Filmkritik: HIGH SCHOOL MUSICAL 2

10. October 2009

hsm2-coverWeiter geht´s mit dem bemerkenswerten Erfolg der HSM-Filme: Ein Jahr nach dem ersten Film ging 2007 die Fortsetzung an den Start und brach mit über 17 Millionen Zuschauern bei der Premiere eine ganze Reihe amerikanische TV-Rekorde. Der zweite Film ist meiner Meinung nach ein ganzes Stück besser als der erste Film, aber wer den schon nicht ausstehen konnte, wird sicher hier auch nicht glücklich werden. Also alle Zyniker und Cineasten jetzt bitte wieder viel Abstand halten, wir tauchen wieder ein in Disney-Kinder-Zuckerzauberland.

Regisseur: Kenny Ortega
Drehbuch: Peter Barsocchini
Musik: David Lawrence
Darsteller: Zac Efron, Vanessa Hudgens, Ashley Tisdale, Lucas Grabeel, Corbin Bleu, Monique Coleman, Olesya Rulin, Mark L. Taylor, Bart Johnson
Erscheinungsdatum: 2007

STORY
Das Schuljahr ist um, die Sommerferien stehen an, und für Troy (Zac Efron), Gabriella (Vanessa Hudgens), Chad (Corbin Bleu) und Taylor (Monique Coleman) bedeutet das Jobsuche. Sie finden alle zusammen Arbeit im Lava Springs Ferienclub, der den Eltern von Sharpay (Ashley Tisdale) und Ryan Evans (Lucas Grabeel) gehört. Es könnte also ein fantastischer Sommer werden – wenn sich nicht Sharpay in den Kopf gesetzt hätte, dass Troy viel besser zu ihr als zu Gabriella passt, und ihn deswegen mit ihren einflussreichen Beziehungen verführen will…

REVIEW
High School Musical 2 hält sich eng an das Erfolgsrezept des Vorgängers, und stockt gleichzeitig bei den positiven Aspekten auf: Mehr Songs, mehr Spaß, mehr Mut zu over-the-top Inszenierungen. Und im Gegensatz zu vielen anderen Fortsetzungen führt dies nicht zu einem laschen hsm2-poolAufguss des Originals, sondern tatsächlich zu einem unterhaltsameren Film. HSM 2 ist immer noch von vorn bis hinten durchkalkuliert und absolut harmlos ohne Ecken und Kanten, aber diesmal überwiegt doch mehr der Spaß.

Die Handlung wechselt den Ort des Geschehens von der Schule zu einem Ferienclub, bedient sich aber des gleichen Schemas: Eine Musicalshow als Ziel, diverse Hindernisse auf dem Weg dorthin und am Ende ist die Welt ein besserer Ort und alle halten Händchen. Mit der Sorge um das, was man nach der Schule anfangen soll, kommt ein etwas ernsteres Element in den Film, so richtig ausgespielt wird das dann aber erst in HSM 3.
Für meinen Geschmack haben wir in diesem Film etwas zu viele Sharpay-Intrigen – ich find Sharpay ja herrlich, aber HSM funktioniert immer dann am besten, wenn sich unsere Helden gegen gesellschaftliche/elterliche Erwartungen oder persönliche Zweifel durchsetzen müssen. Sharpay-Intrigen sind dagegen künstliche Stolpersteine, die es eigentlich gar nicht braucht – gerade weil Sharpay ja eh zu nett für eine echt fiese Antagonistin ist.
Die Botschaft dieses zweiten Teils: Blick auf die Zukunft ist schon auch wichtig, hsm2-pianound das Verfolgen von ehrgeizigen Zielen schön und gut, aber wenn man sich dabei selbst verrät, ist es gar nichts wert. Und Freunde sind sowieso das wichtigste. Subtil ist da natürlich nichts, und es ist ein bisschen schade, dass diesmal die Botschaft eigentlich nur auf Troy fokussiert wird – in den anderen HSM Filmen haben die anderen Charaktere immerhin ähnliche Entscheidungen wie Troy zu treffen.

