DOCTOR WHO, Series 4

22. December 2009

dw-series4-coverMit großer Verspätung, aber lieber spät als nie: Meine Besprechung der vierten Doctor-Who-Staffel: ausgestrahlt 2008, mit David Tennant als zehntem Doctor und Catherine Tate als Companion Donna Noble und nach wie vor unter der Aufsicht von Chefautor Russell T Davies. Die Besprechungen der bisherigen Staffeln gibt es hier: eins, zwei und drei, hier werden nun die Folgen der vierten Staffeln einzeln kurz besprochen und in drei Kategorien eingeteilt, wie das funktioniert hab ich hier erklärt. Die Review der restlichen Specials sollte dann nicht mehr ganz so lang auf sich warten lassen.

OMGwiegenial!!!

Time Crash
(Tardis)
Diese kleine für “Children in Need” produzierte Multi-Doctor-Episode mit David Tennant und Peter Davison bietet 8 Minuten geniale Unterhaltung, vollgestopft mit herrlichen Dialogen, Witzen und einer aufrichtigen Liebeserklärung an Doctor Who und insbesondere den fünften Doctor. Immer wieder ein Genuss anzusehen.

Silence in the Library / Forest of the Dead
(51. Jh./The Library)
Eine Moffat-Doppelfolge, das sagt eigentlich schon genug über die Klasse dieser Episoden. Wie gewohnt bekommen wir eine grandios abgestimmte Mischung aus Humor, Spannung, Grusel, Romantik, Timey-Wimey-Storyelementen und tieftraurigen Momenten, alles eingebettet in eine Reihe von cleveren und fantastischen Ideen. Neben Moffats Drehbuch glänzen auch Gaststars wie Alex Kingston, Steve Pemberton, Colin Salmon und Tallulah Riley und Euros Lyns edle Regie.

dw-series4-promo2Midnight
(?, Midnight)
Dafür lieben wir RTD: Doctor Who als beklemmendes Psychothriller-Kammerspiel, so untypisch wie genial. Midnight wendet des Doctors verlässlichste Waffe gegen ihn und wirft einen düsteren Blick in die menschliche Seele, was nach so vielen Lobeshymnen auf die Menschheit sehr willkommen kommt. Mit einfachen Mitteln wird hier gigantische Spannung und packender Grusel erzeugt, was auch bei wiederholtem Sehen erhalten bleibt und die herausragende Leistungen von David Tennant und Lesley Sharpe bleiben sicher im Gedächtnis.

Turn Left
(2007-2009, London/Leeds)
Was wäre wenn der Doctor nicht da wäre, um uns immer und immer wieder zu retten? Eine bemerkenswert Dystopie, beklemmend und düster, Catherine Tate als Donna darf hier zusammen mit ihrer Familie so richtig auftrumpfen und die Einarbeitung Ereignisse aus früheren Episoden funktioniert bestens. Auf Logik darf man dabei nicht unbedingt schauen, sonst könnte man sich den Spaß verderben, aber man braucht ja auch nicht immer einwandfreie Logik.

Sehr, sehr klasse!

The Fires of Pompeii
(23-24 August 79, Pompeii)
Witz, Spannung und große emotionale Momente – James Morans Episode bietet von allem etwas und damit tolle Unterhaltung. Die Monster sind nicht ganz so mein Ding, und das antike Pompeii könnte vielleicht etwas realistischer aussehen, aber hier gibt es einfach viel zu viele schicke Szenen und Ideen. Und vor allem ein herzzerbrechendes Finale – was auch sonst, wenn der Doctor nach Pompeii kommt.

Planet of the Ood
(4126, Oodsphere)
Diese Folge hat es nur noch knapp in diese Kategorie geschafft, weil das Ganze manchmal etwas unrund wirkt und der Sicherheitschef ein fürchterlicher Schauspieler ist, aber sonst erzählt diese Episode einfach eine tolle Geschichte. Was vor allem daran liegt, dass die Ood äußerst faszinierende, ungewöhnliche Aliens sind, und hier ein interessantes Konzept ausgearbeitet wird, das man mit Staunen verfolgt. Es ist auch mal schön eine Story zu sehen, in der der Doctor eigentlich gar nicht viel macht. Außerdem gibt’s erfreuliche Gastauftritte von Tim McInnerny und Ayesha Dharker.

