The Death and Life of Charlie St. Cloud:
Gedanken zur Verfilmung des Romans
14. November 2009
Nachdem ich Ben Sherwoods Roman gelesen habe, können wir uns auch ein paar Gedanken zur Verfilmung machen. Der Dreh wurde vor ein paar Wochen abgeschlossen, ins Kino dürfte der Film wohl ca. nächsten Juni kommen, und wir haben zwar kaum offizielle Informationen, aber eine Handvoll Fotos vom Set. Wir können also überlegen, wie man The Death and Life of Charlie St. Cloud ganz generell adaptieren kann, und was wir bereits von dieser Verfilmung über Casting und Abweichungen vom Roman wissen. Selbstverständlich ohne Handlungsspoiler. Der Beitrag ist ein bisschen lang geworden, aber dafür gibts auch Fotos als Ausgleich.
Rechts gleich mal Zac Efron als Charlie St. Cloud in Friedhofswärteruniform – das einzige ordentliche, offizielle Foto das wir bisher haben, von dieser Autogrammkarte und von mir (etwas unbeholfen) perspektivisch verzerrt, weil die Autogrammkarte ja schief fotografiert ist…
Drei kurze Vorbemerkungen noch: 1) Um was es geht hab ich hier erzählt, das werde ich hier jetzt nicht nochmal wiederholen
2) Wer sich für den Film interessiert, aber den Roman nicht gelesen hat, muss beim stöbern im Internet aufpassen, da tauchen desöfteren ganz schöne Spoiler auf. Beispielsweise in der englischen Wikipedia. Also vielleicht lieber weniger Artikel zu Charlie St. Cloud ansehen – oder einfach gleich den Roman lesen.
3) Die ganzen Bilder vom Dreh sind alle von diesem Livejournal, meiner Hauptinformationsquelle was Zac angeht.
Allgemeine Dinge
Die Frage, ob sich The Death and Life Charlie St. Cloud überhaupt für eine Filmadaption eignet, lässt sich schonmal mit einem ganz klaren Ja beantworten. Die Handlung ist interessant und spannend aber nicht sonderlich komplex, so dass man den kompletten Roman problemlos in einem Film unterbringen kann und größere Abweichungen nicht nötig sind. Der Reiz des Romans lag für mich hauptsächlich in Handlung, Situationen und Grundthemen, eher weniger in der tatsächlichen Umsetzung des ganzen, bei einer Verfilmung bleibt also das Wesentliche erhalten. Es gibt praktisch keine Stellen, die bei einer filmischen Darstellung (also ohne direkten Einblick ins Innenleben) irgendwas verlieren würden, teilweise dürften sogar manche Dinge im Film besser funktionieren. Kurzum: The Death and Life of Charlie St. Cloud ist wie geschaffen für eine Verfilmung.
Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass die Macher des Films das in der Vorlage steckende Potential gut ausschöpfen werden. Regie führt Burr Steers (dessen 17 Again ich bekanntlich gern mochte, und dessen Igby Goes Down ich noch nicht kenne, aber der wird ja auch sehr gelobt), den letzten Drehbuchentwurf hat Craig Pearce geschrieben (Strictly Ballroom, Romeo + Juliet, Moulin Rouge – und wer Shakespeare so schick adaptieren kann, der kann das auch mit einem Büchlein wie Charlie St. Cloud) und Romanautor Ben Sherwood ist als Executive Producer dabei.
Casting
Es macht natürlich einen Unterschied, dass ich die Cast des Films schon vor dem Lesen kannte und mir deshalb auch gleich mal die Schauspieler in den Rollen vorgestellt hab. Aber es ist ja auch schon was wert, dass sich die Schauspieler in meinem Kopf völlig problemlos in die Buchhandlung einfügen ließen. Zac ist eine sehr gute Wahl – ich mein, Tess beschreibt ihn mal als “the most perfect man she had ever touched”, da versteht sich das Casting doch von selbst, oder? ![]()
Tess als zweite Hauptfigur ist natürlich ebenso wichtig – hier bekommen wir die kanadische Schauspielerin Amanda Crew. Von der kenn ich noch nichts, aber zumindest optisch passt sie ganz gut, und in diesem Interview zu Charlie St. Cloud wirkt sie sehr sympathisch. Hier mal die beiden auf dem Weg zum Set, also nicht in Kostüm sondern in eigenen Klamotten.

