Ein ganzer Haufen Orson-Welles-Dinge
27. October 2009
Ich würd euch ja mehr Orson-Welles-Pausen gönnen, aber Hollywood macht mir da einen Strich durch die Rechnung: Gerüchten zufolge wird ein Remake von Carol Reeds Film-noir-Meisterstück The Third Man geplant, mit Leonardo DiCaprio, Tobey Maguire und einem Drehbuch von Steven Knight. Meine erste spontane Reaktion darauf war natürlich “Nein! Der Film braucht doch kein Remake! Das kann doch nur furchtbar werden!”, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger schlimm wird die Idee. Ein Third-Man-Remake müsste ja stark modernisiert werden, so dass am Ende wohl ein durchaus eigenständiges Produkt herauskommen würde, und irgendwie kann ich mir DiCaprio sogar ganz gut in Orson Welles Rolle vorstellen. Allerdings bin ich Maguire gegenüber noch sehr skeptisch, und so faszinierend wie die Vorlage könnte der Film sowieso nicht werden. Aber ich hab wohl die letzten Tage zu oft “Aber das ist schwarz-weiß, ich mag schwarz-weiß nicht…” gehört, so dass ich mal wieder etwas einsichtiger gegenüber dem Sinn von Neuversionen älterer Filme bin. Nun ja, mal schaun, ob was aus dem Projekt wird, und womit man die Nachkriegswienatmosphäre austauschen will, dann sehen wir weiter.
Und wenn wir schon dabei sind, sammeln wir doch auch gleich die ganzen neuen Dingen zu Me and Orson Welles – ein nettes Video mit Interviews und Filmschnipseln, einige interessante Artikel und noch ein paar andere Sachen. Praktisch alles ohne Zac, versprochen:
Erstmal haben wir da das Video. Hauptsächlich ein Interview mit Regisseur Richard Linklater und Orson-Darsteller Christian McKay, in dem die beiden über den Film sprechen, Orson Welles anhimmeln und ein paar nette Dinge über Zac Efron sagen. Außerdem bekommen wir dazwischen immer wieder kleine Filmschnipsel, die wir bisher nicht gesehen haben – teilweise Ausschnitte aus dem fertigen Film, teilweise Aufnahmen vom Dreh. Bspw sieht man ein bisschen was von Caesars Ermordung, und nachdem ich in den letzten Tagen jede Menge über diese Aufführung gelesen hab, machen mir solche winzigen Schnipsel schon glücklich.
Richard Linklater ist 49 – Wow. Ich hätt es auch sofort geglaubt, wenn mir jemand gesagt hätte, dass er 35 ist.
So, dann zu den Artikeln. Heute ist ein interessanter Artikel im Film Journal erschienen: All’s Welles that ends Welles: Richard Linklater revives the directing legend and his Mercury Theatre. Darin wird ein bisschen Orson Welles vorgestellt, und Linklater beschreibt, wie er Welles und die Julius-Caesar-Aufführung in seinem Film darstellt. “Linklater pleads guilty to researching the hell out of the story”, steht da, und nachdem ich ja wie gesagt selbst schon einiges darüber gelesen hab, kann ich schon allein von den Trailerschnipseln recht sicher bestätigen, dass diese Aufführung wirklich erfreulich getreu im Film präsentiert wird. Mehr zu dem Thema gibt’s in einem späteren Beitrag.
Außerdem gibt’s vom Guardian einen netten Artikel über Orson Welles, und Wellesnet hat einen Artikel der New York Times über die Caesar-Aufführung von 1937 ausgegraben.
Daneben nochmal der Hinweis auf die offizielle Seite von Me and Orson Welles, bei der jetzt noch mehr Songs vom Soundtrack zur Verfügung stehen (bei der UK-Seite oben rechts auf das Radio klicken). Und nachdem ich grad wieder “They Can’t Take That Away From Me” gehört hab, hätt ich Lust auf einen Fred-Astaire-Film…
Da hab ich aber keinen da – also beschäftige ich mich mal weiter mit Welles’ Julius-Caesar-Hörspielen. Davon gibt es drei, mit jeweils verschiedenen Textfassungen und Besetzungen; außerdem hab ich den Text der Theateraufführung hier und natürlich das Shakespeare-Original. Nachdem ihr wisst, wie gern ich verschiedene Fassungen von irgendwas vergleiche, könnt ihr euch vorstellen, dass ich mich grad im siebten Himmel wähne
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Tags: Me and Orson Welles, Orson Welles, Richard Linklater, The Third Man