Auch die Schauspieler sind besser geworden, sie wirken natürlicher und man merkt, was für ein eingespieltes Team sie nach einem Jahr HSM-Promotionrummel sind. Zac Efron hat die Pause zwischen den ersten beiden HSM-Filmen genutzt um Hairspray zu drehen, und siehe da, ein bemerkenswerter Fortschritt seit dem ersten Film. Er spielt besser, er tanzt besser, und inwiefern er besser aussieht klären wir gleich im Picspam. Vor allem darf er auch endlich selber singen, was wirklich ein Segen ist.

Nicht nur deswegen sind die Songs diesmal deutlich besser als im Vorgängerfilm. Die Macher von HSM haben nun endlich begriffen, dass man bei Musicalnummern nicht einfach nur die Leute singen lassen kann, sondern die Gelegenheit hat, den Spaßfaktor richtig hochhsm2-chad zu drehen und bei der Inszenierung aus dem Vollen zu schöpfen. Schon der Einstiegssong “WhatTime Is It?” bringt mehr Gaudi auf den Bildschirm als all die Songs aus dem ersten Film zusammen.
Auch sonst gibt´s in diesem Film eigentlich keine Songs, die ich nicht mag. Ja, es sind natürlich alles gefällig-belanglose Popsongs, die mich nicht die Bohne interessieren würden, wenn sie im Radio liefen, aber man gewöhnt sich erstaunlich gut daran, und alles andere würde ja auch nicht in so einen Film passen. Und wenn man sich mal darauf eingelassen hat, haben die Lieder wirklich böses Ohrwurmpotential…

In den Choreographien wird in diesem Film die Vergangenheit des Regisseurs seeehr deutlich sichtbar: Kenny Ortega hat nicht nur in Michael Jacksons “Beat it”-Video mitgespielt (eins meiner liebsten Jackson-Videos), sondern vor allem auch dessen zwei letzten Welttourneen inszeniert. Und die Einflüsse bringt Ortega diesmal immer wieder ein, bspw als schnell eingeworfenes Zitat wenn Troy sein weißes Hemd überm Windkanal flattern lässt – oder im Fall von “Bet On It” eine komplette Songinszenierung als Jackson-Hommage. Ich kann mir nicht vorstellen, was die eigentliche Zielgruppe von HSM mit solchen Verweisen anfangen soll, die sind wohl weniger Jackson-geprägt hsm2-schuleaufgewachsen als ich, aber wenn man sie erkennt, machen die durchaus Spaß.

Übrigens, die DVD-Extras sind überraschenderweise gar nicht nur langweilige Disney-Promotion, sondern machen teilweise richtig Spaß – die Tanzproben sind großartig, und selbst diese dummen Extras, in denen die Cast gefragt wird, was ihr liebster Schauspieler/Film/Pizzabelag ist, werden doch lustig, wenn mittendrin Lucas Grabeel alles zu blöd wird und er völlig genervt “Who has a favorite animal?” fragt…

Also, Fazit: Ja, die Story schwächelt und HSM2 hat immer noch eine ganze Menge der Probleme die die Reihe kennzeichnen, aber dank besseren Songs und mehr Spaß ist es doch ein deutlich besserer Film geworden als der Vorgänger.

Song and Dance and Picspam

Noch ein paar Songbeispiele, für mich ja doch meist der Hauptgrund, warum mich ein Musical interessiert. Also hier der Einstiegssong “What Time Is It?”, der einzige Song des Films, der noch in der Schule stattfindet


Und hier noch ein nettes Duett für Troy und Gabriella, “You Are the Music in Me”:

Andere Songs, die man antesten kann: Work This Out ist ein wunderbar spaßiger Küchen-Team-Song, während das Ryan/Chad-Duett I Don’t Dance die schöne Tradition der HSM-Sportsongs fortführt (und Ryan und Chad kommen sonst ja gern zu kurz). Troys Solonummer Bet On It ist wie oben schon erwähnt als Michael-Jackson-Hommage choreographiert – beim ersten Sehen hab ich da auch eher mit einem WTF?? reagiert, aber inzwischen find ich den Song herrlich. Bloß nicht ernst nehmen, und den überdrehten Trashfaktor genießen.

