TAKIN’ OVER THE ASYLUM

5. January 2010

takinover-coverUm der “David Tennant ist nun nicht mehr der Doctor”-Depression etwas entgegen zu wirken werfen wir doch mal einen Blick ganz weit zurück in seine Schauspielkarriere: 1994 hatte Tennant in Takin’ Over the Asylum seine erste große Rolle im Fernsehen. Und hier können wir uns davon überzeugen: David Tennant war schon damals ein großartiger Schauspieler, und diese Miniserie ist ein Kleinod, das man nicht verpassen sollte.
Außerdem hab ich noch einen Picspam gemacht – auch wenn Tennants manisch-depressiver Campbell nur in Bewegung richtig funktioniert.

Regisseur: David Blair
Drehbuch: Donna Franceschild
Darsteller: Ken Stott, David Tennant, Katy Murphy, Ruth McCabe, Angus McFadyen, Elizabeth Spriggs, Angela Bruce, Arabella Weir
Format: 6 x 50 min
Erscheinungsjahr: 1994

STORY
Eddie McKenna (Ken Stott) träumt davon, Radio-DJ zu werden, hat aber mit 38 schon die Hoffnung aufgegeben und hält sich mit einem verhassten Job als Vertreter für Doppelverglasungen über Wasser. Ehrenamtlich übernimmt er eine Radiostation in einer Psychiatrischen Klinik, die er mit Hilfe einiger Patienten auf Vordermann bringt: der manisch-depressive Campbell (David Tennant) lässt sich von ihm zum DJ ausbilden, die mit Reinlichkeits- und Ordnungszwang kämpfende Rosalie (Ruth McCabe) leitet die Organisation und der hochintelligente, schizophrene Fergus (Angus MacFadyen) kümmert sich um die Technik. Während Eddie langsam der verschlossenen, depressiven Francine (Katy Murphy) neuen Lebenswillen gibt, engagiert sich Campbell dafür, zusammen mit Eddie einen DJ-Job bei einem echten Radiosender zu bekommen…

REVIEW
Man darf wirklich dankbar sein, dass David Tennant inzwischen zu einem großen Star geworden ist, sonst hätten wir diese DVD womöglich nie bekommen. Dabei ist diese preisgekrönte Miniserie takinover-eddie(2 BAFTAs für Best Serial und Best Editing, dazu 2 schottische BAFTAs für Best Serial und Best Writer) auch abgesehen von Tennant ein ganz tolles Stück Fernsehen.

Takin Over the Asylum hat ganz einfach wunderbar geschriebene Charaktere und Handlungen, die immer eine feine Balance zwischen Tragik und Komik halten. Als Helden haben wir einen Versager, der seinen langweiligen Job nur mit Alkohol erträgt, und vier Patienten einer Psychiatrischen Klinik. Es wäre leicht, diesen Haufen lächerlich zu machen oder genausogut zu tragischen Gestalten – Takin’ Over the Asylum begeht aber nie solche Fehler, sondern zeichnet lebensechte Menschen. Mit Höhen und Tiefen, Stärken und Schwächen, Erfolgen und Niederlagen.

Die Serie hält meistens einen leichtfüßigen, unterhaltsamen Ton, verschweigt dabei aber nie die ernsten Probleme, mit denen die Charaktere konfrontiert werden – ja, wenn man allein die Handlung betrachtentakinover-gruppe würde, müsste man die Serie fast als Tragödie einstufen. Wenn da nicht der viele Humor wäre, der einen als Zuschauer meist am Schmunzeln oder Lachen hält. Aber auf eine unaufdringliche Art – wir lachen nie über unsere Helden, sondern immer mit ihnen. So reihen sich witzige an tragische Szenen, hoffnungsvoll-optimistische an vom bitteren Realismus geprägte Momente; Takin’ Over the Asylum kann einen genausogut zum lachen bringen wie schockieren.

Und das wichtigste: Der Serie gelingt es auch, dass das alles immer wie aus einem Guß wirkt, dass Stimmungswechsel absolut natürlich wirken, und damit sowohl Charaktere als auch Handlung wunderbar lebensnah wirken.

Damit das ganze auch wirklich funktioniert, braucht man natürlich auch Schauspieler, die solche Rollen richtig spielen können – mit Sinn für Humor, aber mit dem nötigen Ernst. Das bekommt die Cast bestens hin, alle fünf Hauptdarsteller sind wirklich klasse. Besonders hervorzuheben wäre da Katy Murphy, die Francine sehr einfühlsam spielt, und natürlich David Tennant, der sich in dieser Rolle offensichtlich pudelwohl fühlt. Noch ein bisschen ungeschliffen vielleicht, und es ist etwas schade, dass takinover-francinewir fast nur die manische Seite seines Charakters sehen, aber schon ganz der Tennant, den wir lieben.

Und dann wäre da noch der Musikeinsatz. Schon allein die Auswahl ist wunderbar, sehr viele Songs aus den 60er-Jahren mit ganz viel Beatles – und es macht sogar gar nicht viel aus, dass auf der DVD aus rechtlichen Gründen oft nicht die Originalstücke laufen, sondern Remakes, die sind nämlich allesamt richtig toll.

