff-Monster kann ich wirklich nicht ausstehen, die sind mir zu kindisch und machen für mich wirklich viel der Folge kaputt.
Fear Her
(2012, London)
Ich mag die Idee von Leuten, die in Zeichnungen gebannt werden, und kleine Kinder sind immer schön gruselig. Und ich mag das “Monster” der Folge, weil das so angenehm un-böse ist. Aber das Vorstadtsiedlung-Setting ist mir etwas zu langweilig, und ich kann mit dem ganzen Olympiade-Gequassel nicht viel anfangen, weil sich mir da der Reiz verschließt. Trotzdem eine schöne solide Folge mit einigen netten Rose-Ten-Momenten.
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Tags: BBC, Billie Piper, British TV, David Tennant, Doctor Who, Russell T Davies

05. April 2008 um 00:31
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