Filmkritik: L.A. WITHOUT A MAP (inkl Picspam)

15. February 2009

lawithoutamap-coverDavid Tennant und Johnny Depp in einem Film – das lässt Fangirl-Herzen höher schlagen. Etwas getrübt wird die Freude dadurch, dass L.A. without a map nicht gerade ein besonders guter Film ist, und Johnny Depp nur in einer Minirolle auftritt – aber hey, wir nehmen was wir kriegen können.
Der Film ist wohl nur in Deutschland und in Frankreich auf DVD erschienen, die deutsche DVD ist wohl auch nur noch gebraucht erhältlich, aber immerhin existent und auch mit ein paar Extras ausgestattet.

Regisseur: Mika Kaurismäki
Drehbuch: Richard Rayner
Musik: Sà©bastien Cortella
Darsteller: David Tennant, Vinessa Shaw, Vincent Gallo, Julie Delpy, Cameron Bancroft, Johnny Depp
Erscheinungsdatum: 1998

STORY
Richard (David Tennant) führt ein normales, aber fades Leben als Bestatter in einer kleinen Stadt im Norden Englands. Als er die Touristin und angehende Schauspielerin Barbara (Vinessa Shaw) trifft und sich in sie verliebt, stellt sich sein ganzes Leben auf den Kopf. Richard folgt Baraba nach LA und trifft dort auf seine Liebste, aber auch auf deren schmierigen Regisseur-Freund Patterson (Cameron Bancroft), andere seltsame Gestalten und eine Stadt, die Richard einfach nicht versteht.

REVIEW
Gleich vorweg: LA Without a Map ist wirklich nur ein Film für David-Tennant-Fans oder Johnny-Depp-Komplettisten. Zwar ist der Film auch weit davon entfernt, richtig schlecht zu sein, doch ich sehe auch keinen wirklichen Grund außer Tennant und Depp, wegen dem man diesen Film sehen sollte.lawithoutamap-richardbarbara

Die Story ist natürlich so simpel wie vorhersehbar, die Liebesgeschichte folgt ausgetretenen Pfaden und leidet nebenher auch noch darunter, dass man nie so ganz versteht, warum zwei Personen wie Richard und Barbara ineinander verliebt sein sollen. Eine mittelmäßige Handlung kann man verschmerzen, wenn die Inszenierung stimmt – da zeigt Mika Kaurismäki (der große Bruder von Aki Kaurismäki) zwar einige nette Ansätze, aber so ganz überzeugend ist das nicht alles. Immerhin hat man schon immer wieder Grund zu lachen, wenn man sich auf den Film einlässt, und die ein oder andere gelungene skurille Idee bereitet ebenfalls Freude.
Das DVD-Cover behauptet, dass der Film ein “cooler Seitenhieb auf die Traumfabrik von Hollywood” sei – dafür ist er allerdings viel zu harmlos und unkreativ. Der Film hat ja Potential in diese Richtung mit einigen lawithoutamap-strandCharakteren im Filmgeschäft und Richard, der als Neuling diese Welt erkunden muss. Aber über ein paar halbwegs witzige, aber auch uralte Klischees über Castingcouch, Blockbuster- garantien und irre Produzenten kommt der Film nie hinweg. Was ja wirklich schade ist, weil man daraus mit mehr Biss und Innovation einiges machen können hätte.

Aber eben, für David-Tennant-Fans ist der Film herrlich. Seine Rolle als Richard erfordert zwar nun wahrlich keine schauspielerischen Meisterleistungen, doch David spielt ihn trotzdem so charmant und liebenswürdig, dass es eine Freude ist. So ein leicht verplanter aber sympathischer Verlierertyp ist halt auch eine ideale Rolle für jemand wie David, der es locker schafft, dass man wegen ihm seiner Figur so einige dumme Fehler vergibt.
Vinessa Shaw als Barbara ist eher austauschbar, aber sie spielt eigentlich auch solide. Vincent Gallo und Julie Delpy spielen beide etwas gar aufgedrehtlawithoutamap-johnnydavid und gerade Gallo übertreibt maßlos mit seinem “Yo, dude, yo, bro, cool, bro”-Getue, aber irgendwie passen solche Karikatur-Charaktere bestens in diesen Film.