Noch besser ist aber die Einbindung in die Story, die Songs dienen hier schließlich nicht nur als notwendiges Hintergrundgedudel, dass man bei einer Show über Radio halt braucht, sondern unterstreichen vielmehr die Handlung. Und das häufig auf ganz wunderschön passende Weise. Beispielsweise macht “The fool on the hill” von den Beatles zum Ende der vierten Folge einen traurigen Moment takinover-eddiefrancinenur noch herzzerreißender, “She’s got a ticke to ride” passt wunderbar zu der Stimmung beim Abschied von Eddies Oma, und “Stop, hey what’s that sound” und “Revolution” sind halt schlicht perfekt für den letzten Aufstand.

Achja, eine kleine Warnung ist vielleicht noch angebracht: Die Miniserie spielt in Glasgow und ist für die schottische BBC entstanden, sprich: Hier wird breitestes Schottisch gesprochen und wenig Rücksicht auf ungeübte Ohren genommen. Also vielleicht etwas anstrengend für Leute, die mit dem schottischen Akzent Probleme haben. Aber notfalls gibt es ja auch Untertitel.

Takin’ Over the Asylum ist eine feine kleine Tragikkomödie, sehr einfühlsam geschrieben, mit einer Reihe von tollen Darstellern besetzt und mit äußerst schickem Musikeinsatz. Nicht nur für Tennant-Fans empfehlenswert, aber für die natürlich ein Muss.

Picspam

Erster Auftritt – und es ist bemerkenswert, wie Doctor-haft teilweise seine Dialoge sind. Wie eben hier: I’ll introduce you to all the loonies later on. They’re watching “Neighbours “at the moment. It’s the high point of the patients’ day. And eating, I suppose. Two high points. Eating and watching “Neighbours”. And sleeping. Three high points. It’s a wonder the patients aren’t exhausted for all the excitement, eh?
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David singt Elvis-Style. Muss man eigentlich hören.
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Noch mehr sehr Doctor-haft vorgetragene Dialoge: I mean, it’s not like she talks to wee blue men from Venus. Although some of my best friends have been known to talk to wee blue men from Venus.
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Ja, das mit dem Blick und der Augenbraue klappt auch schon gut.
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But don’t worry, we’re heavily tranquilized and posing no danger to the public.
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Wenig hilfreicher Papa. Aber weil die Serie nicht langweilig schwarz-weiß malt, kann man auch die negativeren Figuren verstehen.
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Tennant macht sich so richtig gut hinter einem Radiomikrophon.
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Campbell spielt einen manischen Anfall. Eine ganz, ganz großartige Szene, was man nur in Bildern und ohne Wasserfall-Geplapper nicht richtig einfangen kann.
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Führt auch zum ersten Auftritt von Tennants nacktem Hintern im Fernsehen. Nicht dem letzten.
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Und die Kopfhörern um den Hals stehen ihm auch richtig gut.
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It’s not lying. Sometimes you just have to look somebody in the eye and tell the truth that should be instead the truth that is.
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Weil mir Tennant die letzten Wochen ja noch nicht oft genug das Herz gebrochen hat mit seinem mitreißenden Schauspiel:
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A trip to Graceland by time machine to meet Elvis. Lunch with the Archbishop of Canterbury. I don’t have to conform to the vagaries of time and space, I’m a loony, for God’s sake!
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Nachdenklicher Campbell. Aww, diese Augen…
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Wie gesagt, es ist nicht einfach, Campbells Herumfuchtel-Szenen in Bildern einzufangen. Aber ich wollte nochmal auf die grausame 90er-Mode hinweisen…
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Not helping, Campbell…
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Und zum Abschluss nochmal was mit Kopfhörern.
Weil die großartig sind.
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4 Antworten zu “TAKIN’ OVER THE ASYLUM”

  1. muerps sagt:

    Diese Boyband-Frisur. Ich zähl ja zu den Jahrgängen, die die Frühneunziger-Boyband-Welle so richtig schön abgekriegt hat (auch wenn ich selbst nie Fan von war), und das ist so dermaßen eine Boyband-Frise, die Tennant da aufm Kopp hat. (Himmel, was bin ich wieder oberflächlich.)

  2. Maria sagt:

    Da hab ich wohl Glück, dass Boybands zu meiner Zeit (also Ende der 90er in etwa) schon etwas andere Frisuren hatten. Ich war zwar auch nie Fan von denen, aber es heißt immerhin, dass ich diese Frisur da nicht mit mieser Musik, sondern nur mit meinem Bruder verbinde, der zu der Zeit auch mit so einem Mopp herumgelaufen ist *g*

    Die Haare von Tennant sind da aber ziemlich toll. Verdecken zwar oft seine Augen, was blöd ist, sind aber sonst ganz wunderbar glänzend und wuschelig und ständig in Bewegung.

  3. Copper sagt:

    Ich staune, dass du uns garnicht Tenannts Käse-Po in deinen Picspam präsentierst.:-D Die Mini-Serie klingt ganz interessant, werde ich mal bei meiner nächsten Play-bestellung berücksichtigen.Danke für die Vorstellung :-)

  4. Maria sagt:

    Ich poste ungern Nacktbilder, weil ich mir denke, dass sich Schauspieler zwar vor der Kamera ausziehen, wenn es die Rolle erfordert, aber trotzdem wohl nicht begeistert davon sind, wenn diese Aufnahmen dann durchs ganze Internet geistern. Auch wenn’s schon wirklich alt und nicht sonderlich aufsehenerregend ist…

    Also: DVD kaufen und selber anschaun *g* Also, jetzt nicht nur wegen der halben Sekunde Tennant-Hintern, sondern wegen dem ganzen tollen Rest :D

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