Und natürlich brauchen wir noch Charlies kleinen Bruder Sam, da bekommen wir Charlie Tahan – der ist auch schon seit 2007 im Filmgeschäft, sollte also genügend Erfahrung haben um als ewig 12-jähriger Geist zu überzeugen.

Die restlichen Rollen sind dann eher klein und nicht so wichtig. Erwähnenswert hier hauptsächlich, dass Kim Basinger Charlies Mutter spielt und Ray Liotta offensichtlich eine Rolle hat (davon gibt Setbilder), aber nirgends wird berichtet, welche Rolle. Ich vermute mal, er spielt Florio, den Rettungshelfer, der Charlie wiederbelebt, oder vielleicht auch eine extra für den Film hinzugefügte Rolle.
Voraussichtliche à„nderungen
Ausgehend von den paar Fotos, die wir vom Dreh haben, kann man schonmal ein paar kleine à„nderungen erahnen.
Zwischen dem Tod von Sam und der Tess-Handlung werden im Film wohl nicht unbedingt 13 Jahre vergehen, aber es ist für die Handlung auch überhaupt kein Problem, wenn das nur bspw 5 Jahre sind. Darüber, dass der Altersunterschied deutlich wird, brauchen wir uns wohl keine Sorgen machen – schon auf den Paparazzi-Fotos vom Set sieht Zac in den Vorm-Unfall-Szenen deutlich jünger aus als in den späteren Szenen:

Dann wäre da der Handlungsort. Der Roman spielt in Marblehead, Massachusetts, gefilmt wurde dagegen in der Umgebung von Vancouver. Es bestehen also die zwei Möglichkeiten, den Drehort als Neuengland auszugeben, oder einfach die Handlung an die Westküste zu verlegen und den Drehort als Kleinstadt an der Küste von Washington zu präsentieren (für beides gibt es Indizien: Sam trägt einen Red-Sox-Sweater, der Baseballmannschaft von Boston, aber es wurde wohl auch eine Washington-Flagge am Set entdeckt). Beides ist auch problemlos möglich: kleine Fischerstädtchen an der Westküste sehen jetzt nicht so viel anders aus als die der Ostküste, man kann aber auch die ganze Handlung genau so in Washington stattfinden lassen.
Die Kindheit der Brüder scheint etwas mehr Platz zu bekommen, da gibt es Setbilder von Szenen die es im Roman nicht gibt, wie ein Segelwettbewerb (siehe oben) und Charlies Abschlussfeier. Gut so, denn während es im Roman schon reicht, die enge Verbindung der Brüder zu erklären, muss man die im Film auch zeigen, um dem Zuschauer deutlich zu machen. Und mir ist jeder Grund recht, um Zac öfters beim Segeln zu zeigen – ich glaub, meine Schwäche für Segelschiffe ist bekannt. Also noch ein Bild von Zac und Charlie beim Segeln – also, Segeltraining, nicht beim Filmen, glaub ich.