Bei aller Liebe für David – Johnny Depp stiehlt ihm fast die Schau. Nicht gerade in den beiden Szenen in denen er sich selbst spielt, da ist Depp eigentlich eher gelangweilt. Aber dafür in den Szenen in denen er das Dead-Man-Filmposter spielt – das mit Davids Charakter stumm über Blicke kommuniziert. Das ist eine der wenigen wirklich tollen Ideen in LA without a map, und gefiel mir natürlich besonders gut, weil ich ja nicht nur Johnny Depp, sondern auch Dead Man liebe.

An Dead Man gibt es auch ein paar musikalische Referenzen, und da sind wir schon bei einem weiteren Pluspunkt des Films: der Soundtrack. Der Film hat eine ziemlich schicke Musikauswahl lawithoutamap-davidvincentinklusive Auftritt der Leningrad Cowboys. Und irgendwie hat jeder Film schon gewonnen, der schon nach 3 Minuten einen Kinks-Song bringt (wenn auch eine Coverversion).

Also, fassen wir zusammen: Eigentlich kann man LA without a map getrost auslassen. Außer man muss jeden Schnipsel von Johnny Depp sehen, dann kann man sich über ein paar nette Dead-Man-Poster-Auftritte freuen. Oder eben man ist David-Tennant-Fan: Dann darf man sich auf einen belanglosen und harmlosen, aber nicht allzu üblen, leicht skurrilen und witzigen Film mit einem sehr charmanten David freuen.

Picspam

Kaum ist der Vorspann vorüber, gibts schon ein Zupfen am Ohrläppchen. So lieben wir unseren Tennant.
richard-ohr

Herumalbern in der Bestattungsaustattung. Dork.
richard-bestatter

Und dann kam LA: schrecklich verwirrend für unseren armen Richard…
richard-woot

… und auch ziemlich schmerzhaft. Richard lässt sich nämlich ständig verprügeln.
richard-aua

Aber dafür gibts immerhin dann auch eine Belohnung und alle sind wieder glücklich.
richard-auto

Melancholisches Über-die-Stadt-hinwegschauen.
richard-blau

Oben-ohne-Tennant. Da nehmen wir auch die Bruchbude in Kauf.
richard-bett

Tennants Bewerbungsfoto für die Men in Pink. Ich will diese Brille *g*
richard-brille

Rüschenhemd, Haartolle und manisches Grinsen…
richard-elvis

..und das Kontrastprogramm: Depri-Tennant mit GAH-Blick.
richard-guh

Frustrierter Tennant. Leider nicht ganz im Bild: Tennants Fuß, den er hier nervös knetet. Thi.
richard-fuss

Wie man sieht, macht LA unsern armen Richard ziemlich fertig…
richard-schrei

… aber immerhin sieht er dabei verdammt gut aus.
richard-telefon

Und zum Abschluss jetzt noch was schönes: Fröhlich grinsender David Tennant…
richard-grins

… und den werten Johnny Depp als William Blake aus Dead Man.
williamblake1

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3 Antworten zu “Filmkritik: L.A. WITHOUT A MAP (inkl Picspam)”

  1. Pie sagt:

    Ich hatte mir die DVD nur wegen den Beiden gekauft. Ich war schon ziemlich enttäuscht, aber die Johnny-David-Bankszene hat das alles größenteils annehmbar gemacht. Klar, das sagt eine Johnny Depp Fanatikerin XD

  2. Amayi sagt:

    Ich fand die Handlung nun wirlich nicht neu oder prickelnd und Vinessa Shaw ist mir auch ziemlich auf den Nerv gegangen. Vor allem wenn Julie Delpy vor einem steht, ist es ziemlich unverständlich, warum Richard sich nicht umorientiert! Aber Baby-DT macht den Film doch sehenswert.

  3. muerps sagt:

    Hab den Film gestern mit ner Freundin gekuckt – aus der Videothek ausgeliehen, wohlgemerkt. Streckenweise war er etwas vorhersehbar (auch wenn wir uns etwas zur Hälfte gefragt haben, was man den in den restlichen 50 Minuten noch machen will), aber Tennant ist natürlich wirklich putzig. Die dankbarste Rolle hat aber eindeutig Johnny Depp (Memo an mich selbst: Johnny Depps Filme abarbeiten).

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