DOCTOR WHO, Series 3

8. April 2008

Die vierte Staffel Doctor Who ist nun angelaufen und verspricht ziemlich toll zu werden – wird also höchste Zeit nach der ersten und der zweiten Staffel aufzuholen und die dritte Staffel fertig zu besprechen.
Als zehnten Doctor haben wir weiterhin David Tennant, Rose hat allerdings die Serie verlassen und so haben wir nun für eine Episode Catherine Tate als Donna Noble und für den Rest der Staffel Freema Agyeman als Martha Jones als Companions. Einteilung der Episoden
wie gehabt: in drei Kategorien, innerhalb der Kategorien dann chronologisch.

OMGwiegenial!!!

Human Nature / The Family of Blood
(1913, England)
Die bewegendste Episode für mich, vor allem Family of Blood – da könnt ich ab dem Kampf mit den Vogelscheuchen durchheulen. Eine dieser Episoden, die in eher düsteres Licht auf den Doctor werfen, aber ihn dadurch nur faszinierender machen. Paul Cornell bastelt hier eine unglaublich schöne Geschichte aus sehr viel Drama, einer Ladung Grusel und aber auch vielen leichten Momenten mit Romantik und Witz zusammen. David Tennant liefert hier eine Glanzleistung, der Gastauftritt von Jessica Hynes erfreut und der Schauspieler von Baines ist herrlich abgedreht. Dazu wurde die 1913-Atmosphäre wunderbar eingefangen, und Murray Gold brilliert mal wieder mit richtig toller Musik.

Blink
(2007/1969, London)
Eine der besten Doctor-Who-Geschichten, fast ganz ohne den Doctor – so was schafft eigentlich nur Steven Moffat. Aber es wundert uns ja wirklich nicht, dass auch sein dritter Beitrag zur Serie hier in der Top-Kategorie landet, er ist halt einfach genial.
Blink ist einfach richtig klasse geschrieben: die Story ist unvorhersehbar und gewitzt, ergibt am Schluss aber wunderbar Sinn, die Charaktere sind einem nach wenigen Szenen schon so richtig ans Herz gewachsen und wir bekommen eine wirklich verdammt gut funktionierende Mischung aus schickem Moffat-üblichem Witz mit unvergesslichen Dialogen, sehr bewegendem Drama und wirklich viel Grusel und Spannung – die Monster in dieser Episode sind äußerst effektiv, danach sieht vieles mit anderen Augen…

Utopia / The Sound of Drums / Last of the Time Lords

(100 trillion/2008/2009, Malcassario/London)
Gut, die Story lässt hier stellenweise zu wünschen übrig, vor allem beim Finale gilt es, unbedingt alle Logiksensoren auszuschalten, und die Dobby-Doctor-Sache ist auch mehr als fragwürdig – aber letztlich ist das völlig egal. Das Staffelfinale ist nämlich wahnsinnig unterhaltsam. Utopia liefert uns neben einer schön apokalyptischen Stimmung und einem wunderbaren Gastauftritt von Derek Jacobi nämlich auch die Rückkehr von Captain Jack Harkness (inzwischen unsterblich), der wie auch schon in der ersten Staffel einfach ein herrlicher Charakter und eine schicke Ergänzung zum Team ist. Richtig toll wird´s dann aber in The Sound of Drums, wenn John Simm auf den Plan tritt und uns einen wunderbaren durchgedreht-psychopathischen Master präsentiert. Dem könnte man auch komplett ohne Story stundenlang zusehen.

Sehr, sehr klasse!

Gridlock
(5 000 000 053, New Earth)
Es ist schon faszinierend, wie ein bekennender Atheist eine Story schreiben kann, die nur so trieft von religiöser, insbesondere christlicher Symbolik, und die trotzdem nie einen zynischen Ton hat, sondern so richtig gut funktioniert – spannend, witzig und sehr emotional. Das Szenario des endlosen, ewigen Staus ist sowieso sehr beklemmend, dazu ist die Handlung um Face of Boe ist sehr bewegend und die unterschiedlichen Auto-Crews bringen genügend Spaß rein. Oh, und es gibt kleine Kätzchen, dafür gibt´s natürlich eine Menge Bonus-Punkte *g*

Smith and Jones
(2008, London/Mond)
Marthas Einführungsepisode bricht den Trend, dass die erste Episode einer Staffel immer etwas schwächelt – hier passt wirklich alles zusammen. Martha und ihre Familie werden schnell und effektiv vorgestellt, die Story ist unterhaltsam und spannend, die Judoon sind sehr nett entworfen, der Doctor bekommt einige wunderbare Szenen und der Gastauftritt von Anne Reid ist herrlich. Nicht unbedingt eine der Episoden, die noch lange einen bleibenden Eindruck hinterlassen, aber rundum gelungene, temporeiche Unterhaltung.

