Filmkritik: SOLOMON AND GAENOR (inkl Picspam)
21. November 2008
Zeit für ein bisschen Ioan Gruffudd Nachschub. Es grenzt an ein Wunder, eine DVD dieses Films zu ergattern: es gibt keinen richtigen britischen DVD-Release, und die britische VHS und amerikanische DVD sind längst vergriffen und deswegen nur hoffnungslos überteuert zu ergattern. Glücklicherweise hab ich auf ebay den Film in einer Sammelbox des Senders S4C erwischt – in der schönen walisischen Sprachfassung. Dieser wunderbare oscarnominierte Film ist den ganzen Such-Stress aber auch wert.
Regisseur: Paul Morrison
Drehbuch: Paul Morrison
Musik: Ilona Sekacz
Darsteller: Ioan Gruffudd, Nia Roberts, Mark Lewis Jones, David Horovitch
Erscheinungsdatum: 1999
STORY
Ein kleines Bergarbeiterdorf im Süden von Wales, 1911: Solomon Levinsky (Ioan Gruffudd) hilft im Kramerladen seiner Eltern indem er Stoffe im Nachbardorf verkauft. Dort trifft er auf die schöne Gaenor (Nia Roberts) und verliebt sich in sie. Solomon verschweigt ihr gegenüber seine jüdische Herkunft und die beiden beginnen eine Affäre. Doch in dem von Bergarbeiterstreiks gebeutelten und von Antisemitismus geprägten Dorf ist eine Beziehung zwischen einem Juden und einer Christin unmöglich…
REVIEW
Eine Oscar-Nominierung für besten fremdsprachigen Film, vier BAFTA Cymru Awards und diverse Preise und Nominierungen auf Filmfestivals – Solomon and Gaenor mag fast nicht mehr als DVD erhältlich sein, aber sicher nicht, weil er nicht gut genug für weitere Auflagen wäre, wie die vielen Auszeichnungen des Films beweisen. Der kleine Film ist ein wirkliches
Juwel, mit packender Story, authentischer Ausstattung, schöner Kamera, aber nicht zu aufdringlich für die einfachen Verhältnisse der Protagonisten ist, und überzeugenden Darstellern, gerade die beiden Hauptdarsteller bringen eine tolle Leistung.
Solomon and Gaenor schneidet viele wichtige Themen und Probleme an, bringt diese aber nie mit dem Holzhammer unter, sondern lässt alles nur natürlich und unscheinbar einfließen. Teilweise fast zu unscheinbar – man hätte beispielsweise meiner Meinung nach viel stärker die Sicht der Gesellschaft, sprich der restlichen Dörfler, einbringen können. Ein unverheiratetes Mädchen, das 1911 in einem kleinen Dorf schwanger wird, und noch dazu von einem Juden – da erwartet man einen kleinen Skandal, Getratsche, gesellschaftliche à„chtung. Im Film ist davon kaum etwas zu spüren. Was irgendwo auch wieder positiv ist, da dadurch unterstrichen wird, dass nicht nur die Gesellschaft und die Umstände die Liebe zwischen Solomon und Gaenor verhindern, sondern dass sich die beiden auch durchaus auch selbst im Weg stehen.
Ansonsten ist es aber sehr angenehm, dass der Film seine Geschichte sehr leise erzählt, ohne theatralische Dramatik, sondern nur mit bitterer Realität.
Der Film existiert in zwei Sprachvarianten, einmal hauptsächlich in Walisisch mit
Einsprengseln von Englisch und Jiddisch, und zum anderen hauptsächlich in Englisch mit etwas Walisisch und Jiddisch. In beiden Fassungen spielen die Sprachen eine wichtige Rolle um die Abgrenzungen der hier aufeinander treffenden Welten zu unterstreichen. Die hauptsächlich Englische Fassung ergibt dabei eigentlich mehr Sinn, mit Englisch als Mittlersprache, die Walisische Version legt die Akzentuierung etwas anders indem Solomon sich durch seine Walisischkenntnisse von vorne herein von seiner eigenen Kultur abgrenzt und der Welt der walisischen Bevölkerung annähert.
Das Beste an Solomon and Gaenor ist aber, dass es nicht nur ein gutes Drama mit ernsten Themen ist, sondern, dass er gleichzeitig auch der ultimative Ioan-Gruffudd-Schmachtfilm ist. Der Film hat wirklich alles, was man als Fangirl wünscht: Schnuffeliger junger Ioan mit Wuschellocken, in schicken Anfang-20.Jhdt-Klamotten, bzw oft genug ohne Klamotten, in einer Rolle in der er auch schauspielerisch glänzen kann. Extra für mich haben sie noch Szenen eingebaut, in denen Solomon seiner Liebsten ein Kleid näht. Und vor allem akustisch ist Solomon and Gaenor einfach großartig. Da kommt Ioan zum ersten Mal ins Bild, macht den Mund auf, und heraus kommt das hier:
Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.
Hach. Jiddisch sprechender Ioan ist großartig. Aber nicht genug: er darf sogar auf Jiddisch singen:
Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.
Doppelhach. Fast noch besser als Jiddisch ist aber der Rest seiner Dialoge, die größtenteils in seiner Muttersprache Walisisch sind. Und dem könnte ich stundenlang mit einem seeligen Grinsen zuhören.
Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.
Solomon and Gaenor ist ja jetzt kein besonders lustiger Film, die Gefahr eines Lachanfalls besteht bei der DVD aber trotzdem: Bevor man ins Menü kommt, läuft nämlich ein Logo-Clip des walisischen
Fernsehsenders S4C. Und der bietet erst hochdramatische Einstellungen eines Tischventilators um mit einem majestätischen Bild abzuschließen, in dem der Ventilator vor einem Fenster im Abendrot Feuer speit. Das sieht unglaublich absurd und lächerlich aus. Walisische Ikonografie bleibt anderen Kulturen wohl verschlossen…
Wie schon oben gesagt: Solomon and Gaenor ist den ganzen Stress der ewigen Suche nach einer brauchbaren DVD (ich könnte ja mit einer RC1-DVD und einer VHS ja doch nichts anfangen, auch wenn ich die überteuerten Preise bezahlen würde…) absolut wert. Ein faszinierendes, sowohl schönes als auch sehr trauriges Drama, das für Ioan-Fans sowieso ein Muss ist. In der S4C-Box, in der ich den Film gekauft hab, sind noch drei andere walisische Filme drin – mal schaun, ob ich mir die auch noch ansehen werde…
Picspam
Der letzte Ioan-Gruffudd-Picspam ist schon über zwei Monate her – ich hatte schon Entzugserscheinungen. Gut, dass Solomon and Gaenor sooo viele leckere Bilder bietet.
Da putzt man nichtsahnend den Fußboden, und plötzlich steht ein schmachtender Ioan vor der Tür, brabbelt Walisisch und will einem Stoff verkaufen. Gah.
Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Solomon kann die nötige Stoffmenge berechnen indem er nur den Schnitt ansieht. Mein Held *herzchen*