Auch die Rolle von Charlies Mutter scheint ausgebaut worden zu sein – im Roman hat die wenn ich mich recht erinnere nicht mal eine Sprechrolle, im Film haben wir hier ja Kim Basinger, der man wohl schon mehr zu tun gegeben hat. Auch eine begrüßenswerte à„nderung – ich verstehe zwar, warum sie im Roman so in den Hintergrund tritt, aber mehr Mutter-Szenen schaden sicher nicht.
Wie oben schon geschrieben, gibt es eigentlich nichts im Roman, das man für eine Verfilmung unbedingt ändern muss. Interessant wird aber noch, wie man die ganze Geister-Sache optisch umsetzen wird. Im Roman zeichnen sich die Geister durch bestimmtes Aussehen aus, ein gewisses Leuchten, eine leichte Unschärfe und so Sachen. Es wär kein so großes Problem, das wegzulassen (spart eine Menge CGI-Kosten), aber in manchen Momenten wäre es doch gut, wenn es beibelassen wird. Bin mal gespannt, wie das umgesetzt wird.
Der Zefron-Faktor
Und ich will natürlich nicht abstreiten, dass ich auf Zac Efron gespannt bin. Zum Teil natürlich aus völlig oberflächlichen Fangirl-Gründen. Ich mag Zacs Charlie-Look: Neue Frisur (ich mag ja die alte Matte sehr, aber zu Anfang dieses Jahres war die dann doch irgendwie zu lang geworden), Zac hat ein bisschen zugenommen, damit man seinem Charakter einen körperlich anspruchsvollen Job abkauft, und die Friedhofswärteruniform steht ihm gut (auch wenn ich ein bisschen enttäuscht bin, dass die nicht so wie im Buch blau ist
)
Also hier nochmal drei Bildchen von Zac. Ich hab absolut keine Ahnung, warum Charlie ohne Shirt auf dem Friedhof herumläuft, aber ich werd mich nicht beschweren. Man beachte bitte die roten Linien auf der Brust, das sind die Narben vom Defibrillator (hier sieht man die besser). Keine Ahnung, inwiefern sowas der Wirklichkeit entspricht, aber es ist auch im Roman so, also schön, dass sie das übernommen haben.

Vor allem bin ich als Zac-Fan aber auch auf den Film gespannt, weil Charlie St. Cloud auch für Zacs Karriere ein wichtiger Punkt ist. Er hat ja immer noch mit dem Disney-Image zu kämpfen, und wird in den nächsten Jahren hart arbeiten dürfen um das abzuschütteln. Mit 17 Again hat er bewiesen, dass er allein ohne Disney einen Film tragen kann, mit Me and Orson Welles kann er sich unter einem etablierten Regisseur in einem ernsten Film, der nicht auf Teenies zugeschnitten ist, beweisen. Charlie St. Cloud ist da jetzt ein weiterer wichtiger Schritt. Der erste Film, in dem Zac nicht singt oder tanzt. Der erste Film, in dem Zac den Großteil der Handlung über nicht einen High-School-Schüler spielt, also endlich mal keinen Charakter, der einige Jahr jünger ist als er selbst. Der erste Film, in dem wir eine Sexszene bekommen. Charlie ist nun kein übermäßig komplexer Charakter, aber die Rolle ist durchaus facettenreich, da Zac ja sowohl den jugendlichen, lebensfrohen, “most promising boy in Essex County”-Charlie spielt, als auch den gebrochenen, zurückgezogen lebenden Charlie, der seine Schuld nicht vergessen kann. Zac bekommt momentan für Me and Orson Welles einige überraschte “oha, der kann ja schauspielern”-Reviews, Charlie St. Cloud ist nun der Film in dem er diesen neugewonnenen Status sichern kann.
Bringen wir das jetzt zu Ende, ich könnte da zwar noch weiter dahinschreiben, aber ich will euch ja keinen Aufsatz liefern… Jedenfalls ist The Death and Life of Charlie St. Cloud eine Verfilmung, auf die ich mich sehr freue, die meines Erachtens nach auch gut funktionieren kann, und nach allem was wir bisher vom Film wissen, wird sie das wohl auch. Jetzt rückt also bitte den Trailer bald raus (die Cast und Crew hat ihn schon gesehen…), und dann können wir die nächsten 6 Monate schön hibbeln.
Andere Artikel zum Thema:
Tags: Literaturverfilmung, The Death and Life of Charlie St. Cloud, Zac Efron

