Filmkritik: LEARNERS

31. January 2010

learners-coverIch habe lang gezögert mir Learners zu kaufen, und nachdem ich das doch getan hab, ist die DVD fast ein Jahr ungesehen im Schrank versauert. Was nicht am Film lag, sondern an meinen eigenen wenig positiven Erinnerungen an die Fahrschule, die ich irgendwie nicht mit David Tennant und Jessica Hynes koppeln wollte. Aber das ist jetzt über 5 Jahre her – Zeit, sich mal zusammenzureißen, das zu verdrängen und einfach den Film zu genießen. Dazu gibt es natürlich auch einen David-Tennant-Picspam.

Regisseur: Francesca Joseph
Drehbuch: Jessica Hynes, Francesca Joseph
Darsteller: Jessica Hynes, David Tennant, Shaun Dingwall, Sarah Hadland, Con O’Neill
Format: 80 min
Erscheinungsjahr: 2007

STORY
Beverly (Jessica Hynes) ist jetzt schon acht Mal durch die Führerscheinprüfung gefallen. Frustriert mit den Unterweisungen ihres Ehemanns Ian (Shaun Dingwall) beschließt sie also, professionelle Fahrstunden zu nehmen, auch wenn sie dafür kaum Geld hat. Fahrlehrer Chris (David Tennant) ist auf solche Härtefälle spezialisiert und nimmt sich Bev an – und verliebt sich außerdem in seine Chefin Fiona (Sarah Hadland), die eine Affäre mit dem verheirateten Gerry (Con O’Neill) hat.

REVIEW
Dafür, dass man von einem Jessica-Hynes/David-Tennant-Film eigentlich einen umwerfenden Geniestreich erwartet, ist Learners wohl ein bisschen enttäuschend. Der Film könnte witziger sein – man ist zwar praktisch immer am Schmunzeln, aber so richtig laut Lachenlearners-bevchris muss man eher selten. Der Film könnte auch emotionaler sein – natürlich muss man nicht unbedingt in einen Fahrschul-Film herzzerreißend-tragische Szenen einbauen, aber etwas mehr mitgefühlte Verzweiflung hinter Bevs Scheitern hätte wohl nicht geschadet. Die Figuren könnten komplexer sein – die liefern zwar eine schöne Mischung aus sympathisch und skurril, sind aber doch meist Repräsentationen von Typen statt ausgefeilte originelle Charaktere. Die Handlung könnte überraschender sein – niemand erwartet von so einem Film schockierende Twists, aber es ist schon alles ziemlich vorhersehbar.

Learners hätte mehr werden können, ja. Allerdings ist der Film, den wir nun haben, doch viel zu nett und sympathisch, als dass man ernsthaft enttäuscht ob des nicht ausgeschöpften Potentials ist. Bei all den hier aufgeführten Punkten würde es einem während dem Film nicht einfallen, das jetzt sonderlich negativ learners-fionazu empfinden. Es ist ein schöner kleiner Fernsehfilm, der zwar nie versucht großes Kino zu sein, aber doch die ganze Zeit über mit liebevoll gezeichneten Charakteren und sanftem Witz unterhält.

Natürlich ist die Cast eine große Freude. Jessica Hynes spielt unsere Heldin mit viel Witz aber auch viel Herz, so dass Bev zu keinem Zeitpunkt lächerlich wirkt. Shaun Dingwall als ihr Mann spielt wunderbar sympathisch, obwohl sein Charakter eigentlich ziemlich viel Schmarrn macht, und Sarah Hadland, die einzige der Hauptcharaktere, die noch nicht in Doctor Who aufgetaucht ist, überzeugt ebenfalls und hat einige meiner Lieblingsszenen. Dass ich von David Tennant begeistert bin, dürfte niemanden verwundern – es ist aber auch immer wieder schön zu sehen, wie komplett er in seinen Rollen aufgeht und wie wenig von anderen Rollen darin wiederzuerkennen ist.

Ich bin außerdem ein bisschen verliebt in seinen Charakter, Chris. Nicht nur, weil der schön geschrieben ist, sondern eben auch ein wunderbar einfühlsamer Fahrllearners-bevehrer. Und ich da wegen oben erwähntem persönlichen Fahrschule-Trauma besonders begeistert davon bin. Chris liefert nämlich so schöne und passende Vergleiche: Weil Bev Putzfrau ist, erklärt er ihr, dass man den Schalthebel ganz sachte bedienen muss, so als ob man mit einem Topfkratzer putzt oder ein Chippendale-Möbelstück poliert. Mein Fahrlehrer (einer der beiden, der andere war toll) brachte da auch einen Vergleich – mit Dingen, an die man beim Autofahrenlernen wirklich nicht denken möchte… Aber wir wollten das ja verdrängen. ;)

Man vergisst die eigenen eher negativen Erinnerungen an die Fahrschule in diesem Film sowieso leicht, weil hier Fahrschulen so rundum positiv dargestellt werden. learners-ianStellenweise wirkt der Film fast schon wie eine extralange Werbung für Fahrschulen – aber das stört nicht groß und man muss ja auch wirklich zugeben, dass Fahrschulen tatsächlich eine äußerst gute Idee sind, und man dafür ruhig etwas Werbung machen darf.

Learners ist ein sehr niedliches Filmchen – wer die Erwartungen nicht zu hoch steckt, kann sich auf eine nette kleine Komödie mit wunderbaren Darstellern einstellen. Für Fans von Jessica Hynes und David Tennant in untypischen Rollen natürlich ein Muss.

Picspam

Darf ich vorstellen: Chris, unser perfekter Fahrlehrer. Trotz furchterregendem Fahrstil der Schülerin die Ruhe in Person mit einem nur leicht besorgten Blick…
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… und anschaulichen Erklärungen für alle Situationen…
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… und einem freundlichen Geek-Lächeln für alte Omas.
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Man beachte die Körperhaltung und wie Tennant mit solch kleinen Details seinen Charakter formt.
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Wie gesagt, eine sehr untypische Tennant-Rolle. Mit sehr ungewohnter Mimik und Gestik.
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Chris und der Rockschlumpf.
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Bei erstaunlich vielen Learners-Screencaps kommt einem als erstes automatisch ein “Dork.” in den Sinn.
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So siehts aus, wenn unser Chris singt und Luftgitarre spielt. Gut, ich glaub, ich bin ganz froh, dass meine Fahrlehrer das nicht gemacht haben…
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Nach so viel Dork!Chris mal wieder was hübscheres:
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Neue Frisur – und auf einmal traut sich Chris auch etwas zu flirten
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Einer meiner Lieblingsmomente. Beinhaltet einen Esel.
Muss man gesehen haben.
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So gern wir David als Geek-Chris auch sehen, sowas kommt zwischendurch dann doch sehr gelegen:
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Would you like a Jelly Baby?
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