SPOOKS, Series 4

4. October 2009

spooks4-coverEndlich geht’s hier weiter mit Spooks. Für alle, die mit dem alten Team nie richtig warm geworden sind, ist die vierte Staffel ein perfekter Einstieg: von den Durchhängern in der dritten Staffel erholt ist diese Staffel nun mindestens so gut wie die ersten beiden und liefert wieder großartiges Fernsehen.
Bei so einer hervorragenden Staffel stört es auch nicht weiter, dass diesmal etwas weniger Extras auf der DVD sind. Und Pay-TV-Gucker können sich freuen: die vierte Staffel wird ab dem 18. Oktober auf FoxChannel ausgestrahlt.

Regisseur: Antonia Bird, Alrick Riley, Jeremy Lovering, Omar Madha, Julian Simpson
Drehbuch: Ben Richards, Howard Brenton, Raymond Khoury, Rupert Walters, David Farr
Musik: Jennie Muskett
Darsteller: Rupert Penry-Jones, Olga Sosnovska, Raza Jaffrey, Miranda Raison, Peter Firth, Nicola Walker, Anna Chancellor, Hugh Simon, Rory MacGregor
Erscheinungsdatum: 2005

REVIEW
Schon mit der ersten Episode bewies Spooks in dieser Staffel mal wieder, wie bitter aktuell die Serie sein kann: Die Folge wurde fast nicht ausgestrahlt, weil darin eine von Terroristen gelegte Bombe mitten in London hochgeht – etwas, das zwei Monate zuvor (nachdem die Episode schonspooks4-team gedreht war) tatsächlich passierte. Mit einer davor gezeigten Warnung wurde die Episode dann doch ausgestrahlt. Gut, denn trotz traurigen Parallelen zur Realität ist der Auftakt der vierten Staffel vor allem richtig tolles Fernsehen.
Nachdem es zum Ende der dritten Staffel keinen Cliffhanger gegeben hatte, bekommen wir jetzt eine zusammenhängende Story in den ersten beiden Folgen der vierten Staffel, und darin einen hochspannenden Wettlauf mit der Zeit. Das beste dabei: nach dem furiosen Auftakt hält diese Staffel problemlos das hohe Niveau und liefert eine hervorragend geschriebene Episode nach der anderen. Am überraschendsten davon vielleicht das Staffelfinale, das sich um eine Verschwörungstheorie dreht, derzufolge MI5 und MI6 Prinzessin Diana ermordet haben. Was wie eine ziemlich dumme Idee klingt, liefert eine spannende und schön auf die Charaktere fokussierte Story, die wieder mit einem sehr bösen Cliffhanger abschließt.

spooks4-fionajoDie bisherigen Staffen Spooks hatten das auch schon, aber erwähnt hab ich es bisher noch nicht: Es gefällt mir, dass bei Spooks nicht immer am Schluss die Helden den Tag retten – gern wird auch behandelt, wie MI5 gegenüber Regierungspolitik machtlos ist, oder wie sie von vergangenen Fehlern eingeholt werden. Oder auch, wie Einsätze richtig schön spektakulär schief gehen. Das alles trägt ziemlich zur Spannung bei – wir wissen bei Spooks, dass unsere Helden nie sicher sind, und wir wissen eben auch, dass es nicht garantiert ist, dass sie am Schluss erfolgreich sind und ihre Widersacher stoppen können.

Die tollen Drehbücher erfreuen umso mehr, weil diese Staffel eigentlich die gleichen potentiellen Stolpersteine bietet wie die dritte Staffel: erneut müssen neue Charaktere eingeführt werden, und erneut muss man Abschiede gebührend inszenieren. Raza Jaffrey als Zafar Younis habspooks4-splitscreenen wir zwar schon in der dritten Staffel kennen gelernt, erst hier ist er aber volles Teammitglied. Und mein erster Eindruck von der dritten Staffel bestätigt sich: Ich liebe Zaf. Er ist witzig, relaxed und doch immer sehr menschlich – und es schadet auch nicht, dass er sehr schnuffelig aussieht. Etwas später stößt Miranda Raison als Jo Portman zum Team. Ich hoffe, dassMI5-Agenten in der Regel anders rekrutiert werden als Jo, aber sie ist sympathisch und es ist schön, mal einen richtigen Neuling im Team zu haben. Trivia am Rande: Schon wieder zeigt sich die wunderbare Kupplerkraft von Spooks: Nachdem sich schon Matthew Macfadyen und Keeley Hawes am Spooks-Set kennen gelernt und verliebt habe, und inzwischen geheiratet haben, geht das im neuen Team gleich weiter – Raza und Miranda sind auch seit 2007 verheiratet. Sehr schön, die beiden passen gut zusammen.
Außerdem neu dabei: Anna Chancellor als Juliet Shaw – wie Harry so schön sagt “a ruthless, untrustworthy, right-wing crazy who’ll stop at nothing”. Und das ist positiv gemeint. Tatsächlich ist Juliet ein faszinierender Charakter, man muss sie ja nicht mögen, aber sie sorgt für schicke Szenen.spooks4-harryadamzaf

Natürlich sind auch die alten Charaktere immer noch klasse: Nach anfänglicher Skepsis bin ich inzwischen von Adam als Hauptfigur sehr begeistert, Fiona hat nach manchmal fragwürdigen Sachen in der dritten Staffel hier auch hauptsächlich gut geschriebene Szenen und Harry ist sowieso immer großartig.
Wie üblich haben wir auch wieder einige sehr erfreuliche Gaststars: Rupert Graves, Jimi Mistry, Lindsay Duncan, Andrew Tiernan und Martine McCutcheon zum Beispiel.

Was diese Staffel im Gegensatz zur letzten Staffel auch wunderbar funktioniert, sind Einblicke in private Beziehungen. Die werden generell gegenüber den bisherigen Staffeln ziemlich zurückgefahren – eine gute Entwicklung, denn zuviel kann sich da entweder schnell wiederholen oder in Soap-Terrain abdriften.spooks4-zaf Was wir also bekommt ist die schon bereits bekannte und immer noch interessant und schön dargestellte Ehe zwischen Adam und Fiona. Und nachdem sie letzte Staffel so undankbare Nebenhandlungen bekommen hat, wird Ruth nicht nur mit generell besseren Szenen, sondern auch mit einer kleinen Romanze belohnt: ganz, gaaaanz langsam wird eine unaufdringliche Anziehung zwischen Ruth und Harry aufgebaut.

Nach einer etwas enttäuschenden dritten Staffel gibt es also hier wieder nur noch Lob: Das Team Adam, Fiona, Zaf und Jo harmoniert bestens und die vierte Staffel ist wieder Spooks vom Feinsten.

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