So, jetzt nochmal einen Blick auf Zac im ersten HSM werfen und dann staunen, was ein Jahr Unterschied und eine ordentliche Frisur alles ausmachen kann: die erste Szene in HSM2.
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Er ist immer noch zu jung um wirklich attraktiv zu sein, aber wir sind auf dem richtigen Weg.
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Irgendjemand hat es bei der Post-production ein bisschen mit der Farbkorrektur übertrieben – zumindest ist mir anders nicht zu erklären, dass Zac in diesem Film so wahnsinnig strahlende blaue Augen hat. So extrem leuchten die ja sonst auch nicht.
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Frisurenvergleich: Zac zeigt ganz stolz seine neue Frisur, die ihm wirklich gut steht; Corbin hat dafür schon immer tolle Wuschelhaare.
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Aus irgendeinem Grund darf Troy nur schicke Klamotten tragen, wenn er sich wie ein Idiot benimmt. Vielleicht der einzige Punkt des Films, der die falsche Botschaft an die Kinder schickt.
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Ich habs bei der Review zu Teil 1 schon erwähnt: Fast immer wenn sich Troy und Gabriella küssen wollen, werden sie von irgendwas unterbrochen. Hier die Fast-Kuss-Galerie von HSM2 – mit einem Klick darauf kommt ihr zur großen Bildansicht.
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Irgendwann ist es dann aber doch ENDLICH soweit.
Da durften wir jetzt über 3 Stunden drauf warten…
hsm2pic-kuss

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16 Antworten zu “Filmkritik: HIGH SCHOOL MUSICAL 2”

  1. henrik sagt:

    *NIE* sehen würde ich sowas. Habe ich gedacht, bis *ausgerechnet* das im Flugzeug kam und ich – übermüdet schlaflos – unter Protest ein Auge riskierte.

    Nach kurzer Skepsis sogar 2.

    Hey, das war doch wirklich sehr gekonnt und unterhaltsam :)

    Nur: *ich* und Disney? Wo ich schon mit meinen Bollywood-DVDs schief angesehen werde? Keinem weitersagen.

  2. Maria sagt:

    Tehe, wir können eine “Das Flugzeugfilmprogramm hat unsern Filmgeschmack manipuliert”-Selbsthilfegruppe aufmachen! Da kommt man auf einmal zufällig zu Dingen, die man sonst nie im Leben anschauen würde, und findet sie dann auch noch gut…
    Und das dürfen wir ruhig auch zugeben. Um genau das geht’s ja im ersten HSM Film: Trau dich, zu deinen seltsamen Hobbys/Vorlieben zu stehen, egal, was deine Freunde von dir erwarten. :D

    Der Vergleich mit Bollywood liegt da durchaus nahe – da hab ich anfangs auch gedacht, dass mir sowas nicht gefallen kann, und hab es dann doch gleich in Dauerschleife geguckt. Zumindest hab ich bei Disney jetzt nicht das Bedürfnis, da noch weiter einzusteigen – braucht also niemand Angst haben, dass hier demnächst Besprechungen von Hannah Montana oder den Jonas Brothers auftauchen ;-)

  3. henrik sagt:

    :)

    Der Trailer von HSM3 war mir dann wirklich *zu* zuckrig, um das im Kino anzusehen (und das auch noch quasi öffentlich). Und ich stimme zu: Bollywood verlockt mehr zu weiteren Entdeckungen als Disney.