Und noch ein Gespräch zwischen Solomon und Gaenor – Bibelstellenrezitieren klang nie so sexy:
Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Handporn und Nähporn! GAH2 !!

Für so viel fleißige Näharbeit gibts dann auch endlich eine Belohnung.

Bei Ioan lass ich mir sogar Fingernägelkauen durchgehen…

Ganz offensichtlich der perfekte Schwiegersohn. Sieht adrett mit einer Tasse Tee aus, und bringt sogar souveräne Antworten auf ungemütliche Fragen wie “Was ist deine liebste Bibelstelle?”

Solomon and Gaenor bietet aber neben Schwiegersohn-Ioan auch versifften Ioan mit Dreitagebart:

Awwww – Beeeeebibauchi!

Kann er nicht herzig unschuldig gucken?

Ich glaube, ich hab meinen Mantelfetisch schon einmal erwähnt? *g*

Andere Artikel zum Thema:
Tags: Audioclip, Ioan Gruffudd, Picspam, Wales

22. November 2008 um 07:22
Hand UND Nähporn? Und du lebst noch?
*schmacht*
22. November 2008 um 16:47
Gerade so noch. Ich bin ja bloß froh, dass er in der Szene nicht auch noch was gesagt hätte, denn Hand-, Näh- und Voiceporn hätte ich dann wohl wirklich nicht überlebt.