The Unicorn and the Wasp
(1926, England)
Eine großartige Comedy-Episode, die nur ganz selten ins Alberne abdriftet. Vor allem die erste Hälfte sprüht nur so vor flottem Witz, später kommen dann das eher nervige Monster und einige Logikprobleme dazu, aber der Unterhaltung tut das kaum Abbruch. Richtig Spaß machen immer die unzähligen Anspielungen auf Agatha Christies Romane und die tolle Besetzung: Fenella Woolgar, Felicity Kendal (haben wir hier schon angeschmachtet) und Christopher Benjamin (schon neben dem dritten (Inferno) und dem vierten Doctor (Talons of Weng-Chiang) aufgetreten)

dw-series4-promo1The Stolen Earth / Journey’s End
(2009, Erde/Shadow Proclamation/Medusa Cascade)
Wäre fast noch in die erste Kategorie gerutscht, aber manchmal will RTD einfach zu viel und sein bombastisches Finale entgleitet ihm doch ein wenig, und gerade Elemente der Auflösung sind ein bisschen gar simpel. Trotz kleinen Schwächen aber doch zwei furiose Episoden, die wie eine Feier der RTD-à„ra wirken: zum Schluss gibt es fast so viele epische Abschiede und Schlussmomente wie in LotR: Return of the King. Julian Bleachs Davros ist fantastisch, Donna darf neben all den anderen Companions trotzdem besonders strahlen und man wird rundum bestens unterhalten. Man darf gespannt sein, wie RTD das in The End of Time toppen will.

Schicke Unterhaltung

Voyage of the Damned
(2008, London/Erdorbit)
Doctor Who spielt Katastrophenfilm und tut das prinzipiell ziemlich gut, stolpert dann aber doch über allzu alberne Szenen und Ideen. Die Figuren wachsen einem schnell ans Herz (vor allem Astrid (Kylie Minogue), Midshipman Frame (Russel Tovey) und Mr Copper (Clive Swift)), und die Atmosphäre und Spannung stimmen, aber die Host und der tatsächliche Endgegner nerven.

Partners in Crime
(2009, London)
Der Staffelauftakt bietet eine Reihe von ganz großartigen Doctor/Donna-Szenen und sehr herzigen Donna/Wilf-Momenten, außerdem sind die Adipose wirklich niedlich und gegen Ende gibt es beim ersten Sehen einen tollen OMG-Moment. Aber bei wiederholtem Schauen stört das eher gemächliche Tempo etwas und die Story ist halt sehr gewöhnlich.

The Sontaran Stratagem / The Poison Sky
(2009, London)
Inzwischen haben wir es gelernt: Der Zweiteiler im ersten Drittel der Staffel gehört immer zu den Schwachpunkten der Staffel. So auch hier:  Die Sontarans geben eher langweilige Gegner ab, die ganze Rattigan-Sache nervt und drum herum haben wir eine recht durchschnittliche Invasions-Story mit Logiklöchern. Natürlich gibt es Pluspunkte, wie UNIT, Martha oder Ross Jenkins, einige Szenen sind klasse und man wird schon auch unterhalten, aber da hätte man einfach mehr machen können.

The Doctor’s Daughter
(?, Messaline)
Gute Ideen eher mäßig umgesetzt: dem Doctor plötzlich mit einer Tochter zu konfrontieren und der Twist bezüglich des dargestellten Krieges bieten eigentlich interessante Möglichkeiten, das drumherum ist aber eher lasch und vor allem aus letzterem wird gar nichts ordentliches gemacht, was schade ist. Martha hat leider nicht viel zu tun, dafür macht Donna wie immer Spaß, Georgia Moffett als Jenny ist niedlich und David Tennant darf in ein paar ganz großen Momenten zeigen wie gut er spielen kann.

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