  4. Maria sagt:

    Wenn dir der zweite Teil Spaß gemacht hat, dann solltest du vielleicht doch darüber nachdenken, HSM3 zu gucken. So ganz heimlich auf DVD und so, muss ja keiner wissen. Der ist nämlich meiner Meinung nach der beste Teil der Reihe :D

    Die Review dazu geht in den nächsten Tagen online, da kannst du dir das ja nochmal überlegen ;-)

  5. henrik sagt:

    Gut, ich warte Deine Besprechung ab. Aber ähnlich wie bei Bollywood: Ich mag vor allem die Tänze, die Musik und die überdrehten Szenen. Die sülzigen Stellen aus dem HSM3-Trailer (Zac schmachtet Vanessa vom Basketballfeld aus an) machen mir wirklich Kopfschmerzen (eindrucksvoll inszeniert, aber zu disney ohne Bollywood’sches Augenzwinkern). Dann lieber mehr böse Sprüche vom “blonden Gift”. Außerdem: Bei der Musik wär’s in ‘nem guten Kinosaal sicher besser (gewesen); ich hätte ja mit Sonnenbrille gehen können ;) . Aber jetzt isses für Kino zu spät.

  6. Maria sagt:

    Och, HSM3 ist nicht sülziger als die Teile davor, und ich denke, wer Bollywood gewöhnt ist, sollte da wirklich keine Probleme haben. Diese Anschmacht-Stelle im Trailer ist aus dem ersten Song, und wirklich nicht länger als eh im Trailer gezeigt. Ich mag die Stelle eigentlich total gern, ich finde die passt klasse in den Kontext des sonst ja sehr energischen Songs.
    Tänze, Musik und überdrehte Szenen hat HSM3 jedenfalls genug *g*

    Ich weiß nicht, ob ich ins Kino gegangen wäre, wenn ich damals schon gewusst hätte, dass mir das Spaß macht. Es irritiert mich jetzt ja schon etwas, dass ich meine Begeisterung für die Filme und für Zac mit einer Horde kreischender Kinder teilen muss, ich muss das nicht noch auch live miterleben ;-) Also wenn, dann eher in eine Spätvorstellung…
    (Ich frag mich grad, an was das liegt. Bei Doctor Who bspw hab ich da überhaupt kein Problem damit, meine Begeisterung mit Kindern zu teilen. Wahrscheinlich, weil ich weiß, dass Doctor Who einfach besser ist als HSM, und ich das ohne schlechtes Gewissen toll finden darf. Oder weil die Doctor-Darsteller immerhin noch alle älter sind als ich…)

  7. henrik sagt:

    Ich war mal in einem Erste-Allgemeine-Verunsicherung-Konzert. Da saß ich auch quasi im Kindergarten – und zwar ehrlich überrascht.

    Obwohl ich eine schöne Anlage zu Hause habe, finde ich zumindest Spaß- und Musikfilme generell im Kino unterhaltsamer. Und die Zuschauer dürfen auch ruhig Spektakel machen und Popcorn kauen. Ich muss unbedingt noch einen Spaßfilm in Indien in einem 2000sitzigen Kino mit 200 Ventilatoren sehen (wenn solche Kinos überhaupt noch existieren). Natürlich zur besten Besuchszeit (notfalls mit Ticket vom Schwarzhändler).

    Im übrigen sollte man einfach mutiger sein :)

    Ich kenne aber auch Leute, die auf neue Filme gespannt sind, dann aber die DVD-Veröffentlichung abwarten, weil sie nicht gern ins Kino gehen (und den Film am liebsten nebenbei am PC sehen).

  8. Maria sagt:

    Kindergarten beim EAV-Konzert? Hätte ich wohl auch nicht erwartet… waren die alle allein, oder von ihren Eltern mitgeschleppt worden?

    Prinzipiell ist Kino schon besser, gerade bei Komödien und Musicals, wo die Zuschauer dann so richtig schön mitgehen können. Lachen macht einfach mehr Spaß, wenn der ganze Kinosaal mitlacht. (Außer man ist mit einem dummen Publikum im Saal – bei Stardust bspw haben die restlichen Zuschauer wohl einfach nicht den Humor verstanden…) Da stell ich mir Kino in Indien auch großartig vor – wobei, Bollywood bei uns im Kino mit einer Ladung aufgedrehter Bollywoodfans zu schaun, ist auch schon viel wert (Ich sag nur Om Shanti Om in Wien…)

    Der Hauptgrund, warum ich doch nicht so oft ins Kino gehe, ist einfach, dass ich Filme lieber in der Originalfassung sehe, und sich OV-Vorstellungen in meiner Nähe seeeehr in Grenzen halten. Gerade bei Musicals stört mich die Synchro schon ungemein: Deutsch sprechen und dann mit anderer Stimme in englische Songs ausbrechen, das ist albern. Deswegen hab ich es mir inzwischen schon gut angewöhnt, mit DVDs zufrieden zu sein.