Schicke Unterhaltung

The Runaway Bride
(2007, London)
Donna Noble, Companion der vierten Staffel, ist hier in ihrer ersten Episode, dem Christmas Special, richtig genial – nach zwei Staffeln Rose ist es toll einen Companion zu haben, der vom Doctor erstmal so rein gar nicht beeindruckt ist und ihn schon auch mal ohrfeigt. Doch obwohl die Kombination Doctor-Donna klasse ist, mag die Episode nicht komplett überzeugen: sie hat ihre Längen und vor allem das Monster zieht das Ganze wieder mal ziemlich runter. Die von Sarah Parish gespielte Racnoss-Herrscherin ist einfach furchtbar over-the-top und sieht dazu nicht mal gut aus. Umso erfreulicher, dass Donna jetzt Gelegenheit für bessere Episoden bekommt

The Shakespeare Code
(1599, London)
Die Hexen sind zwar ziemlich schwach und etwas zu sehr fantasy und das Finale ist auch nicht so recht mein Ding, aber sonst macht diese Folge richtig viel Spaß. Ist ja irgendwie auch klar, mit Shakespeare kann man ja auch nicht so viel falsch machen: die Figur ist wirklich sehr nett gezeichnet, und die ständigen Anspielungen auf seine Werke sind sowieso klasse.

Daleks in Manhattan / Evolution of the Daleks
(1930, New York)
Diese Dalek-Doppelfolge ist nicht so schlecht wie sie von vielen Fans gern gemacht wird, aber sie ist doch eine der schwächsten Episoden der Staffel. Das ganze New-York-Setting hat seine Reize, aber irgendwie wird das doch recht schnell ermüdend – Hooverville, aber ganz besonders das ganze Theater-Zeugs. Auch die Schwein-Sklaven sind nicht direkt übel, aber trotzdem irgendwie ziemlich sinnlos. Die Story schwächelt auch, spätestens bei der Gen-Übertragung per Blitz sollte man sein Gehirn ausgeschaltet haben. Trotzdem – so schlimm ist das alles nicht, man kann hier durchaus seinen Spaß haben. Und die neuen Facetten die die Daleks hier zeigen, sind auch ziemlich interessant.

The Lazarus Experiment
(2008, London)
Die Episode liefert eine klassische Comic-Geschichte mit einem brillianten Wissenschaftler, dessen Experimente etwas schief gehen und der gestoppt werden muss – wir kennen das beispielsweise aus den Spiderman-Filmen. Das ganze wird hier durchaus solide präsentiert, auch wenn das Monster nicht allzu gut aussieht. Aber es ist halt alles nicht grad neu

42
(?, irgendwo im All)
Eigentlich ja eine Frechheit – eine Episode namens “42″ praktisch ohne Douglas-Adams-Referenzen! Wenn man aber mal akzeptiert hat, dass das “42″ hier als Anspielung auf “24″ gesehen werden sollte und wir hier eine Folge in Echtzeit bekommen, darf man sich auf eine ziemlich schicke Episode freuen. Das hohe Tempo und die hitzige Atmosphäre sorgen für wirklich viel Spannung, und vor allem der Doctor hat einige sehr tolle Szenen.

Wenn ich meine Lieblingsfolgen dieser drei Staffeln so anschau, erkenn ich ein Muster: die Doppelfolge die es jeweils nach etwa zwei Dritteln der Staffel gibt (Empty Child, Satan Pit und Human Nature), scheint immer genau meinen Geschmack zu treffen, genauso wie die alle Steven-Moffat-Folgen und die Staffel-Finale. Die jeweils erste Doppelfolge (Aliens in London, Rise of the Cybermen und Daleks in Manhatten) ist allerdings immer weniger mein Ding. Ich hoffe, dass sich das für die dritte Staffel etwas ändert – ich würde die Sontaran-Doppelfolge wirklich, wirklich gern lieben können. Helen Raynor, ich hoffe du hast aus Daleks in Manhatten gelernt…

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