    Meine Eltern gehören zu den Kinoverweigerern. Die verstehen ja nichtmal, warum man sich DVDs kaufen sollte, weil der Film ja doch eh in drei Jahren im Fernsehen läuft. ARGH! Ich bin schon ganz stolz drauf, dass ich meine Mutter dieses Jahr zweimal ins Kino schleppen konnte – einmal um jungen Brad Pitt in Großaufnahme zu haben (Benjamin Button), einmal, weil man Raumschiffschlachten nicht im Wohnzimmer genießen kann (Star Trek).

  9. henrik sagt:

    Ja, beim EAV-Konzert waren die Teens (nee, eher Grundschüler) alle von Eltern flankiert. Aber ich hatte den Eindruck, die Eltern waren von den Kids mitgeschleppt worden, nicht umgekehrt. Die Show war auch ziemlich auf Kaspereffekte ausgelegt, die Texte standen nicht so im Vordergrund.

    Oh, OSO in Wien, da wäre ich zu gern dabei gewesen. Ich hatte ja geschrieben, dass ich bei “Luck by Chance” im Kino war, an einem Regennachmittag – insgesamt vier Leute. Aber der Sound war gut.

    Na, zumindest bei Bollywood stört mich das nicht weiter, wenn die Synchronstimmen nicht zu den Sängern passen. Da schalte ich die Plausibilitätskontrolle eh aus. Und ich finde es viel übler, wenn die Schauspieler selber singen, es aber nicht können, wie z.B. in Mamma Mia (wenn ich das in diesem Thread erwähnen darf ;) ). Dann lieber eine unpassende, aber gute Gesangsstimme – und das idealerweise im Kino :)

  10. Maria sagt:

    In Vier-Leute-Vorstellungen war ich in letzter Zeit auch sehr oft – unter der Woche ist in Spätvorstellungen einfach nichts los. Aber manchmal schadet es ja auch nicht, wenn man die Vorzüge eines Kinosaals ohne störendes Popcornraschelndes Publikum genießen kann.

    Bei Bollywood haben mich die Sänger auch noch nie gestört (na gut, wenn die 80-jährige Lata mal wieder für 20-Jährige singt vielleicht), aber das ist für mich auch was anderes als westliche Musicals. Bei denen will ich schon, dass die Stimmen passen. Und vor allem wechselt bei Bollywood ja auch nicht die Sprache.
    Meine Schmerzgrenze für selbst singende, aber nicht sonderlich gut singende Schauspieler ist ziemlich hoch – so lange sie sich nicht furchtbar ernst dabei nehmen, macht mir das kaum was aus (siehe Blackpool). Mamma Mia hab ich noch nicht gesehen – ich vermute, mir würd der Film sogar gefallen, aber ich steh einfach nicht auf ABBA… Wer singt denn da so falsch? Pierce Brosnan?

  11. henrik sagt:

    Ja, ich glaube, Brosnan singt übel, vielleicht nicht mal falsch, aber dünn, dünn, dünn. Andere auch. Ich war so überrascht: Die Abba-Songs sind auf ihre Art perfekt produziert, man hat sie seit Jahrtausenden im Ohr, fast im Rückenmark, und dann kommen so ein paar Amateure und nehmen es neu und viel schlechter auf. Autsch.

    Zumindest einige Abba-Mitglieder waren ja an dem Film beteiligt; ich frage mich, warum man nicht das Original verwenden konnte. Oder wenn Neueinspielung mit modernem Sound, dann gescheite Sänger. Bei einem Livemusical auf der Bühne ist es ok, da erwarte ich nicht den perfekten Sound (aber immer noch besser als in Mamma Mia).

    Ein leeres Kino hat auch den Vorteil, dass man sich besser ausstrecken kann :)

  12. Maria sagt:

    Ich hab grad in ein paar der Mamma-Mia-Songs reingehört – brrrrr. Nein, gar nicht mein Ding. Aber ich kann jetzt nicht sagen, ob das an den schwachen Neuaufnahmen liegt, oder daran, dass ich eben ABBA einfach nicht mag.

    Originalsongs in einem neuen Musical verwenden find ich jetzt aber auch keine gute Lösung, das sollte schon was Eigenes sein. Aber dann eben interessante, gekonnte Neuversionen der Songs. Wie man das richtig macht, sieht man bei Moulin Rouge oder Across the Universe – da sind die Songs eh so anders, dass man nicht mit dem Original vergleichen muss.

    Ausstrecken im Kino ist eh überbewertet – ich bin inzwischen schon so gewöhnt daran, Filme im Uni-Hörsaal mit Null Beinfreiheit anzusehen, dass mir jeder Kinosessel wie der pure Luxus vorkommt ;-)

  13. henrik sagt:

    Zum Thema “Schauspieler, die illegalerweise selber singen”:

    In “Chicago – Musical” (2002) passen die Stimmen der Sänger ausgesprochen gut zu Zellwegger, Zeta-Jones, Gere & Co. und sie singen wirklich nicht übel. So dachte ich. Und dachte: Zum Glück singen die Schauspieler nicht selber, zum Glück haben sie gut passende professionelle Playbacksänger gefunden.

    Und dann las ich erst später, dass die Schauspieler eben doch *selber* trällern. Respekt! Den Gesang könnte ich mir auch noch einen Tick besser vorstellen (sagen wir mal, die Klasse Ella F.), aber das war wirklich gut und passend zur sonstigen Qualität. Weitaus besser als das Gefiepse in “Mamma Mia”.

    Ausstrecken im Kino finde ich gar nicht überbewertet. Ein Grund, warum ich Sitze weit vorn bestelle, ist die Hoffnung, nebenan und vor mir niemanden zu haben.

  14. denise sagt:

    wiehastdu

  15. Maria sagt:

    Japp, die Chicago-Cast singt auch richtig gut, gerade so Leute bei denen es man eigentlich nicht erwartet, wie Richard Gere und Renee Zellweger.

    Aber gut, ich kann ja auch selbst nicht singen, und bin deswegen immer ganz erstaunt, wenn Leute singen können, die jetzt nicht gerade Sänger sind.
    Wobei es mich dann doch wieder sehr beruhigt, wenn ich doch einen Unterschied zwischen “richtigen” Sängern und singenden Schauspielern höre – hab ich mir gerade erst wieder bei Hairspray gedacht. Da singen die Schauspieler auch größenteils gut, aber immer wenn Queen Latifah dran ist, stellt sie alle anderen in den Schatten :D

  16. henrik sagt:

    :)

    Mir ist noch Hugh Grant eingefallen, “Music & Lyrics” mit Drew Barrymore. Der singt auch selbst – ziemlich dünn und fiepsig, allerdings nicht so “pedestrian” wie die “Mamma Mia”-Combo; es geht so grade noch. Im Interview erzählt er stolz, falsche Töne hätten sie in der Nachbearbeitung hingebogen und sein fades Popnümmerchen sei in der Hitparade ganz oben gewesen.

    Von mir aus hätten sie seine Stimme gern doubeln dürfen. Vermutlich jedoch, wenn man als Schauspieler die Macht hat zu bestimmen, dann sichert man sich auch noch die Gesangsrechte, wenn auch zum Leidwesen des Publikums.

    Queen Latifah ist ein Feger. In “Chicago” hätte sie gern mehr zum Besten geben dürfen, “Hairspray” kenne ich noch nicht.

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